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Ehrlich, offensiv und hart arbeitend

Am Freitag beginnt nicht nur die neue Saison der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), sondern auch eine neue sportliche Zeitrechnung bei den Black Wings Linz. Nach sechs Jahren unter Trainer Rob Daum bricht mit dem ersten Bully die Ära von Troy Ward an. Der 55-jährige US-Amerikaner soll an der Donaulände eine neue erfolgreiche Zeit einläuten.

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In der vergangenen Saison waren bei den Linzern unter ihrem langjährigen Erfolgscoach Daum Abnützungserscheinungen zu bemerken. Zwar gelang den Black Wings, die unter dem Kanadier 2012 den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte gefeiert hatten, der souveräne Einzug ins Viertelfinale, dort war jedoch gegen den HC Bozen vorzeitig Schluss. Die Clubführung entschied sich daher zu einem Neustart mit einem neuen Coach.

Startschuss für Eishockey-Liga

Am Freitag fällt der Startschuss für die Eishockey-Liga. Titelverteidiger Vienna Capitals sieht sich dabei starker Konkurrenz gegenüber. Nach bis zu 373 Spielen wird im April der neue Champion feststehen.

Mit harter Arbeit Träume erfüllen

Und Ward hat an der Donaulände viel vor. Denn die Ziele des neuen „Häuptlings“ bei den Linzern könnten bescheidener ausfallen: Ein Gewinnerteam aufstellen, junge Österreicher fördern - und letztendlich Träume wahr werden lassen. „Ich versuche 23 bis 25 Männer so vorzubereiten, dass sie ein einfaches Leben führen können. Damit sie gute Väter und Ehemänner sind. Das können sie nur sein, wenn ich ihre Träume auf der Eisfläche möglich machen“, sagte der 55-Jährige.

Troy Ward (Black Wings)

GEPA/Walter Luger

Gesucht und gefunden: Ward soll Linz wieder nach vorne bringen

Der Schlüssel zum Erreichen seiner Ziele ist für Ward, der von 1997 bis 2000 als Assistent Coach der Pittsburgh Penguins in der National Hockey League (NHL) arbeitete, vor allem eines: harte Arbeit. „Wir werden herausfinden, wo der Leistungsplafond der Mannschaft liegt. Und ich werde, wie immer, herausfinden, wo meine Grenzen liegen“, sagte der neue Linzer Cheftrainer.

Er will ein Vorbild in Sachen Einsatz sein. „Ich gehe in die Arbeit und bleibe dort, bis sie erledigt ist. So bin ich erzogen worden. Leute, die mit mir gearbeitet haben, sagen wohl, ich sei ein Workaholic“, erklärte Ward im APA-Gespräch. Er selbst habe seine Energiereserven voll aufgeladen: „Ich bin wie ein Bär. Ich schlafe in der Sommerpause.“

Mehr Lehrer als Trainer

Der „Bär“ sieht sich selbst aber auch mehr als Lehrer, denn als Trainer. Dieses Bild scheint auch schon in den Köpfen seiner Cracks verankert zu sein. „Jeder Tag ist wie Schule“, erzählte Torjäger Brian Lebler. Und Philipp Lukas, der die Black Wings auch heuer wieder als Kapitän auf das Eis führen wird, unterstrich: „Es gibt viele neue Informationen und man kann sehr viel dazulernen.“

Von Lukas dürfte Ward umgekehrt bereits gelernt haben, dass die Trauben in Linz grundsätzlich hoch hängen. „Die Erwartungen sind natürlich hoch“, sagte Ward. Er will das Pulver nicht zu früh verschießen: „Im Sport geht es darum, zur richtigen Zeit zu gewinnen. Du kannst in der NFL Sechster nach der Regular Season sein, das ist egal - wenn du zur richtigen Zeit gewinnst, kannst du trotzdem den Titel holen.“

„Weiß noch zu wenig über die Liga“

Auf Testspielergebnisse legt Ward laut eigener Aussage wenig Wert. Dennoch gingen die Oberösterreicher in sechs Vorbereitungspartien nur in jener gegen den schwedischen Spitzenclub Färjestads nicht als Sieger vom Eis. „Ich mag ihren Erfolgshunger. Man merkt, dass die Spieler die vergangene Saison korrigieren wollen“, sagte Ward in Anspielung an das Viertelfinal-Aus gegen HCB Südtirol.

Linz ist allerdings die erste Europastation des US-Amerikaners. „Um ehrlich zu sein: Ich weiß noch zu wenig über die Liga. Wir werden uns das ansehen, und dann vielleicht noch ein paar Änderungen vornehmen“, meinte Ward in Bezug auf den Kader. Die EBEL-Konkurrenz könne sich aber auf ein „ehrliches, offensives und hart arbeitendes“ Team einstellen: „Linz ist eine Industriestadt, hier gibt es also viele hart arbeitende Menschen, die sich um einen kümmern. Mit der gleichen Arbeitsethik wollen wir an diese Saison herangehen.“

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