„Ganz schwieriger Moment für alle“
Der Internationale Skiverband (FIS) hat auf den tödlichen Trainingsunfall des französischen Abfahrers David Poisson rasch reagiert. Die aktuelle Rennwoche in Lake Louise steht ganz im Zeichen von Trauer und Anteilnahme, die Abfahrt selbst wird entschärft. „Es ist gerade ein ganz, ganz schwieriger Moment für alle“, betonte Chefrenndirektor Markus Waldner in Kanada.
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Poisson war Anfang vergangener Woche beim Abfahrtstraining des französischen Teams unweit von Lake Louise in Nakiska tödlich verunglückt. Seitdem herrscht Ausnahmezustand im Skilager. „Es ist kein leichter Moment für Frankreich und für uns alle. Und es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden“, sagte Waldner am Dienstag bei der ersten Mannschaftsführersitzung.

GEPA/Wolfgang Grebien
Die Abfahrtspiste in Lake Louise wurde etwas entschärft
Schweigeminute zu Beginn
Die Sitzung begann im Hotel Chateau Lake Louise mit einer Schweigeminute und dauerte eine Stunde. Frankreichs Fahrer waren nach dem Unfall drei Tage lang psychologisch betreut worden. Danach hatten - auch auf den Wunsch von Poissons Mutter - alle Läufer beschlossen, es in Lake Louise zumindest zu probieren. Außerdem werden die Läufer von den Medien abgeschirmt.
„Wer draufkommt, dass er es doch nicht schafft, kann es sofort wieder lassen“, versicherte Frankreichs Pressesprecher Laurent Chretien. Die FIS hat für die Abfahrt spezielle Startnummern mit Poissons Namen drucken lassen, viele Teams starten mit französischen Flaggenstickern auf dem Helm bzw. mit Trauerflor. Im Ziel werden zwei Banner an den verunglückten WM-Dritten von 2013 erinnern.
Schwierigkeitsgrad vermindert
Abseits der Ehrenbezeugungen haben die FIS-Verantwortlichen aber auch bereits konkrete mittelfristige Maßnahmen gesetzt. So wurde zumindest für Lake Louise der Schwierigkeitsgrad von Kurssetzer Hannes Trinkl etwas zurückgenommen. „Normalerweise versuchen wir, eine Abfahrt eher knackiger zu machen. Nun haben wir es aber etwas ruhiger gestaltet, um die Aufgabe nicht zu schwierig zu machen“, erklärte Waldner. „Wir wollen, dass alle gesund ins Ziel kommen.“

GEPA/Mathias Mandl
Für FIS-Renndirektor Markus Waldner steht die Sicherheit im Vordergrund
Außerdem wird das „Einfahren“ auf der Rennpiste stattfinden, weil dort höchster Sicherheitsstandard herrscht. Das soll nun diesen Winter auch überall dort so gehalten werden, wo es notwendig oder möglich ist. Sonst könnten auch nur noch Riesentorlauf-Schwünge zum Aufwärmen für die Abfahrt erlaubt sein.
„Immer ein Restrisiko dabei“
Maßnahmen wie diese würden sich nun durch den Olympiawinter ziehen, betonte Waldner. „Die Sicherheit beginnt bei der Qualität der Piste, die oft Auslöser von etwas ist, wenn sie nicht gut ist. Dann kommen die Netze hinzu. Am sichersten ist es, wenn viel Platz ist und keine Bäume in der Nähe sind“, erklärte Waldner. Nachsatz: „Es ist immer ein Restrisiko dabei, und jeder weiß das.“
Man werde die Situation daher nun von Rennen zu Rennen beurteilen und jeweils an Ort und Stelle mit Maßnahmen reagieren. Waldner: „Es ist klar, dass es nun eine Zeit vor und eine Zeit nach dem Poisson-Unfall gibt.“ Der Südtiroler sprach damit das Problem des Abfahrtssports vor allem im Training an. „Denn im Weltcup ist der Sicherheitsstandard mittlerweile enorm hoch. Da sind wir besser als viele andere gefährliche Sportarten“, ist Waldner überzeugt.
Für eine im Schnitt drei Kilometer lange Abfahrt seien in Summe an die zwölf Kilometer unterschiedlichster Sicherheitsnetze notwendig. „Da beginnt man bei 100.000 Euro Minimum“, verwies Waldner auf die enormen Kosten, die für Trainings oder den Nachwuchsbereich meist nicht aufgewendet werden könnten. Eine Lösung seien daher etwa permanente Abfahrtsstadien.
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