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Serie nach neun Siegen gerissen

Die Erfolgsserie von Bayern München unter Coach Jupp Heynckes ist am Samstag zu Ende gegangen. Der Tabellenführer der deutschen Bundesliga musste sich in der 13. Runde bei Borussia Mönchengladbach mit 1:2 geschlagen geben und kassierte nach neun Pflichtspielsiegen mit dem 72-Jährigen wieder eine Niederlage. In der Tabelle führen die Bayern nun drei Punkte vor RB Leipzig, das sich gegen Werder Bremen mit 2:0 durchsetzte.

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Vor 54.000 Fans im ausverkauften Borussia-Park erzielten Thorgan Hazard (39./Elfmeter) und Matthias Ginter (44.) die Treffer für die Gladbacher, die sich auf den vierten Platz vorschoben. Arturo Vidal (74.) gelang nur noch das Anschlusstor für die Bayern, bei denen ÖFB-Talent Marco Friedl sein Ligadebüt gab. Der 19-Jährige wurde zur Pause für den angeschlagenen James Rodriguez eingewechselt. David Alaba fehlte wegen seiner Rückenverletzung.

Tor von Matthias Ginter  (Gladbach)

Reuters/Kai Pfaffenbach

Matthias Ginter stellte für die Gladbacher überraschend auf 2:0

„Das Spiel haben wir in der ersten Hälfte verloren“, stellte Heynckes nach der Partie in seiner Heimat fest. „Wir haben viel zu wenig investiert, zu langsam gespielt und gar nicht richtig in den Rhythmus gefunden. Gladbach hat sein Spiel auf Konter angelegt und hat taktisch klug gespielt.“ In der zweiten Hälfte sei es nur noch „ein Spiel auf ein auf ein Tor“ gewesen, aber es habe nicht gereicht.

Bayern-Dominanz ohne Chancen

Heynckes veränderte seine Startelf drei Tage nach dem 2:1 bei RSC Anderlecht auf vier Positionen. Für Friedl und Jerome Boateng sowie Arjen Robben und Thiago, die sich im Champions-League-Spiel Muskelverletzungen zugezogen hatten, rückten Juan Bernat, Mats Hummels, Rodriguez und Javier Martinez ins Team. Die erste große Chance in der Partie hatte Gladbach, doch der Brasilianer Raffael verzog frei vor Bayern-Goalie Sven Ulreich kläglich (13.).

Bis zur Halbzeit dominierten die Bayern, ohne sich jedoch große Chancen zu erspielen. Ein Distanzschuss von Sebastian Rudy (29.) war für Borussia-Goalie Yann Sommer kein Problem. Heynckes war an der Seitenlinie sichtlich unzufrieden, weil es seinem Starensemble an Präzision und Durchschlagskraft mangelte.

Doppelschlag vor Pause entscheidet

Und das wurde prompt bestraft, als Schiedsrichter Manuel Gräfe bei einem Zweikampf von Niklas Süle und Hazard nach Rücksprache mit dem Videoreferee auf Elfmeter entschied. Der Belgier trat selbst an und traf. Kurz darauf verpasste Robert Lewandowski (42.) den möglichen Ausgleich, als er mit der Ferse nur die Stange traf. Stattdessen folgte der nächste Rückschlag: Ginter sorgte mit seinem dritten Saisontor nach starker Vorarbeit von Lars Stindl für das 2:0.

Nach der Pause versuchten die Bayern den Druck zu erhöhen, taten sich gegen die kompakte Gladbacher Defensive aber weiter schwer. Die Gastgeber stellten ihre Angriffsbemühungen fast komplett ein. Die besten Möglichkeiten vergaben Hummels (62.) per Kopf und der eingewechselte Kingsley Coman (66.) mit einem Stangentreffer. Trotz des 1:2 von Vidal in einer turbulenten Schlussphase blieb es am Ende bei der ersten Niederlage der Bayern unter Rückkehrer Heynckes.

