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„Harte Arbeitswoche“ endet erfolgreich

Marko Arnautovic hat sich Louis Schaub nach dessen Siegestor gegen Uruguay vorgeknöpft. „Schaubi, was jetzt? Flanke oder Schuss?“, fragte er den Teamkollegen augenzwinkernd. Wie schon im WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien im Oktober, als Schaub das Tor zum 3:2 erzielt hatte, traf der Rapidler auch am Dienstag zum 2:1 mit einer Hereingabe von rechts, die zum Torschuss mutierte. „Flanke“, gestand Schaub lachend und ließ sich zum vierten Tor im vierten Ländermatch in Folge gratulieren.

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Auch beim 1:1-Heimremis gegen Georgien im September hatte der Mittelfeldmann zugeschlagen. Beim letzten Spiel unter Teamchef Marcel Koller zum Abschluss der WM-Quali in Moldawien schoss Schaub das einzige Tor des Spiels. „Eine unheimliche Serie“, sagte ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger über den 22-jährigen Matchwinner. Schaub selbst konnte zur Aufklärung des Rätsels auch nichts beitragen: „Manche Dinge kann man nicht erklären. Aber ich freue mich“, sagte der Mann des Abends, der auch bei Rapid wenn, dann auf internationalem Parkett als Torjäger in Aktion trat.

Louis Schaub

ORF.at/Christian Öser

Matchwinner Louis Schaub (ganz rechts) und Teamkollegen verabschieden sich von den treuesten Fans bis 2018

Auf den Spuren von Toni Polster

Dabei war Schaub von Neo-Teamchef Franco Foda erst in der 59. Minute eingewechselt worden. „Natürlich will ich in Zukunft auch von Beginn an spielen“, meinte er zur Jokerrolle im Nationalteam, wo er auch unter Koller gegen Georgien und Serbien von der Bank gekommen war und getroffen hatte. „Aber wenn ich als Joker jedes Mal treffe, ist es mir auch recht“, fügte Schaub lachend hinzu. „Der Trainer hat mir bei der Einwechslung gesagt, dass ich Risiko nehmen und Schwung bringen soll. Ich denke, das ist mir gelungen.“

Das kann man so sagen, schließlich wandelt Schaub nun auf den Spuren von Österreichs Rekordtorschützen Toni Polster (44 Tore), der als bisher letzter Spieler in vier Ländermatches hintereinander zumindest ein Tor erzielt hat. Das ist 22 Jahre her. Polster hatte 1995 zwischen März und August gegen Lettland (5:0), Liechtenstein (7:0) und Irland (3:1) jeweils zweimal sowie gegen Lettland (2:3) einmal getroffen. Schaub ist aber nicht nur im Nationalteam, sondern generell ein Spezialist für internationale Partien. Im Europacup traf der Mittelfeldspieler für Rapid in 30 Spielen gleich 16-mal, während seine Ligabilanz bei 23 Toren in 144 Partien steht.

Wechselspieler bringen gute Impulse

Obwohl ihn Foda auf der Seite eingeplant hatte, spielte Schaub im Finish in der Mittelfeldzentrale. „Das hat sich so ergeben, aber ich fühle mich in der Offensive überall wohl - außer ganz vorne“, sagte Schaub. Wie bei Rapid, wo er im Herbst einer der Stärksten war, setzte Schaub seine Mitspieler ein, führte selbst Eins-gegen-eins-Situationen herbei und suchte Räume. „Er ist ein Spieler, der vorne auf allen Positionen spielen kann, der sich zwischen den Linien gut bewegt, eine gute Antizipation für die Räume hat. Ein Spieler, der Spaß macht“, beschrieb Foda Schaubs Qualitäten.

„Vor allem ist es gut, wenn man weiß, dass man auf der Bank einen Spieler hat, der noch etwas verändern, ein Tor erzielen kann. Jeder im Kader hat ab Jänner die Möglichkeit, sich in die Stammelf zu spielen. Am Ende zählt die Leistung - auch in der österreichischen Liga“, betonte der neue Teamchef. „Wir sind froh, dass wir Spieler haben, die von draußen kommen, Ballsicherheit bringen und noch das Niveau heben“, lobte auch Baumgartlinger den Matchwinner und den ebenfalls eingewechselten Alessandro Schöpf.

Foda-Premiere: Österreich besiegt Uruguay

Beim ersten Spiel unter Teamchef Franco Foda feierte Österreich einen 2:1-Erfolg über Uruguay, immerhin die Nummer 17 der Weltrangliste.

Der routinierte Kapitän der Österreicher blickte zufrieden auf eine „harte Arbeitswoche“ zurück. Sowohl im Trainingslager in Marbella als auch gegen Südamerikas WM-Qualizweiten habe man sich ordentlich anstrengen müssen. „Von einer laxen Einstellung, weil es nur ein Testspiel war, hat man jedenfalls nichts gesehen“, sagte Baumgartlinger mit Recht. „Auf der zweiten Hälfte können wir aufbauen, da waren wir besser im Spiel“, fügte er hinzu. „Der Trainer hat in der Pause die einfachen Fehler angesprochen. Die haben wir abgestellt“, so Baumgartlinger über den Spielverlauf.

Gut reagiert, aber noch viel Luft nach oben

Der Neustart unter Foda sei gelungen. „Mit der Energie der letzten Woche können wir ihn weitertragen. Bei den Lehrgängen im März und Juni werden noch einige dazukommen. Der Trainer will, dass wir variabel, mutig und dominant spielen. Da ist es gut, dass wir Zeit zum Einüben von taktischen Varianten haben - ohne die Drucksituation von Bewerbsspielen“, blickte der Leverkusen-Legionär auf die nächsten Zusammenkünfte 2018 voraus. „Diesen einen Vorteil, den wir im Vergleich zu den WM-Startern haben, dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Es wartet noch viel Arbeit.“

Positiv hob Baumgartlinger hervor, dass Foda nach dem durchwachsenen Auftritt in der ersten Hälfte von einem 4-4-2- auf ein 4-2-3-1-System umstellte. „Er hat gesehen, dass wir in der Mitte keinen Zugriff bekommen haben. Darauf haben wir reagiert, das hat funktioniert.“ Für Goalie Heinz Lindner war es auch das Glück des Tüchtigen. „Das kommt nicht von ungefähr, das haben wir uns auch erarbeitet und uns durch eine starke Mannschaftsleistung verdient“, sagte Lindner zur verbesserten Darbietung nach der Pause.

„Haben gewonnen, das zählt“

Kollege Arnautovic, der auf der linken Seite eine zurückhaltende Darbietung abgeliefert hatte, pflichtete bei. „Es war solide, nicht perfekt. Aber wir haben gewonnen, das zählt“, so der West-Ham-Legionär. „Ich bin zufrieden mit dem Sieg und stolz auf die Jungs.“ Die vier Topchancen der Uruguayer vor der Pause waren laut Arnautovic mangelnder Routine geschuldet. „Wir haben eine junge Mannschaft, keine erfahrene wie Uruguay. Jeder macht Fehler. Fehler waren heute okay, weil sie nicht zu Toren geführt haben.“ Neue Spieler, ein neuer Trainer und eine neue Spielphilosophie - das gelte es schnell umzusetzen. „Aber je länger wir arbeiten, umso besser werden wir“, versprach Arnautovic.

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