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Wiener pirschen sich an Sturm heran

Auf Frust im ÖFB-Uniqa-Cup ist für Rapid Wien Lust in der tipico-Bundesliga gefolgt. Wenige Tage nach dem Aus im Semifinale gegen Sturm Graz feierten die Hütteldorfer in der Liga zum Abschluss der 31. Runde am Sonntag einen klaren 4:1 (2:0)-Erfolg über Admira Wacker Mödling und setzten damit ihren Erfolgslauf fort. Mit dem fünften Sieg in Folge lösten die Wiener auch das Ticket für den Europacup.

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Zweimal Thomas Murg (38., 45.+1), Youngster Manuel Thurnwald und Stefan Schwab (79.) sorgten eine Woche nach dem 4:0 im Derby gegen die Austria auch vor 18.600 Zuschauern im Allianz Stadion für klare Verhältnisse. Marco Hausjell gelang - allerdings aus Abseitsposition - in der 80. Minute zumindest der Ehrentreffer für die Admiraner, die von den vier direkten Duellen davor drei gewonnen hatten.

Murg schließt Konter zur Führung ab

Ein weiter Pass in die Spitze brachte Murg in gute Position, und der 23-Jährige ließ sich die Chance zur Führung nicht entgehen.

Rapid ist mit dem Erfolg nicht mehr aus den Europacup-Rängen zu verdrängen und holte auch in der Tabelle auf. Die Hütteldorfer liegen als Dritter nur noch fünf Punkte hinter Sturm. Der Tabellenzweite hatte sich am Samstag mit einem 1:2 beim Wolfsberger AC einen Umfaller geleistet. Die Admira blieb mit der fünften Niederlage in den jüngsten sieben Spielen auf Platz fünf der Tabelle.

Viel Tempo bei großer Hitze

„Schnell zurück in die Spur“ hatte das Motto bei Rapid nach der bitteren 2:3-Niederlage nach Verlängerung im Cupsemifinale am Mittwoch bei Sturm gelautet. Trainer Goran Djuricin nahm zu diesem Zweck zwei Veränderungen vor: Der 19-jährige Manuel Thurnwald begann als Rechtsverteidiger, im Sturm ersetzte Giorgi Kvilitaia Philipp Schobesberger. Auch Admira-Coach Ernst Baumeister baute nach dem 2:6 gegen Red Bull Salzburg ein wenig um. Markus Lackner rückte für Fabio Strauss in die Verteidigung, weil Maximillian Sax nach seiner Gelbsperre wieder im Mittelfeld aufgeboten werden konnte.

Lucas Galvao (Rapid), Marin Jakolis (Admira) und Veton Berisha (Rapid)

GEPA/Philipp Brem

In den Anfangsminuten hielt die Admira mit Rapid noch gut mit

Weil Rapid zeigen wollte, wer der Herr im Haus namens Allianz Stadion ist und auch Admira-Trainer Baumeister angekündigt hatte, man werde sich nicht verstecken, entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche Partie. Dabei zeigte das Thermometer bei Ankick 27 Grad im Schatten. Es war also legitim, von sommerlichen Temperaturen zu sprechen. Von einem Sommerkick war man hingegen weit entfernt. Ganz nach dem Geschmack der Zuschauer war Rapid die spielbestimmende Mannschaft, die Gäste aus der Südstadt versuchten den Spielfluss der Wiener jedoch früh zu unterbinden.

Topchancen und Elfmeteralarm

Nach neun Minuten hätte es auch gut und gerne 1:1 stehen dürfen. Zuerst verschätzte sich Louis Schaub bei einer Flanke von Boli Bolingoli und köpfelte statt in über das Admira-Tor (8.). Im Gegenzug scheiterten nach einem schönen Steilpass in die Spitze hintereinander Patrick Schmidt und dann Sax an Goalie Richard Strebinger (9.). Mit Fortdauer der ersten Hälfte gelang es Rapid immer besser, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Was aus Sicht der Hütteldorfer nicht passte, war der Abschluss. Gelungene Entlastungsangriffe der Admiraner waren ebenfalls selten.

Trotzdem blieb die Partie aufregend. Auch weil die Pfeife von Schiedsrichter Drachta zweimal bei vermeintlichen Elfmetersituationen stumm blieb. Zuerst sah der Unparteiische keine Absicht, als der Ball Bolingoli im Rapid-Strafraum an die Hand sprang, dann winkte Drachta ab, als Murg im Sechzehner auf der Gegenseite - vermeintlich unter Mithilfe eines Admiraners - einen Bauchfleck hinlegte (25.). Lange beschäftigte die Situation die Rapid-Fans aber nicht: Denn nur kurz darauf lenkte Goalie Andreas Leitner einen Kvilitaia-Kopfball an die Stange (28.).

Murg schlägt zweimal zu

Zehn Minuten später erbebte das Allianz Stadion unter dem Jubel der eigenen Anhängerschaft. Denn der Admira fiel ihr risikoreiches Spiel, mit offensiv aufgestellten Verteidigern dagengenzuhalten, auf den Kopf. Kapitän Stefan Schwab schickte nach einem Ballverlust der Gäste den in die Spitze eilenden Murg mit einem Zuckerpass auf die Reise, der ließ Markus Wostry mit einem Haken aussteigen und schob die Kugel ins lange Eck (38.).

Murg-Doppelpack zum 2:0

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte vollendete Murg abermals einen Konter und schnürte damit einen Doppelpack.

