Themenüberblick

Ein Sieg fehlt noch zu Edelmetall

Clemens Doppler und Alexander Horst sind bei der Beachvolleyball-WM in Wien nur noch einen Sieg von einer Medaille entfernt. Die Österreicher setzten sich am Samstag im Viertelfinale gegen die Polen Bartosz Losiak/Piotr Kantor mit 2:1 (31:33, 21:18, 15:11) durch und kämpfen damit am Sonntag (11.00 Uhr, live in ORF Sport +) bei ihrem Heimturnier um den Einzug ins Endspiel.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Mit dem Einzug ins Semifinale fixierten die EM-Dritten von 2014 den bisher größten rot-weiß-roten Erfolg bei Weltmeisterschaften. Bisher waren ihre und zwei weitere Viertelfinal-Teilnahmen von Doris und Stefanie Schwaiger 2009 und 2013 die Topresultate gewesen.

Clemens Doppler und Alexander Horst

APA/Herbert Neubauer

Doppler/Horst schrieben österreichische Beachvolleyball-Geschichte

Im Halbfinale treffen die EM-Dritten von 2014 auf Wjatscheslaw Krasilnikow und Nikita Ljamin aus Russland, die die US-Amerikaner Phil Dalhausser/Nick Lucena glatt mit 2:0 besiegten. Das zweite Semifinale bestreiten die Brasilianer Evandro/Andre Loyola und das niederländische Wildcard-Überraschungsteam Christiaan Varenhorst/Maarten van Garderen.

„Gibt nichts Schöneres auf der Welt“

„Es ist ganz schwer, das in Worte zu fassen. Es ist das Sommermärchen für uns. Wir wollten nur aus der Gruppe kommen und dann schauen, was passiert. Jetzt spielen wir tatsächlich in der Stadt, in der wir leben, um eine Medaille. Es gibt nichts Schöneres auf der Welt“, sagte Doppler nach dem Sensationscoup, „alles, was jetzt passiert, ist eine Draufgabe.“ Auch Horst stieß ins gleiche Horn: „Wenn schon die letzten beiden Spiele emotional waren, weiß ich nicht, was ich jetzt sagen soll.“

Doppler/Horst stehen im Semifinale

Zum ersten Mal in der Geschichte ist ein österreichisches Team am Finaltag einer Beachvolleyball-WM dabei. Clemens Doppler und Alexander Horst gewannen gegen die Polen Losiak/Kantor und stehen im Halbfinale.

Der Aufstieg ins Semifinale soll aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, wenn es nach den beiden Österreichern geht. „Aber wir sind hungrig auf mehr, jetzt geht es um Medaillen. Wir können das Sommermärchen weiterschreiben, und das haben wir auch vor“, so Doppler, der mit seinem Partner beim Duell gegen die Russen wieder auf die lautstarke Unterstützung des heimischen Publikums auf dem Centre-Court zählen darf: „Mit dem dritten Mann im Rücken geht alles besser.“

Marathon im ersten Satz

Im Viertelfinale erlebten die 10.000 Zuschauer vor allem im ersten Satz eine packende Show. Das Spielglück wogte im Duell der Trainingspartner hin und her. Besonders das Finish war nichts für schwache Nerven. Gleich achtmal hatten die Österreicher die Chance, den Satz zu entscheiden, ebenso oft ließen sie diese aber aus. Gleich dreimal vergaben Doppler/Horst den Satzgewinn mit einem Servicefehler. Auch die Polen konnten vier Satzbälle nicht nutzen. Der fünfte saß - mit viel Glück: Der Ball wurde beim Service von der Netzkante unhaltbar für Doppler/Horst zum 31:33 aus ihrer Sicht abgefälscht.

Clemens Doppler mit Alexander Horst und Piotr Kantor mit Bartosz  Losiak

APA/Herbert Neubauer

Alle drei Sätze im Viertelfinale waren hart umkämpft

Im zweiten Satz zogen Doppler/Horst zwar zu Beginn bis auf drei Punkte Vorsprung davon, Losian/Kantor ließen sich aber wieder nicht abschütteln. Zur Mitte des Satzes bekamen die Österreicher aber erneut Oberwasser, und diesmal ließen sich Doppler/Horst angefeuert vom frenetischen Publikum die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Zwar vergaben die Österreicher erneut zwei Satzbälle, doch beim dritten Versuch klappte es endlich zum 21:18.

Zweiter Matchball sitzt

Die Entscheidung musste daher in einem dritten Satz fallen. Mit dem Schwung des zweiten Satzes zogen Doppler/Horst erneut bis auf fünf Punkte davon. Wieder ließen sich die Polen nicht abschütteln, erst nachdem Losiak/Kantor auf 7:8 verkürzt hatten, fanden die Österreicher ihren Faden wieder und erkämpften sich letztendlich vier Matchbälle. Beim zweiten lösten die Zuschauer wieder ein leichtes Erdbeben auf der Donauinsel aus. Denn der landete zur 15:11-Entscheidung zugunsten der Lokalmatadore im Feld.

Links: