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„Es ist immer ein Balanceakt“

Mit seinem ersten Sieg im Wengen-Slalom hat Marcel Hirscher am Sonntag seine Erfolgsserie nahtlos fortgesetzt. Es war sein fünfter Sieg in einem Slalom in Serie und der insgesamt 53. Erfolg im Weltcup. Schon am kommenden Wochenende könnte der Salzburger in Kitzbühel den nächsten Meilenstein schaffen. Doch davor ist erst einmal ein wenig Durchschnaufen angesagt.

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Neben „Training, Training, Training“ wünscht sich Hirscher in den nächsten Tagen, dass er genug Schlaf („Acht Stunden mindestens“) und Zeit findet, um die „Erfolge und das Drumherum etwas verarbeiten“ zu können. Denn das Härteste kommt noch. „Kitzbühel ist für uns Österreicher sehr stressig. Aber ich freue mich riesig auf die Rennen.“

Marcel Hirscher

GEPA/Mario Kneisl

Der Sieg in Wengen fehlte Hirscher noch

Denn in Kitzbühel und danach beim Nachtslalom in Schladming warte „definitiv viel Spaß“. Allerdings gebe es bei den Heimrennen auch „ein Geben und Nehmen. Ich hoffe, dass das ganze Drumherum so gestaltet ist, dass es auch für die Athleten halbwegs freundlich ist und bleibt. Es ist halt immer ein Balanceakt zwischen Terminen und Rennfahren. Da hilft dir die Erfahrung wirklich.“

Maier-Rekord zum Greifen nahe

Der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger ist im Moment nur noch einen Erfolg von seiner Traumsaison 2011/12 entfernt, als er neun Weltcup-Rennen gewonnen hat. Schon am Sonntag im Slalom von Kitzbühel könnte er den von Hermann Maier gehaltenen österreichischen Herren-Rekord von 54 Weltcup-Siegen egalisieren. Dann stünden insgesamt nur noch der Schwede Ingemar Stenmark (86 Siege), die US-Amerikanerin Lindsey Vonn (78), die Salzburgerin Annemarie Moser-Pröll (62) und die Schweizerin Vreni Schneider (55) vor ihm.

Balkengrafik zeigt die meisten Weltcup-Siege der besten Skiläufer

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

„Im Moment ist Marcel einfach besser“

Dass Hirscher vielleicht noch ein bisschen warten muss, dafür will Henrik Kristoffersen sorgen. Der Norweger hat als schon siebenfacher Zweiter und dreimaliger Dritter bisher ebenfalls eine sehr starke Saison hingelegt.

„Im Moment ist Marcel einfach besser, was soll ich mehr sagen? Ich werde es versuchen, aber im Moment ist es nicht genug. Aber ich gebe nicht auf, das ist klar. Ich werde weiterkämpfen, so sehr ich kann und so viele Rennen ich habe“, sagte Kristoffersen. Im Vordergrund stehe ohnehin nicht, Hirscher zu besiegen, sondern der Versuch, selbst Rennen zu gewinnen.

Matt sammelt Erfahrung

Das versucht auch Michael Matt, der sich bei den eisigen Verhältnissen in Wegen im ersten Durchgang beim Material vergriff, im Finale aber noch auf Rang sechs fuhr. „Ich habe wieder eine Erfahrung gemacht. So lange man was mitnimmt und draus lernt, ist es immer positiv. Ein sechster Platz ist top, von dem her passt es“, sagte der 24-jährige Tiroler. Mit zwei zweiten, einem vierten und einem sechsten Rang hat er seinen Olympiastartplatz sicher.

Michael Matt

GEPA/Wolfgang Grebien

Michael Matt konnte im Finale weiter Selbstvertrauen tanken

Fellers Berg-und-Tal-Fahrt geht weiter

Alles oder nichts heißt es in dieser Saison im Slalom bei Manuel Feller - zwei Ausfälle, die Ränge fünf und vier und wieder zwei Ausfälle hat der Tiroler bisher zu Buche stehen. In Wengen lag er trotz Rückenproblemen auf Halbzeitrang fünf. Ein Einfädler bedeutete eine Nullnummer, Feller blieb entgegen seinen Befürchtungen aber in den Top 15 der Startliste. In Kitzbühel müssen aber Punkte her.

Zuvor allerdings braucht der Rücken Pflege. Die Schmerzen wurden im Training am Samstag in St. Anton akut. „Passiert ist eigentlich gar nichts, es ist schleichend gekommen“, sagte Feller, der sich in Innsbruck behandeln ließ. „Das hat super geklappt. Aber natürlich ist die Muskulatur sehr beleidigt. Am schlimmsten ist das Bücken.“ Und beim Fahren spüre er jede kleine Welle.

Trio kämpft um Olympiaticket

Andere Sorgen haben Marco Schwarz, Christian Hirschbühl und Marc Digruber, die um den vierten Olympiastartplatz kämpfen. Der in Wengen zehntplatzierte Digruber „verschwendet“ an die Winterspiele keine Gedanken. „Sicher, es sind noch zwei Rennen, aber wenn ich die Ergebnisse der anderen anschaue, ist Olympia für mich weit, weit weg. Ich probiere wirklich, dass mein Rennfahren wieder passt.“

Schwarz schrieb in fünf der sechs Saisonslaloms an, kam jeweils in die Top 14, war aber nie besser als Neunter. „Es wäre noch alles möglich gewesen, man muss es halt nutzen auch einmal“, sagte der Kärntner, der mit dem Rückfall von Platz sieben auf 14 in Wengen haderte. Hirschbühl hat ebenfalls Rang neun als Saisonbestleistung stehen. Nach dem Ausfall am Sonntag sagte er: „Das Skifahren passt. Es war ein blöder Fehler, das muss ich mir anschauen. Ich denke, dass das ein Einzelfall sein wird. Schauen wir weiter nach Kitzbühel.“

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