Wer jetzt glaubte, die Niederösterreicher würden einen Deut vorsichtiger agieren, war auf dem Holzweg. In der Nachspielzeit liefen die Admiraner erneut in einen Konter. Wieder kam Murg nach Pass von Schaub völlig frei zum Abschluss, und erneut schlenzte der 23-jährige Steirer - diesmal von links - den Ball an Leitner vorbei ins lange Eck (45.+1). Besonders bitter für die Admira: Kurz nach dem 0:1 lag der Ball auch im Rapid-Gehäuse, doch der vermeintliche Torschütze Sax war weit im Abseits gestanden (40.).

Youngster sorgt für Entscheidung

Hätte man es nicht besser gewusst, wäre zu Beginn der zweiten 45 Minuten der Eindruck entstanden, die Teams hätten gar keine Pause gemacht. Denn die Rapidler setzten dort fort, wo sie eine Viertelstunde zuvor aufgehört hatten. Zuerst köpfelte einmal mehr Schaub drüber (48.), dann kratzte Leitner den Ball nach einer Chance von Murg gerade noch von der Linie (50.), und schließlich hämmerte Schwab die Kugel um Zentimeter vorbei (52.). Admira-Coach Baumeister durfte durchschnaufen, dass zu diesem Zeitpunkt nicht schon das nächste Debakel innerhalb einer Woche feststand.

Thurnwald erhöht auf 3:0

Der 19-jährige Verteidiger schießt aus größerer Entfernung, Wostry fälscht den Ball dann unhaltbar ab - die endgültige Entscheidung zugunsten Rapids.

So blieben die Admiraner theoretisch noch in Schlagdistanz zu den Hütteldorfern. Wirklich gefährlich wurden die Gäste allerdings nicht. Ein Kopfball von Zwierschitz war noch die beste Chance, doch einmal mehr passte Strebinger auf (57.). Gleiches tat auch sein Gegenüber Leitner bei einem Schuss des eingewechselten Schobesberger (60.). Doch keine zwei Minuten später war der Admira-Schlussmann chancenlos: Wostry fälschte einen Weitschuss von Thurnwald unhaltbar zum 3:0 ab (62.) und ermöglichte dem 19-Jährigen seinen ersten Bundesliga-Treffer.

Umstrittene Ergebniskorrekturen

Mit der klaren Führung im Rücken gingen die Rapidler etwas vom Gas. Bei den Gästen aus der Südstadt war zwar der Wille zur Wende gegeben, doch der mit drei Toren gefüllte Rucksack war augenscheinlich zu schwer für einen Kraftakt. Nicht nur Rapid-Präsident Michael Kramer konnte entspannt die letzte Viertelstunde einklatschen und durfte sogar noch einen Treffer bejubeln: Kapitän Schwab krönte seine Leistung per Kopf zum 4:0 (79.).

Vierter Rapid-Treffer durch Schwab

Kapitän Stefan Schwab traf nach einem Eckball, den es aber eigentlich gar nicht hätte geben dürfen, per Kopf zum 4:0 für Rapid.

Der Treffer hatte allerdings einen Schönheitsfehler: Der Eckball, der zum Tor geführt hatte, wäre wohl eher nicht zu geben gewesen. Der Schuss von Schaub davor war von keinem Admiraner, auch nicht von Goalie Leitner berührt worden. Kein Wunder, dass Leitner die Zornesröte ins Gesicht stieg. Allerdings bügelte das Schiedsrichtergespann seinen Fehler gleich auf der Gegenseite mit einem weiteren Schnitzer aus: Der zur Pause eingewechselte Hausjell stand beim Ehrentreffer der Admira im Abseits (81.).

Hausjell gelingt Ehrentreffer

Unmittelbar nach dem 0:4 aus Admira-Sicht gelang Hausjell der Ehrentreffer - allerdings aus Abseitsposition.

Stimmen zum Spiel:

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): „Die Mannschaft hat mehr als Charakter gezeigt. Am Anfang waren wir etwas träge beim Attackieren. Dann haben wir gesagt, wir attackieren zehn, 15 Meter tiefer, und wir hatten dann gute Umschaltmomente. Wir sind in letzten Wochen vielleicht auch ein bisschen glücklich, aber das Glück hat uns davor gefehlt.“

Ernst Baumeister (Admira-Trainer): „Es war ein verdienter Sieg von Rapid, vielleicht ist er um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen. Zunächst war das Spiel ausgeglichen, dann haben wir uns bei den ersten beiden Gegentoren ein bisschen verhalten wie eine U10-Mannschaft. Danach hatte Rapid das Match unter Kontrolle und hat nur noch das Notwendigste getan. Vor dem vierten Rapid-Tor war es kein Corner, aber unser Tor war auch abseits, also gleicht sich das aus.“

Tipico-Bundesliga, 31. Runde

Sonntag:

Rapid - Admira 4:1 (2:0)

Wien, Allianz Stadion, 18.600 (richtig), SR Drachta

Tore:
1:0 Murg (39.)
2:0 Murg (45.+1)
3:0 Thurnwald (62.)
4:0 Schwab (79.)
4:1 Hausjell (81.)

Rapid: Strebinger - Thurnwald, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli (40. Auer) - Ljubicic, Schwab - Schaub, Murg (70. S. Hofmann), Ve. Berisha - Kvilitaia (59. Schobesberger)

Admira: Leitner - Zwierschitz, Lackner, Wostry, Scherzer - Ebner, Merkel - Sax (66. Vorsager), Jakolis (46. Hausjell), Grozurek - Schmidt

Gelbe Karten: Thurnwald bzw. Leitner

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