Nur eingeladene Russen in Pyeongchang
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bleibt hart: Nach der Suspendierung des russischen Nationalen Olympischen Komitees (ROC) können russische Sportler weiterhin nur auf IOC-Einladung bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 an den Start gehen. Das IOC reagierte damit scharf auf das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS), der die lebenslangen Olympiasperren für 28 des Dopings verdächtige russische Athleten aufgehoben hatte.
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Das IOC betonte am Donnerstag in einer Aussendung ausdrücklich: „Die CAS-Entscheidung bedeutet nicht, dass Athleten aus der Gruppe der 28 zu den Spielen eingeladen werden.“ Wer nicht sanktioniert werde, bekomme nicht automatisch das Privileg einer Einladung. Auf der vor einer Woche veröffentlichten Einladungsliste stehen derzeit 169 russische Wintersportler, die unter besonderen Auflagen und neutraler IOC-Flagge in Pyeongchang starten dürfen.
„Befriedigung und Enttäuschung“
Auf das CAS-Urteil zur Aufhebung der meisten Olympiasperren für russische Athleten reagierte das IOC mit „Befriedigung und Enttäuschung“ reagiert. Zwar würden die Anti-Doping-Verstöße von elf Athleten aufgrund der Manipulation ihrer Proben und damit erneut die systemische Manipulation bei den Winterspielen 2014 in Sotschi bestätigt, hieß es in der IOC-Mitteilung. Das IOC bedauert aber, dass der CAS das bei weiteren 28 Fällen nicht berücksichtigt habe.
„Der CAS verlangte eine noch höhere Schwelle für das erforderliche Beweisniveau als die Oswald-Kommission und bei früheren Entscheidungen des Sportgerichtshofs“, teilte das IOC mit. „Das könnte schwerwiegende Auswirkungen auf den künftigen Kampf gegen Doping haben.“ Daher werde das IOC die begründeten Entscheidungen, sobald sie verfügbar seien, sorgfältig analysieren und Konsequenzen, inklusive einer Beschwerde an das Schweizer Bundesgericht, prüfen.
Russland in Kontakt mit IOC
Dagegen will sich Russland für eine Teilnahme seiner Athleten an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang einsetzen. Die russischen Sportbehörden stünden deswegen mit dem IOC in Kontakt, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Ob es gelingen werde, sei noch schwer abzuschätzen. Russland werde weiter für die Rechte und Interessen seiner Sportler kämpfen, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge.
Der Chef des Nationalen Olympischen Komitees Russlands (ROC), Alexander Schukow, bezeichnete die Entscheidung der CAS-Richter als gerecht. Er sei glücklich, dass das Gericht die Ehre der Sportler wiederhergestellt habe, sagte er. Auch im Kreml wurde das CAS-Urteil mit großer Erleichterung aufgenommen. „Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit endlich triumphiert hat“, sagte Sportminister Pawel Kolobkow. Die Entscheidung bestätige, dass die Athleten „sauber“ seien.
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