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Noch keine 20, aber schon etabliert

Salzburgs U19-Team hat in dieser Saison mit dem Gewinn der UEFA Youth League österreichische Sportgeschichte geschrieben. Auf Xaver Schlager und Co. wartet nun aber der nächste Schritt, jener in den Erwachsenenfußball. Nicht für alle wird sich der Traum einer Profikarriere erfüllen. Manche Alterskollegen haben diese hohe Hürde nicht nur bereits genommen, sondern sich bei namhaften Clubs in Europa mit ihren Leistungen etabliert.

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Ständig drängen hochbegabte Kicker auf den Fußballmarkt nach. Die Nachfrage nach frischen und hungrigen Kräften ist ungebrochen. Die Trainer sind stets auf der Suche, um auf Schlüsselpositionen für die Zukunft gerüstet zu sein. ORF.at stellt ein Team aus elf unter 20-jährigen Jungstars zusammen, denen zuzutrauen ist, dass sie in den nächsten Jahren eine tragende Rolle auf der Fußballbühne spielen.

Gianluigi Donnarumma, AC Milan

Im Oktober 2015 gab der Goalie mit 16 Jahren und acht Monaten sein Ligadebüt beim AC Milan. Seit damals hat der 18-Jährige den Status als Nummer eins der „Rossoneri“ behalten. Gianluigi Donnarumma, der ein Prototyp der neuen Tormanngeneration ist, gilt als Nachfolger von Ikone Gianluigi Buffon im Nationalteam. Aktuell pokert er mit Milan um eine Vertragsverlängerung. Eine Einigung soll bevorstehen. Sein Marktwert wird mit 25 Mio. Euro beziffert.

AC-Milan-Goalie Gianluigi Donnarumma

Reuters/Stefano Rellandini

Donnarumma ist stark auf der Linie und kann mit dem Ball umgehen

Dayot Upamecano, RB Leipzig

Juventus Turin und der FC Barcelona hatten Interesse, entschieden hat sich Upamecano im Sommer 2015 allerdings für Salzburg. Die Verweildauer bei Österreichs Serienmeister war jedoch kurz, im Jänner wechselte der 18-jährige Innenverteidiger für zehn Mio. Euro zu Leipzig. Anpassungsschwierigkeiten hatte der 1,85 Meter große und technisch versierte Franzose keine. Zum Saisonende zählte Upamecano beim CL-Teilnehmer schon zum Stammpersonal.

Malang Sarr, OGC Nizza

Noch drei Monate jünger als Upamecano, aber ebenfalls schon eine fixe Größe ist Sarr. Der 18-Jährige ist bei Nizza als Innenverteidiger gesetzt. Bei seinem Ligadebüt erzielte der Franzose gleich den Siegestreffer. Kopfballstark, robust und eine vielfältige Einsatzbarkeit in der Defensive zeichnen Sarr aus. Womit der Eigenbauspieler aber wirklich überzeugt, ist seine für dieses Alter ungemeine Reife. Selbstredend, dass Sarr bei einigen Topclubs hoch im Kurs steht.

Ryan Sessegnon, FC Fulham

Für einen Topclub ist Sessegnon noch nicht im Einsatz. Wer aber im zarten Alter von 17 Jahren bei Fulham in Englands Championship für Furore sorgt, kann ungeschaut als Toptalent bezeichnet werden. Der pfeilschnelle Linksverteidiger erinnert in seiner Dynamik an Gareth Bale. In 30 Pflichtspielen traf er siebenmal und lieferte vier Assists. Sein Rüstzeug für die Premier League ist unbestritten. Interessenten gibt es zur Genüge, Tottenham und Liverpool zählen dazu.

Ryan Sessegnon (FC Fulham)

Reuters/Action Images/John Clifton

Mit 16 Jahren und 81 Tagen gab Eigenbauspieler Sessegnon sein Ligadebüt

Kai Havertz, Bayer Leverkusen

Mitte Juni wurde der Mittelfeldspieler erst 18 Jahre alt. Bereits davor war Havertz bei Leverkusen der große Gewinner in einer miserablen Saison der Werkself. Aufgrund seiner Fähigkeiten werden Vergleiche mit Mesut Özil gezogen. Internationale Clubs sind bereits alarmiert. Aus der Bundesliga soll vor allem Bayern München Interesse haben. Leverkusen ist gewarnt und will Havertz langfristig binden. Billig ist der Jungstar schon jetzt nicht. Die Ablöse liegt bei acht Mio. Euro.

