Kein Sieg in 14 Ligaspielen
Das 2:2 am Samstag gegen Schalke 04 war das letzte Spiel von Peter Stöger als Trainer des 1. FC Köln. Einen Tag nach der 14. sieglosen Partie in der deutschen Bundesliga in Folge gab der Club die Beurlaubung des Wieners bekannt. Nach fast fünf mehrheitlich erfolgreichen Jahren zogen die Verantwortlichen aufgrund der aktuellen Misere die Reißleine.
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Der bis 2020 laufende Vertrag mit Stöger wurde laut Clubangaben einvernehmlich aufgelöst. Auch Stögers Assistent Manfred Schmid verlässt den Club. Bis zur Winterpause wird U19-Trainer Stefan Ruthenbeck die Profis betreuen. „Wir sind in der Verantwortung, alles zu versuchen, um den Klassenerhalt doch noch zu erreichen“, begründete Clubpräsident Werner Spinner die Entscheidung, „deshalb halten wir es in der aktuellen Situation für unabdingbar, auf der Trainerposition ein Signal zu setzen, auch wenn uns diese Entscheidung sehr schwerfällt und wehtut.“
"Wir halten es in der aktuellen Situation für unabdingbar, einen neuen Impuls zu setzen." 1. FC Köln-Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle über die Entlassung von Peter Stöger.
Posted by ORF Sport on Sonntag, 3. Dezember 2017
Trennung schon seit Freitag fix
Laut Stöger war die Trennung bereits am Freitag vor dem Spiel gegen Schalke fixiert worden. Nach dem 2:2 am Samstag in Gelsenkirchen, in dem sich die Kölner dank eines Doppelpacks von Sehrou Guirassy den erst dritten Punkt in der laufenden Saison erkämpften, hatte sich der 51-Jährige daher auch von den mitgereisten Fans verabschiedet.

GEPA/Witters/Uwe Speck
Nach dem 2:2 gegen Schalke sagte Stöger bereits den Fans Lebewohl
„Am Freitag war klar, dass das Spiel auf Schalke unser letztes wird. Um sich voll auf diese wichtige Partie fokussieren zu können, haben wir entschieden, dies erst am Sonntag zu kommunizieren“, erklärte der Wiener in einer Vereinsmitteilung. „Es ist im Sinne des Clubs und vor allem der Mannschaft, dass jetzt eine Entscheidung getroffen wurde und Klarheit herrscht.“ In der Kabine soll Stöger laut einem Bericht der Lokalzeitung „Express“ nach dem 2:2 auf Schalke dann auch der Mannschaft Adieu gesagt haben.
1. FC Köln trennt sich von Stöger
Die Ära von Peter Stöger beim 1. FC Köln ist zu Ende. Der Club gab am Sonntag die Trennung vom früheren Erfolgstrainer bekannt.
Erfolgreiche Ära ...
Stöger verlässt die Kölner als längstdienender Trainer seit der Vereinsgründung 1948. Der ehemalige Nationalteamspieler übernahm als Meistertrainer der Wiener Austria 2013 die Kölner in der zweiten deutschen Liga und führte sie zurück in die oberste Spielklasse. In der ersten Saison der Bundesliga 2014/15 schaffte Köln drei Runden vor Schluss den Klassenerhalt.
In der nächsten Saison lief es für den FC noch besser. Erstmals seit 24 Jahren beendete der Verein eine Saison mit Platz neun wieder auf einem einstelligen Tabellenrang. Die Verträge von Stöger und seinem Assistenten Manfred Schmid wurden vorzeitig bis 2020 verlängert. Vergangene Saison führte das Duo Köln sogar auf Platz fünf und damit erstmals seit 1992 wieder in den Europacup.

APA/dpa/Roland Weihrauch
2014 wurde Stöger nach dem Aufstieg noch auf Schultern getragen
... mit bitterem Ende
Heuer kam das Werkl der Kölner aufgrund einiger Abgänge wie Torjäger Anthony Modeste nie richtig auf Touren. Mit 14 Spielen ohne Sieg legte der Club den schlechtesten Saisonstart der Bundesliga-Geschichte hin. In der Europa League lief es deutlich besser. Mit zwei Siegen - darunter ein 1:0 über Arsenal - haben die Kölner noch die Chance auf den Einzug in die K.-o.-Phase. Trotz der Misere hielten die Vereinsverantwortlichen lange schützend die Hand über Stöger. Am 24. Oktober wurde als Konsequenz nur der Vertrag von Sportchef Jörg Schmadtke gelöst.
Nachdem die Trennung von dem Manager aber keinen positiven Effekt auf die Ergebnisse hatte, wurde auch für den Trainer die Luft immer dünner. Vor dem Spiel gegen Schalke, das als Stögers letzte Chance zu einer Trendumkehr galt, forderte der Wiener selbst Klarheit über seine Situation. Stögers Abgang ist - Bayern-Interimscoach Willy Sagnol ausgenommen - der vierte Trainerwechsel der Saison. Davor mussten Andries Jonker (Wolfsburg), Carlo Ancelotti (Bayern München) und zuletzt Alexander Nouri (Werder Bremen) ihren Hut nehmen.
„Bis zuletzt haben wir gehofft“
Geschäftsführer Alexander Wehrle sagte, nach dem Abschied von Schmadtke Ende Oktober sei es ab Mitte November nach und nach zu einem Umdenkprozess bei den Verantwortlichen gekommen. Vor dem Spiel in Mainz am 18. November (0:1) habe man dem früheren ÖFB-Teamspieler mitgeteilt, dass man vorsorglich mit anderen Trainern Kontakt aufnehmen werde. Nach der Niederlage gegen Hertha BSC vor einer Woche (0:2) habe man sich wieder zusammengesetzt. „Dann haben sich Dinge verändert, auch beim Peter“, so Wehrle.
Am Freitag habe man schließlich „gemeinschaftlich“ die Trennung beschlossen. „Bis zuletzt haben wir gehofft“, sagte FC-Präsident Werner Spinner. Die Überzeugung, den Turnaround schaffen zu können, sei jedoch „trotz dieses positiven Resultats auf Schalke nicht mehr ausreichend vorhanden. Deshalb halten wir es in der aktuellen Situation für unabdingbar, einen neuen Impuls zu setzen.“ Spinner betonte: „In dieser Stadt zu arbeiten ist nicht einfach für einen Trainer.“
Der 45-jährige Ruthenbeck, der sich bereits am Samstag von der U19 verabschiedete, soll vorerst nur bis Weihnachten für die Profis zuständig sein. „In der Winterpause werden wir uns wieder zusammensetzen“, erklärte Wehrle. Namen von möglichen und unmöglichen Nachfolgern wollte der Geschäftsführer nicht kommentieren: „Wir werden hier keine öffentliche Trainerdiskussion führen.“
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