Sofortiger Wiederaufstieg als Ziel
Die Fußballfans in Oberösterreich müssen auch nächste Saison ohne Derby auskommen. Während der LASK den Aufstieg schaffte, verabschiedete sich die SV Ried nach zwölf Jahren wieder aus der tipico-Bundesliga. Die 2:3-Heimniederlage am Sonntag gegen Mattersburg versetzte den Innviertlern den K.-o.-Schlag. Das Gastspiel in der Zweitklassigkeit soll aber nur ein kurzes sein.
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Wie alle Absteiger der jüngeren Vergangenheit gab man in Ried nur kurz nach der bitteren Pleite gegen die Mattersburger das Motto sofortige Rückkehr ins Oberhaus aus. „Wir wollen sofort wieder aufsteigen, das ist ganz klar“, betonte Manager Franz „Franky“ Schiemer nach dem enttäuschenden Sonntagabend. Dabei wäre im Unterschied zum Jahr 2003 beim davor einzigen Bundesliga-Abstieg diesmal die Schützenhilfe da gewesen.
Umbruch bei der SV Ried
Trotz 30 Prozent weniger Budget heißt es nach dem Abstieg der SV Ried in die zweithöchste Spielklasse jetzt eine schlagkräftige neue Mannschaft zu formen - für den angepeilten Wiederaufstieg in die Bundesliga.
Schützenhilfe war da
Vor 14 Jahren hatten die Innviertler nach einem katastrophalen Finish mit nur einem Punkt in den letzten neun Spielen vergeblich auf Hilfe der Austria gewartet, die als feststehender Meister zu Hause gegen Schlusslicht Bregenz verloren hatte. Diesmal erfüllte Rapid mit einem 2:1 gegen St. Pölten zwar seinen Teil in der Rieder Rechnung zum Klassenerhalt, dafür ließen die Innviertler selbst im entscheidenden Moment aus. Nach 20 Minuten lag Ried in der Keine-Sorgen-Arena 0:2 zurück und erholte sich davon nicht mehr.

APA/EXPA/Roland Hackl
Die Enttäuschung über den Abstieg war nicht nur bei den Spielern groß
„Ich kann meine Gefühle nicht wirklich beschreiben. Wir haben uns ein Endspiel erkämpft und haben uns für heute sehr viel vorgenommen. Wir sind selber schuld, wenn wir zu Hause 2:3 verlieren“, sagte Patrick Möschl. „Wir hatten die Möglichkeit, den Abstieg zu verhindern. Wir waren nervös, und wenn man nach 20 Minuten 0:2 hinten liegt, fällt es noch schwerer“, meinte Thomas Reifeltshammer, der den Abstieg aber nicht nur an dieser Partie festmachen wollte. „Wir haben die Meisterschaft nicht heute vergeigt, sondern im gesamten Frühjahr, weil wir zu viele Gegentore bekommen haben.“
Körperlich nicht auf der Höhe
Manager Schiemer sah es ähnlich. „Der Abstieg ist extrem bitter, wir hätten es noch schaffen können. Wir haben schon am Anfang katastrophale Fehler gemacht und sind nicht ins Spiel gekommen wie erhofft“, sagte der ehemalige Ried-Spieler, der vor allem den Fitnesszustand seiner Mannschaft kritisierte. „Von der körperlichen Verfassung waren wir die schlechteste Mannschaft der Saison. Wir konnten das leider nicht während der Saison korrigieren. Aber das ist nicht der einzige Grund“, sagte Schiemer.

GEPA/Florian Ertl
Trainer Chabbi konnte die physischen Defizite taktisch nicht ausbügeln
Bereits in der kommenden Woche sollen gemeinsam mit Trainer Lassaad Chabbi die Planungen für die Erste Liga besprochen werden. Dass Chabbi, der Anfang März Christian Benbennek als Trainer abgelöst hat, den sofortigen Wiederaufstieg in Angriff nehmen soll, steht außer Frage. Der gebürtige Tunesier ist überzeugt, dass das Potenzial dafür da ist, unabhängig davon, dass es in der kommenden Saison wegen der Ligenreform zwei Fixaufsteiger geben wird.
„Ried ist nicht der erste Verein, der abgestiegen ist. Wir werden zurückkommen. Es ist keine Qualitätsfrage, wir haben gute Fußballer“, sagte Chabbi. Fest steht bisher, dass Stefan Nutz die Rieder Richtung Altach verlässt und vom nunmehrigen Ligakonkurrenten Austria Lustenau aus Vorarlberg Julian Wießmeier ins Innviertel wechselt.
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