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„Nacht des Chaos und der Verletzten“

In Turin ist beim Public Viewing während des Champions-League-Finales zwischen Juventus Turin und Real Madrid eine Panik ausgebrochen. Mehr als 1.400 Menschen seien verletzt worden, als Fans des italienischen Clubs am Samstagabend von dem zentralen Platz San Carlo weggerannt seien, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA Sonntagfrüh unter Berufung auf die Einsatzkräfte.

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Zunächst hatten die Behörden von 200 Verletzten gesprochen. „Es war eine Nacht des Chaos und der Verletzten“, hieß es bei ANSA. Viele seien im Gedränge gestürzt oder umgerissen worden. Die meisten seien leicht verletzt worden und hätten die Krankenhäuser mittlerweile auch bereits wieder verlassen. Ein Siebenjähriger und eine Frau seien aber lebensgefährlich verletzt worden, berichteten mehrere italienische Nachrichtenagenturen und der TV-Sender Rai am Sonntag.

Massenpanik bei Public Viewing in Turin

Während des Champions-League-Finalspiels hat es beim Public Viewing in Turin eine Massenpanik gegeben, rund 1.000 Menschen sind verletzt worden.

Planlosigkeit und versperrte Fluchtwege

„Sie schrien und drängelten, es begann eine allgemeine wilde Flucht“, beschrieben Augenzeugen die Szenen auf der Piazza. Bürgermeister Renato Saccone sagte Sonntagfrüh, dass Menschen immer noch nach Verwandten oder Bekannten suchten. Fans berichteten von vollkommener Planlosigkeit und versperrten Fluchtwegen. Die meisten Menschen hätten Schnittwunden erlitten, erklärte ein Arzt am Ort des Geschehens der Turiner Zeitung „La Stampa“.

Menschen am San Carlo Platz

APA/AP/ANSA/Alessandro Di Marco

Das Public Viewing in Turin mit rund 30.000 Zuschauern endete nach einem lauten Knall im Chaos

Der gesamte Platz war mit Glasscherben und Schuhen übersäht. Auf Fotos sah man Menschen, die sich auf ein Kioskdach geflüchtet hatten. „Ich bin erschüttert von dem, was gestern auf dem Platz San Carlo passiert ist, und stehe den betroffenen Menschen nahe“, schrieb Turins Bürgermeisterin Chiara Appendino auf Twitter. Es wurden Vorwürfe an die Organisatoren des Massenevents laut - zum Beispiel, wie es sein konnte, dass Knallkörper und Glasflaschen auf dem Platz zugelassen waren oder warum es keine besseren Kontrollen gab.

Lauter Knall oder Feuerwerkskörper als Auslöser

Der Polizeipräsident von Turin erklärte, möglicherweise habe ein Knaller die Panik ausgelöst. Die Turiner Zeitung „La Stampa“ berichtete von umgefallenen Absperrungen, Reporter der Nachrichtenagentur AFP von mehreren gezündeten Feuerwerkskörpern. Zeugen hätten auch einen Knall gehört. In anderen Berichten hieß es, jemand habe einen schlechten Scherz gemacht und „Bombe“ gerufen. Die Panik sei nach dem dritten Tor für Real Madrid ausgebrochen.

Rettungsauto

APA/AP/ANSA/Alessandro Di Marco

Laut Medienberichten sind bei der Massenpanik mehr als 600 Menschen verletzt worden

Auf dem Platz waren rund 30.000 Menschen, um das Spiel ihres Heimatclubs zu verfolgen. Juventus verlor gegen Madrid mit 1:4. Die Polizei war am Ort des Geschehens, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. „Ich bin erschüttert, es erinnerte an die Katastrophe von Heysel“, sagte ein Fan der ANSA. Beim Finalspiel des Europapokals der Landesmeister am 29. Mai 1985 zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin im Heysel-Stadion waren in Brüssel 39 Menschen gestorben.

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