Manuel Locatelli, AC Milan

Der 19-Jährige ist einer der Hoffnungsträger im italienischen Fußball, der auf der Suche nach der nächsten Generation ist. In dieser Saison etablierte sich Locatelli im Mittelfeld des AC Milan. Aufgrund seiner Position und seiner Spielweise wird gehofft, dass sich Locatelli zum neuen Andrea Pirlo mausern könnte. Neben seiner hervorragenden Technik versteht das Milan-Juwel aber auch seine Größe von 1,86 Metern kraft- und wirkungsvoll in Zweikämpfen einzusetzen.

Manuel Locatelli (AC Milan)

Reuters/Alessandro Garofalo

Den Torjubel beherrscht Locatelli bereits wie die arrivierten Stars

Tom Davies, FC Everton

Mit zehn Jahren kam Davies zu den „Toffess“, acht Jahre später ist der erst 18-Jährige schon Stammspieler. Im Herbst musste der zentrale Mittelfeldspieler noch öfters mit der Bank vorliebnehmen. Mit dem ersten Spiel im neuen Jahr startete Davies aber voll durch. Mit seiner Einstellung, Kampfkraft und Laufbereitschaft avancierte er zum „Darling“ der Fans. Dass der Mittelfeldstratege zusätzlich über ein gepflegtes Passspiel verfügt, macht ihn umso wertvoller.

Renato Sanches, Bayern München

35 Mio. Euro gaben die Bayern für Sanches aus. Dass er sein Geld wert ist, konnte der 19-Jährige noch nicht unter Beweis stellen. Die starke Konkurrenz im Mittelfeld machte Sanches das Leben schwer. Xabi Alonso beendete zwar die Karriere, mit der Rekordverpflichtung des Franzosen Corentin Tolisso sind Sanches’ Chancen nicht gerade gestiegen. In Portugals Auftaktspiel bei der U21-EM in Polen zeigte er aber mit einem tollen Assist, warum ihn die Bayern geholt haben.

Christian Pulisic, Borussia Dortmund

18 Jahre alt und schon 18 Mio. Euro wert: Seit Christian Pulisic 2014 von den Pennsylvania Classics zu Borussia Dortmund wechselte, ging es für den Jungstar hoch hinaus. Mit 17 avancierte der amerikanisch-kroatische Doppelstaatsbürger zum jüngsten Torschützen des US-Nationalteams. Beim BVB überzeugte er mit 13 Assists und fünf Toren. Vorerst kann sich Dortmund auch seiner Treue sicher sein. Einen Wechsel zu den Bayern oder ins Ausland schließt Pulisic aus.

Christian Pulisic (Borussia Dortmund)

APA/AFP/Patrik Stollarz

Mit 15 Jahren wechselte Pulisic in Dortmunds Nachwuchsakademie

Kasper Dolberg, Ajax Amsterdam

16 Tore in der Ehrendivision, sechs in der Europa League und einen in der CL-Qualifikation: Spätestens seit dieser Saison ist Kasper Dolberg im internationalen Fußball ein bekannter Name. Der Marktwert des Mittelstürmers steigert sich von acht auf 14 Mio. Euro. Dass der Däne, der bei Ajax noch einen Vertrag bis 2021 hat, seinem Ex-Coach Peter Bosz zu Dortmund folgt, ist unwahrscheinlich. Bleibt seine Torquote hoch, ist der Transfer zu einem Topclub nur eine Frage der Zeit.

Kylian Mbappe, AS Monaco

Der 18-Jährige ist ohne Zweifel der Shootingstar der abgelaufenen Saison. Mit seinen größtenteils im Frühjahr erzielten 26 Saisontoren - sechs davon in der Champions League - avancierte der Stürmer zur heißesten Transferaktie in diesem Sommer. Topclubs aus England, Spanien und Deutschland geben sich bei der Abgabe der Angebote die Klinke in die Hand. Laut Medien möchte Mbappe aber nur zu Real wechseln. Als Ablösesumme werden 135 Mio. Euro kolportiert.

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