Die „Roten Teufel“ sichern sich Bronze
Belgien hat sich am Samstag den dritten Platz bei der WM gesichert. Die „Roten Teufel“ setzten sich im kleinen Finale vor 64.400 Fans in St. Petersburg mit 2:0 (1:0) gegen England durch. Thomas Meunier sorgte mit dem schnellsten belgischen Tor bei einer Weltmeisterschaft für die Führung (4.). Eden Hazard sorgte mit seinem dritten Treffer in Russland für den Endstand (82.).
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Die Belgier übertrafen mit Bronze das bisherige Topresultat, den vierten Platz 1986 in Mexiko, und jubelten nach sechs Siegen in sieben Spielen über ihre beste WM-Platzierung der Geschichte. Für die „Three Lions“, die nach der Enttäuschung im Semifinale eine schwache Vorstellung boten, blieb indes wie bei der Endrunde 1990 in Italien der vierte Platz. Mit Harry Kane (sechs Treffer) werden die Engländer aber wohl den besten Torschützen bei dieser WM stellen.

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Die Belgier jubelten am Ende über einen verdienten dritten WM-Rang
Traumstart für die „Roten Teufel“
Nach der Verlängerung gegen Kroatien und einem Tag weniger Pause nahm England-Coach Gareth Southgate fünf Änderungen in der Startelf vor. Für Kyle Walker, Jordan Henderson, Ashley Young, Jesse Lingard und Dele Alli begannen Danny Rose, Eric Dier, Phil Jones, Fabian Delph und Ruben Loftus-Cheek. Bei Belgien kehrte der zuletzt gesperrte Meunier zurück und ersetzte Moussa Dembele. Youri Tielemans spielte statt Marouane Fellaini.
Die diesmal in Gelb spielenden „Roten Teufel“ zeigten gleich einmal, wie wichtig ihnen das Spiel um den vermeintlichen „Trostpreis“ ist. Gleich der erste Angriff, mit dem sie in den gegnerischen Strafraum vordrangen, führte zur Führung. Romelu Lukaku schickte mit einem Lochpass Nacer Chadli über links auf die Reise. Der West-Bromwich-Legionär gab einen scharfen Stanglpass zur Mitte, den Meunier im Zweikampf gegen Rose aus kurzer Distanz über die Linie drückte (4.).
1:0 für Belgien durch Meunier (4. Minute)
Thomas Meunier sorgt für die frühe Führung der Belgier. Eine Vorlage von Nacer Chadli verwertet der PSG-Legionär aus kurzer Distanz.
„Three Lion“ offensiv zahnlos
Das Duell hatte in der Tradition der torreichen Spiele um Platz drei - in den letzten vier gab es zumindest drei Treffer - einen standesgemäßen Beginn. Und Belgien wollte nachlegen. Einen von Kieren Trippier abgefälschten Schuss von Kevin de Bruyne konnte England-Goalie Jordan Pickford klären, für den Abpraller war kein Belgier zur Stelle (12.). Auf der Gegenseite fielen Kopfbälle von Loftus-Cheek (15.) und Harry Maguire (20.) zu zentral aus. Die „Three Lions“ konnten vorerst keine wirkliche Durchschlagskraft entwickeln.
Das Southgate-Team hatte mehr Ballbesitz, aber in einer Zone, in der es nicht gefährlich werden konnten. Das Spiel nach vorne hatte zu wenig Schwung und Ideen. In der 24. Minute gelang einmal eine gute Aktion, doch der unkontrollierte Schuss von Harry Kane ging doch deutlich an der linken Stange vorbei. Mehr Zug zum Tor entwickelte die belgische Offensive mit ihrem Umschaltspiel um Hazard, De Bruyne, Lukaku und Meunier. Klare Chancen blieben aber aus, womit es ohne weitere Tore in die Kabinen ging.

