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„Joker“ lassen „Jungbullen“ jubeln

Die U19-Mannschaft von Red Bull Salzburg hat am Montag den wohl größten Erfolg im heimischen Fußballnachwuchs auf Clubebene geschafft. Die „Jungbullen“ schlugen in Nyon im Finale der UEFA Youth League Benfica Lissabon nach 0:1-Rückstand durch Tore von Patson Daka (70.) und Alexander Schmidt (75.) völlig verdient noch mit 2:1.

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Manchester City, Atletico Madrid, Paris Saint-Germain und der FC Barcelona wurden auf dem Weg ins Endspiel am Genfer See ausgeschaltet. Im laufenden Bewerb blieb die Auswahl von Trainer Marco Rose ungeschlagen, gewann acht von neun Partien, remisierte nur gegen ManCity und kam inklusive der Vorrundenduelle gegen Vardar Skopje (MKD) und Kairat Almaty (KAZ) auf ein Torverhältnis von 29:4.

Salzburg - Benfica: 2:1 (75.)

Der eingewechselte Alexander Schmidt sorgte in der 75. Minute für die Entscheidung

Benfica ließ im Finale Salzburg das Spiel machen und vertraute auf die eigene Qualität. Doch die Salzburger, bei denen viele Akteure beim Zweitligisten FC Liefering engagiert sind, zeigten wieder einmal ihr großes Können. Blieben ruhig, setzten auf ihre Tugenden wie Kampfkraft und taktische Disziplin und drehten angeführt vom nimmermüden Hannes Wolf noch die Partie.

Salzburg kontrolliert das Spiel

Gegenüber dem 2:1-Halbfinal-Sieg gegen den FC Barcelona gab es nur eine Änderung: Der zuletzt gesperrte Gideon Mensah ersetzte Alexander Burgstaller als Linksverteidiger. Mannschaftsstütze Xaver Schlager wurde nach seinem Bluterguss nicht rechtzeitig fit.

Die Anfangsminuten waren geprägt von einer konzentrierten Leistung der Salzburger, die Benfica kaum in die gefährliche Zone vor dem Tor ließen. Allerdings fehlte auch bei den „Bullen“ der letzte Druck vor dem gegnerischen Tor. Die beste Möglichkeit auf einen Treffer war noch eine riskante Kopfballrückgabe von Kapitän Ruben Dias auf seinen Torhüter Fabio Duarte (20.).

Gomes steht goldrichtig

Salzburgs Spielaufbau blieb eine Spur zu hektisch, Trainer Marco Rose brüllte permanent Anweisungen für sein Team aufs Feld. Der 40-jährige Deutsche, der acht Jahre für Mainz gespielt hatte, hoffte in seiner vierten Trainersaison in Salzburg auf den großen Erfolg.

Benfica - Salzburg: 1:0 (29.)

Jose Gomes nutzte die Unaufmerksamkeit der Salzburger Abwehr zum 1:0.

Diesen Traum hätte ihm in der 27. Minute beinahe Diogo Goncalves vereitelt, als der Portugiese nach einer verunglückten Abwehr von Sandro Ingolitsch den Ball nur an die Latte knallte. Aber die Salzburger brachten in dieser Phase das Spiel nicht unter Kontrolle, und nur kurz darauf war es Jose Gomes, der im Getümmel gegen schlecht verteidigende Salzburger goldrichtig stand und relativ locker zum 1:0 (29.) einköpfelte.

Letzter Pass kommt nicht

Wie schon im Halbfinale wurden die Salzburger vom eigenen Anhang unter den rund 4.000 Zuschauer in Nyon nach vorne getrieben. Die „Jungbullen“ überzeugten mit Einsatz, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft, aber der Spielaufbau klappte weiterhin nur bis zum letzten Pass. Zu dicht stand die Hintermannschaft von Benfica.

Hannes Wolf (RBS), Florentino (Benfica) und Mergim Berisha (RBS)

GEPA/Felix Roittner

Salzburg bearbeitete den Gegner im Mittelfeld unermüdlich

In der Salzburger Offensive rackerte Hannes Wolf nach Kräften, doch die Lissabonner Defensive wackelte nicht. In der Pause wurde vorerst nicht umgestellt, und es war Wolf, der in der 49. Minute nach einem schönen Querpass von Philipp Sturm den Ball aus rund drei Metern nicht im Tor unterbrachte. Benfica überließ den Österreichern noch mehr das Spiel als in der ersten Hälfte.

Daka ist wieder zur Stelle

Vor allem Ingolitsch agierte noch offensiver, über die Flügel kamen die Salzburger im Sekundentakt. In der 55. Minute kam Daka für Nicolas Meister. Der 18-Jährige aus Sambia hatte Salzburg mit seinem Tor zum 2:1 gegen Barcelona ins Finale geschossen und dann mit einem Flickflack für Aufsehen gesorgt.

Salzburg - Benfica: 1:1 (70.)

Daka gelingt per Kopf der verdiente und umjubelte Ausgleich (70.)

Genau dieses Kunststück wollten die heimischen Fans auch im Endspiel wieder sehen. Aber die abgebrühten Benfica-Kicker hinterließen nicht den Eindruck, als würden sie dem Gegner diesen Gefallen machen. Doch in der 70. Minuten zeigte die Lissabonner-Abwehr eine kleine Lücke, und Daka setzte einen Corner von Wolf gefühlvoll zum 1:1-Ausgleich in die Maschen.

Salzburgs „Joker“ stechen

Der erwartete Überschlag von Daka blieb aber, begraben unter einer Jubeltraube, aus. Nur fünf Minuten später überschlugen sich jedoch die Ereignisse und der zweite Salzburger-„Joker“ wurde zum umjubelten Helden. Der erst in der 68. Minute eingewechselte Schmidt verwertete einen Stanglpass von Wolf trocken zur verdienten 2:1-Führung (75.).

Salzburg Spieler jubeln mit Pokal

GEPA/Felix Roittner

Salzburgs Nachwuchsspieler durften die Lennart-Johansson-Trophäe stemmen

Die Lennart-Johansson-Trophäe stand in dem beschaulichen Stadion am Genfer See schon parat. In den letzten Minuten war die Anspannung bei beiden Teams deutlich zu spüren. Salzburg ließ sich aber nicht von irgendeiner Nervosität erfassen, spielte auch nach einer Gelb-Roten für Ingolitsch in den Schlussminuten trocken weiter und brachte den sensationellen Erfolg über die Zeit. Damit gewann erstmals eine österreichische Mannschaft überhaupt einen Wettbewerb der UEFA.

UEFA Youth League, Finale

Montag:

Salzburg - Benfica Lissabon 2:1 (0:1)

Nyon, Colovray Sports Centre, SR Palabıyık (TUR)

Torfolge:
0:1 Gomes (29.)
1:1 Daka (70.)
2:1 Schmidt (75.)

Salzburg: Zynel - Ingolitsch, Meisl, Igor, Mensah - Sturm (68./Schmidt), Gorzel, Haidara - M. Berisha, Wolf (95./Lugonja), Meister (55./Daka)

Benfica: Duarte - Buta, Dias, Kalaica, Araujo (87./Mesaque Dju) - Goncalves, Florentino, Fernandes - Joao Filipe (82./Vinicius Jau), Gomes, Joao Felix (73./Tavares)

Gelbe Karten: Haidara bzw. Buta, Florentino, Gomes

Gelb-rote Karte: Ingolitsch (94./Salzburg)

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