Im zweiten Anlauf hat es geklappt
ÖTV-Ass Oliver Marach hat bei den Australian Open den größten Triumph seiner Karriere gefeiert. Der 37-jährige Steirer und sein kroatischer Partner Mate Pavic entschieden am Samstag das Doppel-Finale gegen die als Nummer elf gesetzten Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah mit 6:4 6:4 für sich und stehen damit erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier ganz oben.
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Das Finale in der Rod-Laver-Arena entwickelte sich dabei zu einem Duell auf Augenhöhe. Cabal/Farah, die in der Vorschlussrunde die höher eingeschätzten US-Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan mit 7:6 (7/1) 7:5 ausgeschaltet hatten, bewiesen, dass sie nicht unverdient im Endspiel standen. In beiden Sätzen schafften Marach/Pavic das entscheidende Break jeweils zum 5:4. Nach 1:34 Stunden servierte Marach zum Matchgewinn aus.

APA/AP/Andy Brownbill
Ihren ersten Grand-Slam-Titel haben sich Marach und Pavic redlich verdient
Dritter rot-weiß-roter Doppelerfolg
Im zweiten Anlauf hat es für das österreichisch-kroatische Duo, das in diesem Jahr bereits die Turniere in Doha und Auckland gewinnen konnte, damit auch bei einem der vier großen Turniere geklappt. Im Juli hatten sich Marach/Pavic noch in einem dramatischen Wimbledon-Endspiel mit 11:13 im fünften Satz Lukas Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA) geschlagen geben müssen.
Marach ist damit der dritte Österreicher nach Julian Knowle (US Open 2007) und Jürgen Melzer (Wimbledon 2010 und US Open 2011), der einen Grand-Slam-Titel im Herren-Doppel gewinnen konnte. Marach/Pavic haben damit in diesem Jahr zudem schon eine sensationelle Serie hingelegt. Mit dem Erfolg in Melbourne haben die beiden bereits das 14. Match en suite gewonnen und das Saisonziel „Masters“ im November schon fast in der Tasche.
Davis-Cup-Stimmung in Melbourne
Marach konnte sich in der Rod Laver Arena schon ein wenig an die Davis-Cup-Stimmung des kommenden Wochenendes gewöhnen. Denn eine lautstarke Schar von Kolumbianern feuerte die Gegner an. „Danke auch an euch - ich bin euer Nachbar“, sagte Marach bei der Siegerehrung auch in deren Richtung.
Der Steirer lebt ja schon seit Jahren mit seiner panamaischen Frau und zwei Töchtern in Panama und bedankte sich deshalb auch auf Spanisch: „Vielen Dank an meine Familie in Panama, ich liebe euch sehr“, sagte Marach gerührt. Zuvor hatten sich er und Pavic auch bei ihrem Coach John Farrington von den Bahamas bedankt, dessen Engagement Ende 2017 offenbar auch ein Volltreffer war.
Matchball erst um 1.00 Uhr
Auch bei Pavic, dem 13 Jahre jüngeren Kroaten, bedankte sich der Österreicher. „Wir sind seit letztem Jahr super zusammengewachsen, und ich genieße jede Minute mit dir auf dem Platz. Das ist mein Lieblings-Grand-Slam, und ich bin zum 17. Mal hier und bereits alt. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr zurückkommen kann“, sagte er zum Publikum, das bis kurz vor 1.00 Uhr am Sonntag (Ortszeit) geblieben war, um ein zuvor hochklassiges Endspiel zu sehen.
Gratulationen kamen für Marach auch aus der Heimat. „Eine unglaubliche Leistung von Oliver Marach und Mate Pavic. Drei Turniere in Serie gewonnen! Ungeschlagen in 2018 und dabei noch ein Grand Slam gewonnen! #Wahnsinnsleistung #gratulation #respekt“, twitterte der derzeit rekonvaleszente Vorarlberger Julian Knowle.
Marach/Pavic hatten zuvor jeweils mit Breaks zum 5:4 die Weichen zum Sieg gestellt. In teilweise sehr sehenswerten Ballwechseln zeigten alle vier Protagonisten, dass es sich auch nach dem Damen-Finale für die Zuschauer noch lohnte, bis spätabends in der Arena zu verharren.
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