Furiose Aufholjagd von Schalke im Derby

Borussia Dortmund verspielte den erhofften Befreiungsschlag in einem denkwürdigen Revierderby leichtfertig. Trotz einer 4:0-Pausenführung kam das Team von Peter Bosz gegen Schalke 04 nicht über ein 4:4 hinaus. Nach dem sechsten sieglosen Bundesliga-Spiel in Serie und dem völligen Einbruch in der zweiten Halbzeit muss der niederländische Coach mehr denn je um seinen Job bangen.

Selbst vier Treffer innerhalb von 14 Minuten durch Pierre-Emerick Aubameyang (12.), Benjamin Stambouli (18./Eigentor), Mario Götze (20.) und Raphael Guerreiro (25.) ebneten Dortmund vor über 80.000 Fans im ausverkauften Signal Iduna Park nicht den Weg zum Erfolg. Schalke schlug durch Guido Burgstaller (61.), Amine Harit (65.), Daniel Caliguiri (86.) und Naldo (94.) in furioser Manier zurück. Der Dortmunder Aubameyang sah in der 72. Minute die Gelb-Rote Karte.

Jubel von Guido Burgstaller (Schalke)

APA/AP/Martin Meissner

Nach dem 1:4 durch Burgstaller rechnete noch niemand mit einem Remis

Dortmund ist damit seit dem 2:1 in Augsburg am 30. September in der Liga weiter ohne Sieg. Schalke hingegen ist nach dem 151. Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen schon sieben Partien ungeschlagen. In der Tabelle wurde Schalke allerdings von Leipzig überholt und rutschte auf Rang drei zurück.

Dortmund trifft aus allen Lagen

Nach einem umkämpften und hektischen Beginn mit zahlreichen Fouls nutzte Dortmund gleich seine erste große Torchance zur Führung. Nach Flanke von Christian Pulisic und einem missglückten Torschuss von Nuri Sahin drückte Aubameyang den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Allerdings übersahen Schiedsrichter Deniz Aytekin und der Videoassistent dabei ein Handspiel des Torschützen.

Dieser frühe Treffer befreite die Gastgeber von einer schweren Last. Mit einem furiosen Sturmlauf stürzten sie die zuletzt stabile Schalker Deckung von einer Verlegenheit in die nächste. Das Schalker Unheil nahm seinen Lauf, als Stambouli einen Freistoß in das eigene Tor beförderte. Mit seinem ersten Saisontreffer nach Flanke von Aubameyang erhöhte Götze auf 3:0. Nur fünf Minuten später erhöhte Guerreiro mit einem Volleyschuss auf 4:0.

Auf den Einbruch seiner Mannschaft reagierte Schalke-Coach Domenico Tedesco mit zwei Auswechslungen bereits vor der Pause. Leon Goretzka und Amine Harit kamen für Weston McKennie und Franco di Santo. Das verhalf zu mehr Stabilität und zur ersten Torchance. Doch Jewgeni Konopljanka (44.) verfehlte das Tor knapp.

Burgstaller leitet die Trendwende ein

Erst nach Wiederanpfiff fanden die Schalker ins Spiel - allerdings auf beeindruckende Manier. Ein Treffer von Naldo wurde nach Hinweis des Videoschiedsrichters zurückgenommen (53.). Dennoch schöpften die Gäste neuen Mut und kamen durch ein Kopfballtor von ÖFB-Teamspieler Burgstaller zum Anschlusstreffer. Der zweite Treffer durch den eingewechselten Harit erweckte Schalke endgültig zu neuem Leben und sorgte für Verunsicherung bei Dortmund.

Nach der Gelb-Roten Karte für Aubameyang nach wiederholtem Foulspiel drängten die „Königsblauen“ mit aller Macht auf das Dortmunder Tor. So verpasste Burgstaller nur hauchdünn seinen sechsten Ligatreffer, als sein Kopfball an die Latte ging (73.). Mit einem Traumtor von Caligiuri, der nach einer schönen Einzelaktion ins lange Eck zum 3:4 traf, leitete Schalke die Schlussoffensive ein. Naldos Ausgleich per Kopf nach einer Standardsituation in der Nachspielzeit stürzte den BVB dann in eine noch tiefere Krise.

