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Austria gibt grünes Licht für Gespräch

In die Teamchefsuche des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) ist am Wochenende Bewegung gekommen. Die vom neuen Sportdirektor Peter Schöttel präsentierte Liste von zehn potenziellen Kandidaten für die Nachfolge von Marcel Koller soll mit Franco Foda und Thorsten Fink auch zwei prominente Bundesliga-Trainer umfassen. Zumindest bei Fink wurde eine offizielle Anfrage auch bestätigt.

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Der Austria-Coach soll so wie sein deutscher Landsmann Foda von Sturm auf der von Schöttel der mit der Teamchefsuche betrauten Taskforce des ÖFB vorgelegten Liste ganz oben stehen. Auch der mit dem 1. FC Köln in der deutschen Bundesliga in der Krise steckende Peter Stöger soll sich laut diversen Zeitungsmeldungen unter den Kandidaten befinden.

Fink „kann gerne Gespräch führen“

Bei Fink wurde vonseiten des ÖFB auch schon angefragt, wie Austria-Manager und Bundesliga-Vizepräsident Markus Kraetschmer am Sonntag im Vorfeld des Gastspiels der Wiener bei Sturm Graz im ORF-Interview bestätigte. „Es ist richtig, dass der ÖFB konkret angefragt hat, ob er mit Thorsten Fink verhandeln darf“, sagte Kraetschmer, der in seiner Funktion als Bundesliga-Vertreter auch in die Teamchefsuche involviert ist, „das spricht für seine gute Arbeit bei der Austria.“

Markus Kraetschmer und Thorsten Fink

APA/Hans Punz

Kraetschmer (l.) gab Fink grünes Licht für ein Gespräch mit dem ÖFB

Vonseiten der Austria würde man dem 49-jährigen Deutschen auch keine Steine in den Weg legen - zumindest für ein Treffen mit den ÖFB-Verantwortlichen. „Wir haben klipp und klar gesagt, wenn Thorsten Fink das möchte, es ist ja auch eine tolle Herausforderung, dann kann er gerne so ein Gespräch führen“, so Kraetschmer. Allerdings sei es dann bis zu einem Teamchef Fink noch ein weiter Weg: „Es ist dem ÖFB aber auch klar, dass er mit uns und der Austria große Ziele hat und dass es nur gegen eine hohe Ablösesumme möglich wäre.“

Fink selbst wollte zu dem Thema wenig sagen. Dem ehemaligen Bayern-Spieler lag am Sonntag die klare 0:3-Niederlage gegen Sturm Graz auf der Leber. Immerhin wollte der Deutsche das Gerücht über einen möglichen Abschied von der Austria nicht als Grund für die schwache Vorstellung seiner Mannschaft in Graz gelten lassen. „Die Mannschaft hat das schon oft mitbekommen, dass ich irgendwo im Gespräch bin oder war. Der Mannschaft macht das nichts, es dürfte nicht das Thema sein.“

Foda deutet Anfrage an

Auch Foda versuchte im Gespräch mit dem ORF das Thema Teamchef zu umschiffen. Schon 2011 war der 52-Jährige bereits als ÖFB-Trainer im Gespräch gewesen, letztendlich wurde es aber Koller. Dass es die Liste mit den zehn Namen gebe und seiner ebenfalls darauf stehen würde, habe er auch nur aus den Medien gehört, sagte Foda. Aber absichtlich oder nicht bestätigte der Deutsche dann doch, dass vonseiten des ÖFB bereits vorgefühlt wurde.

„Wie jeder weiß, bin ich scheinbar auf der Zehnerliste dabei, und wenn ich auf der Liste dabei bin, wird mich jemand kontaktiert haben“, sagte der Sturm-Trainer, der sich einem Gespräch auch nicht verschließen würde: „Ich bin jemand, der sich immer alles anhört.“ Vorerst konzentriere er sich auf die Arbeit in Graz, wo er mit Sturm aktuell einen Punkt vor Titelverteidiger Salzburg die Tabelle anführt. „Fakt ist, ich habe einen Vertrag bis 2019 bei Sturm Graz“, so Foda.

Stöger winkt ab

Der dritte prominente „geleakte“ Kandidat hat im Moment ebenfalls keinen Kopf für das Thema österreichischer Teamchef. Stöger genießt beim kriselnden 1. FC Köln zumindest vorerst noch die Rückendeckung der Clubführung. Sollte kommenden Sonntag auch das Duell mit Werder Bremen verloren gehen - es wäre die achte Niederlage im neunten Ligaspiel - könnte es für den Wiener aber eng werden.

Trainer Peter Stöger

APA/dpa/Deniz Calagan

Stöger hat derzeit andere Sorgen als den österreichischen Teamchefposten

„Es überrascht mich natürlich nicht, dass ich auf der Kandidatenliste stehe“, sagte Stöger etwa der „Krone“. Er wolle aber in Köln die Wende schaffen. „Für mich ist es leider der falsche Zeitpunkt.“ Auch Andreas Herzog soll auf der Liste stehen, die der neue ÖFB-Sportdirektor Schöttel am Freitag als eine seiner ersten Amtshandlungen der Arbeitsgruppe zur Teamchefsuche vorgelegt hat - dem Vernehmen nach aber nicht als erste Option.

30. Oktober als Deadline

Der ÖFB will den Nachfolger für den scheidenden Teamchef Koller am 30. Oktober präsentieren. „Bis dahin werden wir keine Wasserstandsmeldungen zum Fortschritt der Verhandlungen oder über mögliche Kandidaten abgeben“, hatte Präsident Leo Windtner erst am Freitag betont. Dennoch gelangten zumindest Teile der Liste an die Öffentlichkeit.

In der Arbeitsgruppe zur Teamchefsuche sitzen neben Windtner auch ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer, Bernhard Neuhold als Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH und Austria-Vorstand Kraetschmer als Vertreter der Bundesliga. Den Vorschlag der Taskforce legt Windtner dann - vermutlich am 30. Oktober - dem ÖFB-Präsidium vor, das ihn als höchstes Verbandsgremium absegnen muss.

Überstürzen will man allerdings nichts, so Kraetschmer. „Es ist natürlich eine Entscheidung, die polarisiert. Ich bin intensiv in den Gesprächen drinnen. Wir versuchen, die Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen“, sagte der Austria-Manager, „wir haben ein klares Anforderungsprofil. Der Teamchef muss der richtige Mann sein, damit wir zur Euro 2020 fahren.“

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