AP/Dmitri Lovetsky
England-Torjäger Harry Kane vergab in der ersten Hälfte die beste Chance der Engländer
Belgien hat alles unter Kontrolle
Die Engländer brauchten nach dem Seitenwechsel eine gehörige Steigerung, um nicht wie 1990 als Verlierer des kleinen Finales vom Platz zu gehen. Während die Belgier bereits vor der Pause (39.) den verletzten Chadli durch Thomas Vermaelen ersetzt hatten, reagierte auch Southgate personell und brachte für die zweite Hälfte Marcus Rashford für den unauffälligen Sterling und Jesse Lingard für Rose.
Die Engländer waren nun zumindest bemühter, sich durch die belgische Verteidigung zu arbeiten, und verbuchten Teilerfolge. Nach einer Freistoßflanke ging eine missglückte Abwehraktion von Jan Vertonghen über das Tor (51.), bei einer Hereingabe von Lingard kam Kane um einen Hauch zu kurz (54.). Belgien blieb das Team mit den zwingenden Chancen. Eine perfekte Vorarbeit von De Bruyne nahm sich Lukaku aber schlecht mit, Goalie Pickford war zur Stelle (56.).
Zentimeter fehlen England zum Ausgleich
Kurz danach war die WM für den vierfachen Torschützen, der in der K.-o.-Phase ohne Treffer blieb, vorbei. Für den bulligen Lukaku kam der wendigere und flinke Dries Mertens (60.). Zehn Minuten danach bot sich die größte Ausgleichschance für die Engländer. Nach Doppelpass mit Rashford lief Eric Dier alleine auf Thibaut Courtois zu und überhob den belgischen Goalie. Toby Alderweireld verhinderte kurz vor der Linie den Torjubel seines Tottenham-Clubkollegen (70.).
Dier vergibt Ausgleich (70. Minute)
Eric Dier lumpft den Ball klug über Belgiens Schlussmann Courtois, doch Toby Alderweireld kratzt die Kugel noch von der Torlinie.
Die Chance war der Auftakt zur besten Offensivphase der Engländer, die sich doch nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben wollten. Den Belgiern boten sich Räume für Gegenstöße, und in der 80. Minute zeigten sie, dass sie eines der besten Konterteams der Welt sind. Mit wenigen, aber trickreichen Ballberührungen spielten sich die „Roten Teufel“ bis an den Strafraum. Mertens flankte auf Meunier, der den Ball volley übernahm. Pickford verhinderte mit einem Reflex das 2:0.
Hazard sorgt für die Entscheidung
Kurz darauf machte die Belgier dann aber endgültig den Deckel auf die Partie. Einmal mehr bewies De Bruyne sein Auge für den Mitspieler und hebelte mit einem perfekten Lochpass die englische Abwehr aus. Phil Jones hatte gegen Hazard das Nachsehen. Der belgische Kapitän ließ sich diese Chance nicht entgehen und bezwang Pickford mit einem Schuss ins kurze Eck (82.). Der sechste Sieg im Turnierverlauf war Gewissheit. So viele Erfolge hatte es für die Belgier bei einer WM zuvor noch nie gegeben.
2:0 für Belgien durch Hazard (82. Minute)
Kevin De Bruyne spielt Eden Hazard frei, der sich die Chance zum 2:0 nicht mehr entgehen lässt. Allein vor Pickford zieht er ins kurze Eck ab.
Fußball-WM, Spiel um Platz drei
Samstag:
Belgien - England 2:0 (1:0)
St. Petersburg, 64.400 Zuschauer, SR Faghani (IRI)
Torfolge:
1:0 Meunier (4.)
2:0 Hazard (82.)
Belgien: Courtois - Alderweireld, Kompany, Vertonghen - Meunier, Tielemans (78./Dembele), Witsel, Chadli (39./Vermaelen) - R. Lukaku (60./Mertens), De Bruyne, E. Hazard
England: Pickford - P. Jones, Stones, Maguire - Trippier, Loftus-Cheek (84./Alli), Dier, Delph, Rose (46./Lingard) - Sterling (46./Rashford), Kane
Gelbe Karten: Witsel bzw. Stones, Maguire
Die Besten: Alderweireld, Meunier, Hazard bzw. Maguire, Loftus-Cheek, Dier
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