Eine WM garantiert keine große Karriere
Die U20-WM 2007 hat für einige ÖFB-Teamspieler als Sprungbrett auf die großen Bühnen des internationalen Fußballs gedient. Doch nicht für alle österreichischen WM-Teilnehmer war das Turnier in Kanada der Startschuss zu einer großen Karriere. Über die Hälfte des 21-köpfigen ÖFB-Aufgebots hat nicht alles aus ihrem hohen fußballerischen Potenzial herausgeholt und ist teilweise nur noch im Unterhaus aktiv. ORF.at gibt einen Überblick.
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Michael Zaglmair: Die Karriere des talentierten LASK-Goalies nahm trotz fünf Einsätzen bei der U20-WM nicht den gewünschten Verlauf. Nach einem Intermezzo bei Horn beendete Zaglmair 2012 mit lediglich 24 Jahren aufgrund einer Knieverletzung seine Laufbahn. Derzeit ist der Rohrbacher Tormanntrainer beim TV Geiselhöring in Bezirksliga West in Niederbayern. Bis 2015 war der 29-Jährige bei Jahn Regensburg im Trainerteam der zweiten Mannschaft engagiert.
Thomas Panny: Der Rechtsverteidiger war der Pechvogel bei der Endrunde in Kanada. Panny zog sich im Abschlusstraining für das Halbfinale gegen Tschechien (0:2) bei einem unglücklichen Zusammenstoß mit Erwin Hoffer einen Wadenbeinbruch und mehrere Bänderrisse zu. Der Niederösterreicher musste lange pausieren und konnte sich bei der Admira nicht durchsetzen. Der 30-jährige Feuerwehrmann spielt nun nach einigen Stationen im Unterhaus in der Niederösterreichischen Landesliga bei Kottingbrunn.
Thomas Hinum: Der Defensivmann war nach der WM ein fixer Bestandteil der Paschinger Bundesliga-Mannschaft. Nach einem einjährigen Zwischenstopp bei Austria Kärnten konnte sich der Oberösterreicher bei Rapid in drei Saisonen nie wirklich als Leistungsträger etablieren. Anschließend war Hinum noch bei Ried und dem LASK unter Vertrag. Seit der vergangenen Saison spielt der 29-Jährige für den Linzer Stadtrivalen Blau Weiß in der Ersten Liga.

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Hinum ist zehn Jahre nach der U20-WM ein verlässlicher Zweitligakicker
Daniel Gramann: Der Sohn des ehemaligen ÖFB-Mediendirektors Wolfgang Gramann und Neffe von Rekordteamspieler Andreas Herzog wurde nach der U20-WM von Altach verpflichtet. Bis 2011 war der 41-fache Nachwuchsteamspieler noch bei Austria Kärnten und Grödig engagiert, anschließend nur noch in der dritten bzw. vierten Liga bei Sollenau und Ostbahn XI. In der abgelaufenen Saison stand der 30-jährige Abwehrspieler beim Wiener-Liga-Vizemeister Elektra unter Vertrag.
Siegfried Rasswalder: Der Linksverteidiger lernte das Fußballspielen beim Traditionsclub DSV Leoben und schaffte von Donawitz aus den Sprung ins U20-Nationalteam. Zehn Jahre später kickt Rasswalder noch immer in der Steiermark. Als Kapitän führte der 30-Jährige den Regionalliga-Mitte-Meister TSV Hartberg in die Erste Liga. In der obersten Liga spielte Rasswalder nur für den LASK.
Bernhard Morgenthaler: Dem Niederösterreicher blieb trotz Gastspielen bei der Admira und Pasching die große Bundesliga-Laufbahn verwehrt. Der 30-jährige Linksfuß spielt mittlerweile im Amateurbereich in der zweiten Landesliga bei Brunn am Gebirge und arbeitet wie Abwehrspieler Panny bei der Berufsfeuerwehr.
Tomas Simkovic: Der Austria-Nachwuchsspieler sammelte nach der Endrunde in Kanada bei Schwanenstadt und Wiener Neustadt Erfahrung, ehe er 2012 zu seinem Stammverein nach Wien-Favoriten zurückkehrte und sich zum Leistungsträger entwickelte. Vor drei Jahren zog es den gebürtigen Slowaken überraschend in die kasachische Liga zu Tobol Kostanay. Seit Kurzem hat der 30-jährige Mittelfeldmann dort mit dem FK Aktobe einen neuen Arbeitgeber.

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Der Ex-Austrianer Simkovic hat sein Glück in Kasachstan gefunden
Ingo Enzenberger: Der Offensivspieler kam in Kanada nur zu einem Kurzeinsatz in der Gruppenphase. Auch auf Clubebene fiel seine Karriere überschaubar aus. Der Oberösterreicher, der bei den Red Bull Juniors die Ausbildung genoss, stand ab 2012 beim Salzburger Landesligisten Neumarkt unter Vertrag. Nun sucht der 29-Jährige eine neue Herausforderung.
Bartolomej Kuru: Der 30-jährige Torhüter wurde bei der Wiener Austria groß, schaffte aber wie Andreas Lukse beim Erzrivalen Rapid nicht den Durchbruch in der ersten Mannschaft. Nach dem Abgang von seinem Stammverein vor neun Jahren stand Kuru bei nicht weniger als acht Vereinen unter Vertrag. Aktuell spielt der Sohn eines Tschechen und einer Polin bei Bruck an der Leitha. Mit den Niederösterreichern feierte er den Meistertitel in der Landesliga und stieg in die Regionalliga Ost auf.
Thomas Pirker: Der Kärntner wechselte nach der U20-WM in die Bundesliga zu Austria Kärnten. Weitere Stationen des Verteidigers waren bis 2013 Vöcklabruck, WAC, Austria Klagenfurt und Villach. Danach spielte der 30-Jährige noch bei unterklassigeren Kärntner Vereinen wie Steinfeld, Sachsenburg und Dellach/Drau.
Michael Stanislaw: Der Steirer war nach der U20-WM einige Saisonen für Wiener Neustadt in der Bundesliga im Einsatz. Nach 2012 folgten kurze Engagements beim ungarischen Club Egri, in Horn und bei Ritzing. In der abgelaufenen Saison bejubelte der 30-jährige Mittelfeldspieler mit Bad Sauerbrunn den Aufstieg in die burgenländische Landesliga.
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