Goalie bringt Gastgeber zum Verzweifeln
Die Hoffnungen des Cashpoint SCR Altach auf einen Heimsieg im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League haben sich am Donnerstag nicht erfüllt. Die Altacher mussten sich gegen den weißrussischen Vertreter Dinamo Brest mit einem 1:1 (1:0) begnügen und verpassten damit eine gute Ausgangslage für das Hinspiel in einer Woche.
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Stefan Nutz hatte die Altacher vor 2.811 Zuschauern in der Cashpoint Arena kurz nach der Pause in Führung gebracht (49.). Die Abwehr der Gäste half dabei kräftig mit. Die Vorarlberger hatten in der Folge die Chance, den Sack endgültig zuzumachen, scheiterten aber immer wieder am glänzend aufgelegten französischen Brest-Goalie Jeremy Malherbe. Die Strafe für die vergebenen Chancen folgte in der 74. Minute: Dem 19-jährigen Pawel Sedko gelang aus einem Konter der Ausgleich.
Sedko entwischt zum Ausgleich
Mit der ersten gefährlichen Aktion gelingt Brest der Ausgleich: Sedko entwischt nach einem Konter der Altacher Abwehr und trifft zum 1:1 (74.).
Die Altacher konnten nach dem Ausgleich den Abwehrriegel der Gäste aber nicht mehr knacken. Daran konnten auch eine gelb-rote Karte für Dmitri Aliseyko wegen wiederholten Foulspiels (88.) und insgesamt sechs Minuten Nachspielzeit nichts mehr ändern. "Wir sind selber schuld, dass wir nicht nachgelegt haben. „Wir hatten klare Torchancen, da muss das zweite Tor fallen“, sagte Stürmer Hannes Aigner im ORF-Interview, „wir waren die deutlich bessere Mannschaft und werden uns in Brest auch nicht verstecken.“
Schmidt setzt auf Kontinuität
Altach-Trainer Klaus Schmidt vertraute auf dieselbe Start-Elf, die in der Vorwoche die Hürde Tschichura Satschchere aus Georgien mit Zittern genommen hatte. Weiter vermisst wurde der erst aus dem Urlaub zurückgekehrte Angreifer Nicolas Ngamaleu. Altach zeigte sich im Vergleich zur Vorwoche jedenfalls verbessert, tat sich aber zunächst schwer, für Gefahr zu sorgen.
Brest wurde vom ehemaligen Rapid- und FC-Lustenau-Profi Andrej Lebedew aufs Spielfeld geführt. Die Weißrussen agierten körperbetont, für die spielerische Linie war vor allem der Argentinier Leandro Torres zuständig. Altach erarbeitete sich langsam ein Chancenplus, in der ersten Spielhälfte fielen die Hausherren einzig durch Distanzschüsse auf. Schon dabei zeigte sich Nutz am auffälligsten.
Schnitzer bringt Altach Führung
Der Spielgestalter profitierte kurz nach dem Seitenwechsel von einem völlig misslungenen Rückpass der Gäste, elegant lupfte der bereits im Heimspiel gegen Satschchere als Torschütze erfolgreiche Nutz den Ball über den Brest-Schlussmann Malherbe. Der Franzose offenbarte danach Klasse und verhinderte einen deutlicheren Rückstand seines Teams.
1:0 für Altach (49.)
Nach einem missglückten Rückpass packt Nutz die Chance beim Schopf und lupft den Ball über den Torhüter von Brest zum verdienten 1:0 in die Maschen.
Praktisch im Minutentakt tauchte Altach gefährlich im gegnerischen Strafraum auf. Simon Piesinger traf volley aus wenigen Metern nicht ins Tor (53.), dann rettete Malherbe mit Glanzparaden bei einem Schuss von Galvao (54.) und einem Fallrückzieher von Louis Ngwat-Mahop (60.). Brest hing zu diesem Zeitpunkt in den Seilen, rettete sich aber über diese Phase hinweg.
Brest nutzt Konter
Aus einem der wenigen Konter gelang den von rund 100 Anhängern angefeuerten Gästen sogar das 1:1. Der eingewechselte Sedko verwertete, Piesinger wurde unmittelbar davor von Torres zu Fall gebracht und reklamierte vergebens ein Foulspiel. Der von Schmidt ersehnte Heimsieg ohne Gegentor war somit Geschichte. Eine ruppiger werdende Partie musste Brest nach Gelb-Rot für Aliseyko im Finish zu zehnt beenden. Eine zwingende Torchance konnte sich Altach jedoch nicht mehr erarbeiten.
Stimmen zum Spiel:
Klaus Schmidt (Trainer Altach): „Die Situation ist jetzt eine schwierige, aber die doch sichtbar klare Leistungssteigerung stimmt uns zuversichtlich. Das Ergebnis ist für Brest schmeichelhaft, weil wir es verabsäumt haben, das zweite Tor zu machen. Aber wir wissen, dass wir mit Brest auf Augenhöhe sind.“
Wladimir Schurawel (Trainer Brest): „Altach hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, wie man Fußball spielt. Da hatten wir sehr viel Glück. Mit dem 1:1 bin ich zufrieden, weil uns das Auswärtstor gelungen ist.“
Europa-League-Qualifikation, zweite Runde, Hinspiel
Donnerstag:
Altach - Dinamo Brest 1:1 (0:0)
Altach, Cashpoint-Arena, 2.811 Zuschauer, SR Barbeno Luca (SMR)
Tore:
1:0 (49.) Nutz
1:1 (74.) Sedko
Altach: Kobras - Sakic, Zech, Netzer, Galvao - Gebauer, Salomon, Piesinger, Ngwat-Mahop (76. Dobras) - Nutz - Aigner (70. Grbic)
Brest: Malherbe - Aliseyko, Lebedew, Avramia, Witus - Werelito, Premudrow (62. Sedko), Legtschilin, Ferreira (85. Fameyeh) - Torres - Vujacic (86. Milewskij)
Gelb-Rote Karte: Aliseyko (88./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Galvao, Piesinger, Salomon bzw. Weretilo, Sedko
Die Besten: Nutz, Salomon, Netzer bzw. Malherbe
Rückspiel am 20. Juli
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