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Geschichte soll sich nicht wiederholen

Am Freitag fällt im Salzburger Volksgarten die Entscheidung über den Nachfolger der Vienna Capitals als Champion der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Vor ausverkauftem Haus wollen die „Bullen“ aus Salzburg im siebenten Spiel der „Best of seven“-Serie dafür sorgen, dass sich gegen den HC Bozen die Geschichte von 2014 nicht wiederholt und dass der EBEL-Titel zum achten Mal nach Salzburg geht.

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Vor vier Jahren ging auch zum letzten Mal eine Finalserie der EBEL über die volle Distanz. Auch damals standen einander Salzburg und Bozen im Kampf um die nach dem ehemalige Ligapräsidenten Karl Nedved benannte EBEL-Trophäe gegenüber. Auch damals fand das Entscheidungsspiel in Salzburg statt. 2014 gewann allerdings Bozen den Showdown der damals wegen Olympia im „Best of five“ ausgespielten Serie. Erstmals in der Geschichte der EBEL ging der Titel an ein nicht österreichisches Team.

Kai Suikkanen mit Spielern

GEPA/Mathias Mandl

Trainer Kai Suikkannen und Bozen hoffen auf eine Wiederholung des Coups von vor vier Jahren

Meisterehrung mit hängenden Köpfen

Dieses Szenario wollen die Salzburger diesmal unbedingt vermeiden. Vor vier Jahren fehlten den „Bullen“ nicht viel zum Titel. Die Südtiroler entschieden die Serie durch ein Tor in der zwölften Minute der Verlängerung zu ihren Gunsten. Der Slowene Ziga Pance durfte sich als Matchwinner feiern lassen und verhinderte ein Happy End aus Salzburger Sicht. Denn die damals von Don Jackson trainierte Mannschaft hatte in der Serie einen 0:2-Rückstand mit einem Kraftakt noch ausgeglichen.

Die anschließende Siegerehrung fiel in die Kategorie skurril. Denn bevor die Bozen-Spieler den EBEL-Pokal überreicht bekamen, wurde Salzburg als österreichischer Meister geehrt. Mit hängenden Köpfen ließen sich Matthias Trattnig und Co. mit der Trophäe fotografieren, zum Feiern war im „Bullen“-Lager niemandem zumute. Die geplante Meisterparty in der Salzburger Innenstadt wurde kurzfristig abgesagt.

Matthias Trattnig

GEPA/Harald Steiner

Trattnig hatte 2014 mit dem Meisterpokal wenig Freude

„Genießen und voll reingehen“

Auch heuer steht Salzburg bereits als rot-weiß-roter Champion fest, diesmal soll die heimische Meisterschaft aber nicht die einzige Ausbeute bleiben. Am Dienstag in Bozen vergaben die Salzburger mit einer 3:6-Niederlage ihre Chance, den Sack vorzeitig zuzumachen. „Wir haben keinen guten Tag gehabt. Es gibt solche Tage, an denen es nicht läuft. Schnell abhaken. Man spielt im Leben nicht oft so ein siebentes Spiel im Finale - genießen und voll reingehen“, sagte Coach Greg Poss.

Für die Salzburger geht es auch um den ersten Meistertitel auf eigenem Eis seit jenem 2007. Von damals spielt nur noch Trattnig in Salzburg, der aktuelle Kapitän war vor elf Jahren im finalen Spiel allerdings wegen einer Sperre nicht auf dem Eis dabei. „Es ist toll, wenn man ein siebentes Spiel in der Finalserie in Salzburg erleben darf. Ich freue mich schon sehr darauf, zu Hause vor den eigenen Fans, den Freunden und der Familie zu spielen, da kribbelt es schon den ganzen Tag lang, das kann man fast nicht beschreiben. Das erlebt man nicht so oft, und daher muss man das wirklich genießen“, erklärte der 38-jährige Verteidiger.

Im entscheidenden siebenten Spiel sollten vor allem die Special Teams wieder funktionieren. In Bozen kassierten die „Bullen“ vier Treffer in Unterzahl, konnten ihre eigenen Powerplay-Chancen hingegen nur einmal nutzen. Zu viel nachdenken will man bei den Salzburgern darüber aber nicht: „Jetzt geht es um alles, da wollen wir mit freiem Kopf reingehen, ein solides Spiel machen, nicht zu viel machen wollen und einfach jeden Wechsel mit 100 Prozent fahren“, sagte Trattnig. Immerhin könnte die Offensive im Showdown wieder durch Thomas Raffl verstärkt werden. Der Stürmer fehlte in Bozen noch mit einer Innenbandverletzung.

Bozen setzt auf Momentum

Bei den Südtirolern möchte man nach dem Ausgleich im sechsten Spiel das viel zitierte Momentum nützen und sich zum zweiten Mal den EBEL-Pokal unter den Nagel reißen. Es wäre für die Liga auch ein geschichtsträchtiger Moment. Noch nie gewann ein Team, das als Nummer acht der Setzliste ins Viertelfinale gerutscht war den Titel. Schon der Finaleinzug der Bozner war in dieser Hinsicht eine Premiere in der EBEL.

Die „Füchse“ aus der Südtiroler Hauptstadt hatten erst am letzten Spieltag der Zwischenrunde gerade noch den Einzug ins Play-off geschafft. Auf dem Weg ins Endspiel schaltete Bozen Rekordmeister KAC und Titelverteidiger Vienna Capitals aus. „Die Medien haben die Cinderella-Story gemacht, wir sprechen nicht über Märchen, sondern nur über unser Spiel. Der Teamspirit ist großartig, alle halten zusammen. Wir haben immer den Druck gehabt, und das formt das Team“, beschrieb Trainer Kai Suikkanen das Erfolgsrezept. Am Freitag soll die Krönung folgen. „Jeder möchte das Spiel sieben, die Chance unseres Lebens“, sagte der Finne.

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