Gregoritsch trifft bei Augsburg-Sieg

Michael Gregoritsch verhalf dem FC Augsburg zum ersten Heimsieg seit dem fünften Spieltag. Der 23-jährige ÖFB-Teamspieler leitete beim 2:1-Sieg über VfL Wolfsburg die Wende ein und bescherte den Gastgebern den fünften Saisonsieg.

Gregoritsch traf in der 51. Minute zum 1:1, nachdem Daniel Didavi (40.) die Gäste mit einem Weitschuss und unter Mithilfe von Goalie Marwin Hitz in Führung gebracht hatte. Alfred Finnbogason fixierte schließlich in der 78. Minute den Heimsieg der Augsburger, bei denen Kevin Danso bis zur Pause und Martin Hinteregger in der zweiten Hälfte ebenfalls im Einsatz waren.

Über einen Erfolg durfte sich auch Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl freuen. Der Vizemeister schob sich mit einem 2:0-Sieg über Bremen wieder auf Rang zwei vor. Naby Keita (34.) und Bernardo (87.) sorgten für die Treffer in der „Bullen“-Arena. Beim 2:0 stand auch Konrad Laimer für die Sachsen auf dem Platz, nachdem er in der 80. Minute eingewechselt wurde. Bei Werder war Florian Kainz ab der 66. Minute im Einsatz.

Deutsche Bundesliga, 13. Runde

Sonntag:

Köln - Hertha BSC 0:2 (0:1)

Tore: Ibisevic (17., 64./Elfmeter)

Lazaro (Hertha) ab 84. Minute im Einsatz

Hamburger SV - Hoffenheim 3:0 (1:0)

Tore: Akpoguma (6./Eigentor), Kostic (76.), Jung (88.)

Grillitsch (Hoffenheim) und Posch spielten durch, Zulj nicht im Kader

Samstag:

Mönchengladbach - Bayern München 2:1 (2:0)

Tore: Hazard (39./Elfmeter), Ginter (44.) bzw. Vidal (74.)

Friedl (Bayern) ab der 46. Minute im Einsatz, Alaba (verletzt) nicht im Kader

Dortmund - Schalke 4:4 (4:0)

Tore: Aubameyang (12.), Stambouli (18./Eigentor), Götze (20.), Guerreiro (25.) bzw. Burgstaller (61.), Harit (65.), Caligiuri (86.), Naldo (94.)

Gelb-Rote Karte: Aubameyang (72./Dortmund)

Burgstaller (Schalke) spielte durch, Schöpf auf der Bank

Leipzig - Bremen 2:0 (1:0)

Tore: Keita (34.), Bernardo (87.)

Laimer (Leipzig) ab 80. Minute, Ilsanker und Sabitzer (verletzt) nicht im Kader bzw. Kainz (Bremen) ab 66. Minute, Junuzovic (verletzt) nicht im Kader

Augsburg - Wolfsburg 2:1 (0:1)

Tore: Gregoritsch (51.), Finnbogason (78.) bzw. Didavi (40.)

Rote Karte: Arnold (11./Wolfsburg)

Gregoritsch (Augsburg) spielte durch, Danso bis zur Pause, Hinteregger ab 46. Minute, Teigl (verletzt) nicht im Kader

Frankfurt - Leverkusen 0:1 (0:0)

Tor: Volland (76.)

Baumgartlinger (Leverkusen) und Özcan auf der Bank

Freiburg - Mainz 2:1 (0:0)

Tore: Petersen (51.), Kath (91.) bzw. Berggreen (93.)

Lienhart (Freiburg) bzw. Onisiwo (Mainz) wegen Verletzung nicht im Kader

Freitag:

Hannover - Stuttgart 1:1 (0:1)

Tore: Füllkrug (76./Elfmeter) bzw. Asano (24.)

Harnik (Hannover) in der Pause ausgewechselt

Tabelle

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