Themenüberblick

Monaco-Jungstar Mbappe trifft doppelt

Borussia Dortmund hat am Mittwoch das am Vortag wegen eines Anschlags auf den BVB-Teambus abgesagte Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den AS Monaco daheim mit 2:3 (0:2) verloren. Die Dortmunder zeigten am Tag nach den Explosionen zwar große Moral, stehen im Rückspiel am kommenden Mittwoch in Monaco aber bereits mit dem Rücken zur Wand.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Matchwinner war Jungstar Kylian Mbappe mit einem Doppelpack (19., 79.). Dortmunds Sven Bender erzielte ein Eigentor (35.). Dem BVB gelang durch Ousmane Dembele (57.) und Shinji Kagawa (84.) zweimal der Anschlusstreffer. Das Hinspiel war von Dienstag auf Mittwoch verlegt worden, nachdem kurz vor dem ursprünglichen Beginn in der Nähe des Dortmund-Busses drei Sprengsätze explodiert waren. Verteidiger Marc Bartra verletzte sich schwer an Hand und Arm und musste operiert werden.

Dortmund verliert gegen Monaco 2:3

Nur knapp 24 Stunden nach dem Anschlag auf den BVB-Teambus am Dienstag verlor Dortmund gegen Monaco am Mittwoch das neu angesetzte Heimspiel.

Lob für die Leistung seiner Elf gab es von Thomas Tuchel. „Die Sache ist nicht vergessen oder verarbeitet. Wir haben das Beste daraus gemacht. Die Mannschaft hat Mut und Courage gezeigt“, sagte Dortmunds Trainer. Der Spielverlauf sei aber nie auf Dortmunder Seite gewesen. Mittelfeldmann Nuri Sahin meinte: „Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, nur kein Fußball. Was gestern passiert ist, wünsche ich niemandem. Wir haben erst zu Hause realisiert, wie viel Glück wir hatten. Ich weiß, dass der Fußball wichtig ist, aber wir sind auch nur Menschen.“

Mbappe trifft aus Abseitsposition

Die Dortmunder wirkten vor 65.850 Zuschauern deshalb auch in der ersten Hälfte nicht vollends bei der Sache. Nach einem Foul von Sokratis Papastathopoulos an Mbappe hätte Monaco bereits in Führung gehen können, Fabinho schoss den Elfmeter aber links am Tor vorbei (17.). Zwei Minuten später stellte Mbappe selbst nach Vorarbeit von Thomas Lemar mit dem Oberschenkel auf 1:0. Der 18-Jährige stand dabei aber klar im Abseits.

Kylian Mbappe-Lottin jubelt

Reuters/Ralph Orlowski

Monaco-Jungstar Mbappe avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner

Dann avancierte Sven Bender zum Unglücksraben. Der frühere deutsche Teamspieler war statt des nach dem Anschlag vom Vorabend im Spital weilenden Bartra in die Startformation gerückt. Eine Flanke von Andrea Raggi köpfelte der 27-Jährige ins eigene Netz, nachdem ihm Monaco-Stürmer Radamel Falcao auf die Ferse gestiegen war. Auch der zweite Gegentreffer hätte deshalb eigentlich nicht zählen dürfen.

Dortmund kommt nach Seitenwechsel auf

Nach dem Seitenwechsel fand sich Dortmund - angetrieben von 65.000 sehr disziplinierten Zuschauern, die im Vorfeld enorme Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen hatten - besser zurecht. Ein erster Schuss von Dembele wurde noch geblockt (52.), die zweite Großchance des Franzosen saß aber. Nach einer sehenswerten Kombination über Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa traf Dembele aus kurzer Distanz.

Ousmane Dembele erzielt den Anschlusstreffer

APA/AP/dpa/Federico Gambarini

Dembele ließ die Dortmunder mit dem Treffer zum 1:2 noch einmal hoffen

Die Dortmunder dominierten die zweite Hälfte zusehends, es war aber Mbappe, der noch einmal zuschlug. Der Wunderknabe nutzte einen Abspielfehler von Lukasz Piszczek und knallte den Ball aus vollem Lauf ins Kreuzeck. Es war sein 21. Pflichtspieltor in dieser Saison. Schon im Achtelfinale gegen Manchester City hatte Mbappe zweimal getroffen.

Dortmund steckte aber nicht auf - und darf dank Kagawa weiter auf den Aufstieg hoffen. Der Japaner traf nach Vorarbeit von Nuri Sahin und schöner Körpertäuschung im Strafraum. Für die ersatzgeschwächten Dortmunder war es die zweite Pflichtspielniederlage in Folge nach dem 1:4 im Ligaschlager bei Bayern München. Frankreichs Tabellenführer Monaco hat von seinen jüngsten zehn Partien neun gewonnen.

Kritik an schneller Wiederansetzung

Bereits vor dem Anpfiff hatte BVB-Trainer Tuchel die schnelle Wiederansetzung kritisiert. „Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen“, sagte der 43-Jährige. Im UEFA-Hauptquartiert in Nyon sei entschieden worden, „ohne dass das Ausmaß irgendwie klar war“. Es sei „ein etwas ohnmächtiges Gefühl“, meinte Tuchel. Man müsse vor allem den Spielern zugestehen, „mit einem mulmigen Gefühl in den Bus zu steigen“.

Mit der frühen Anstoßzeit und der Vorgeschichte fühlte sich der Mittwoch nicht wie ein Champions-League-Feiertag an. Tuchel hatte seinen Spielern freigestellt, ob sie spielen oder nicht. „Das gebietet der normale Menschenverstand und der Umgang zwischen uns“, sagte der Trainer. Es sei aber niemand zu ihm gekommen. Es habe nichts mit Professionalismus zu tun, dass sie spielen würden. „Das, was uns gestern widerfahren ist, ist uns als Menschen widerfahren“, sagte Tuchel. „Und das steckt uns allen in den Knochen.“

UEFA-Champions-League, Viertelfinal-Hinspiel

Mittwoch:

Borussia Dortmund – AS Monaco 2:3 (0:2)

BVB-Stadion Dortmund, 65.850 Zuschauer, SR Orsato (ITA)

Torfolge:
0:1 Mbappe (19.)
0:2 Bender (35./Eigentor)
1:2 Dembele (57.)
1:3 Mbappe (79.)
2:3 Kagawa (84.)

Dortmund: Bürki - Piszczek, Papastathopoulos, Bender (46./Sahin) - Ginter, Weigl, Kagawa, Guerreiro, Schmelzer (46./Pulisic) - Aubameyang, Dembele

Monaco: Subasic - Toure, Glik, Jemerson, Raggi - Silva (66./Dirar), Moutinho, Fabinho, Lemar - Falcao (85./Germain), Mbappe

Gelbe Karten: Sokratis, Ginter bzw. Jemerson, Lemar, Dirar, Fabinho, Subasic

Rückspiel am 19. April in Monaco

Links: