Starke Leistungen auf beiden Seiten
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FRANKREICH
Hugo Lloris: Befriedigend
Beim ersten Gegentor war Frankreichs Kapitän chancenlos. Mit einer Glanztat verhinderte er nach der Pause gegen Rebic das 2:2 und rettete danach außerhalb des Strafraums. In Erinnerung wird sein schwerer Fehler zum 2:4 bleiben. Der Schnitzer blieb zum Glück ohne Folgen, trübte aber seine starke Gesamtleistung bei der WM.
Benjamin Pavard: Befriedigend
Der 22-Jährige hinterließ zu Beginn einen nervösen Eindruck und hatte gleich einen schweren Fehler. Pavard beschränkte sich danach weitgehend auf die Abwehrarbeit und konnte sich - wie schon bei dieser WM gezeigt - kaum in die Offensive einschalten.
Raphael Varane: Befriedigend
Im französischen Strafraum herrschte viel Verkehr. Der Innenverteidiger hatte nicht immer alles im Griff, im Verbund konnte die Abwehr aber einige Chancen entschärfen. Nach der Pause leistete er sich einen leichten Ballverlust gegen Mario Mandzukic. Unter dem Strich eine durchschnittliche Leistung von Varane.
Samuel Umtiti: Gut
Der Barcelona-Legionär warf im Finale alles in die Waagschale und scheute keinen Zweikampf. Kurz vor der Pause zog er sich eine Verletzung zu. Nach dem Seitenwechsel zeigte er gutes Stellungsspiel und blieb stets aufmerksam.

AP/Petr David Josek
Samuel Umtiti erwies sich auch im Endspiel als starker Innenverteidiger
Lucas Hernandez: Gut
Auch der linke Verteidiger war defensiv stark gebunden, konnte in der ersten Hälfte kaum Druck entwickeln und holte sich in der 41. Minute eine Gelbe Karte. Nach der Pause boten sich Hernandez mehr Räume, die er zur starken Einzelaktion und dem Assist zum 4:1 nutzte.
N’Golo Kante: Befriedigend
Der Chelsea-Legionär hatte einige Ballkontakte, agierte allerdings bei Weitem nicht so souverän wie in den Spielen zuvor. Kante spielte unter dem Druck der Kroaten fehlerhaft. Nach einer frühen Gelben Karte (27.) wurde er in der 55. Minute ausgetauscht.
Paul Pogba: Gut
Pogba kam lange kaum zur Geltung und konnte sich nicht ins französische Spiel einbringen. Der ManUnited-Legionär hatte viele Zweikämpfe und behielt dabei nicht immer die Oberhand. Seine Klasse zeigte er in der 59. Minute mit einer Topaktion. Nach einem sensationellen Pass auf Mbappe leitete er sein eigenes Tor zum 3:1 ein. Kurz vor Schluss vergab er die Chance auf das 5:2.
Kylian Mbappe: Sehr gut
Zu Beginn musste der 19-Jährige viel Defensivarbeit leisten und wurde erst in der 17. Minute erstmals aktiv nach vorne. Mbappe lauerte aber stets auf Gelegenheiten, in denen er seine Schnelligkeit ausspielen konnte. So war es dann auch in der 52. Minute und vor dem 3:1. Mit seinem vierten WM-Treffer krönte er seine Leistung.

APA/AFP/Adrian Dennis
Kylian Mbappe durfte man im Endspiel in keinem Moment aus den Augen verlieren
Antoine Griezmann: Sehr gut
Auch Griezmann blieb lange unauffällig, war dann aber bei vielen entscheidenden Szenen beteiligt. Sein Freistoß führte zum Eigentor durch Mandzukic. Danach verwertete er den Elfmeter zum 2:1 souverän und leistete den Assist zum 3:1 durch Pogba. In einem WM-Finale ist das eine beachtliche Ausbeute.
Blaise Matuidi: Befriedigend
Der Juventus-Legionär hatte vor der Pause eigentlich nur eine wirkliche Szene, als er Perisic vor dessen Handspiel im Strafraum bedrängte. Ansonsten konnte sich Matuidi in Bedrängnis kaum durchsetzen und hatte Ballverluste. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der linke Mittelfeldspieler konsolidiert.
Olivier Giroud: Genügend
Der Mittelstürmer kam nicht einmal in die Nähe seines ersten Tores bei dieser WM. Giroud hing in der Luft, konnte aber auch kaum Bälle halten, die in seine Richtung kamen. Nahezu sein einziger Beitrag war, dass er die kroatische Abwehr mit seiner körperlichen Präsenz beschäftigte.
Steven N’Zonzi: Befriedigend
Der Spanien-Legionär ersetzte in der 55. Minute den enttäuschenden Kante. N’Zonzi hatte die Partie besser im Griff als sein Vorgänger. Entscheidende in Szene konnte er sich aber nicht setzen.
Corentin Tolisso: zu kurz eingesetzt
Nabil Fekir: zu kurz eingesetzt
KROATIEN
Danijel Subasic: Befriedigend
Bis zum Führungstor hatte Kroatiens Goalie nichts zu tun. Beim Eigentor war er dann überrascht. Auch danach hatte die Partie noch unliebsame Überraschungen für Subasic übrig. Beim Elfer war er im falschen Eck, vor dem 3:1 schickte ihn der geblockte Schuss in die falsche Richtung, und beim verdeckten Schuss zum 4:2 streckte er sich vergeblich.
Sime Vrsaljko: Befriedigend
Der Rechtsverteidiger fiel vor der Pause mit einer Flanke auf und hatte nach dem Seitenwechsel einen Weitschuss. In der Schlussphase machte Vrsaljko dann ordentlich Druck und war viel am Ball. Entscheidendes sprang dabei nicht heraus.
Dejan Lovren: Befriedigend
Der Routinier war in der Innenverteidigung lange nicht gefordert, da Frankreich zu Beginn kaum offensiv werden konnte. Die Leistung des Liverpool-Legionärs war solide, aber nicht mehr.
Domagoj Vida: Gut
Da Kroatien über links sehr offensiv spielte, bekam es Vida oft mit Mbappe zu tun. Der Besiktas-Legionär nahm die Herausforderung an, zeigte ein starke Leistung und in der ersten Hälfte ein Supertackling gegen den Jungstar. Das 1:1 durch Perisic legte Vida überdies auf. Vor dem 1:4 durch Mbappe attackierte er nicht forsch genug.
Ivan Strinic: Sehr gut
Der Neuzugang beim AC Milan zeigte, dass sich die Italiener auf eine echte Verstärkung freuen dürfen. Strinic agierte auf der linken Seite sehr hoch und machte richtig Dampf. Die Franzosen hatten mit ihm alle Hände voll zu tun. Strinic arbeitete unermüdlich und zeigte jenen Willen, der die Kroaten bei dieser WM auszeichnete.

Reuters/Carl Recine
Ivan Strinic gab im Endspiel sein letztes Hemd für den WM-Titel
Marcelo Brozovic: Befriedigend
Brozovic spielte knapp vor der Abwehr und agierte fast in Manier einer längst vergessenen Position - jene des Vorstoppers. Einmal rettete Brozovic in höchster Not vor Griezmann, mit einem schlechten Pass leitete er einen gefährlichen Konter der Franzosen ein.
Ivan Rakitic: Sehr gut
Der Barcelona-Spieler war ruhig am Ball und bewies große Übersicht bei seinen Pässen. Einer davon - der perfekt in die Schnittstelle ging - leitete die Chance von Ante Rebic ein. Nach dem Rückstand wurde Rakitic immer mehr zum Antreiber und wollte die Niederlage nicht wahrhaben. Seine starke Leistung führte aber nicht zum Erfolg.
Ante Rebic: Gut
Rebic legte von Beginn an jene Aggressivität im Zweikampf an den Tag, die er schon die ganze WM gezeigt hatte. Bei einer Direktübernahme schoss er vorbei, nach der Pause scheiterte er an Lloris. Rebic arbeitete unermüdlich und wurde in der 71. Minute ausgetauscht.
Luka Modric: Gut
Kroatiens Kapitän ging früh auf den Ball und störte den französischen Spielaufbau. In der ersten Hälfte sorgte Modric bei den ruhenden Bälle für Gefahr. Aus dem Spiel heraus fehlte aber die zündende Idee. Der Real-Star versuchte das Spiel zu lenken und erwies sich einmal mehr als Edeltechniker.

AP/Matthias Schrader
Luka Modric zeigte im Finale seine Edeltechnik, aber auch ein großes Kämpferherz
Ivan Perisic: Gut
Der Inter-Legionär wurde zu einer von zwei unglücklichen Figuren im Finale. Perisic lieferte wie schon im Semifinale eine starke Leistung ab. Zunächst war er noch glücklos, ehe er mit einer starken Aktionen den Ausgleich erzielte und noch die Chance von Rebic vorbereitete. Wäre da nur nicht das Handspiel gewesen, das zum Elfmeter führte.
Mario Mandzukic: Gut
Der Matchwinner im Semifinale gegen England brachte Frankreich mit seinem Eigentor - dem ersten in einem WM-Finale in der Geschichte - in Führung. Danach wollte der Juventus-Stürmer seinen Fehler unbedingt ausbessern und rackerte bis zum Umfallen. Sein unermüdlicher Wille wurde belohnt, indem er Lloris attackierte und zum Fehler zum 2:4 zwang.
Andrej Kramaric: Befriedigend
Kramaric ersetzte ab der 71. Minute den ausgepumpten Rebic. Die Kroaten hatten zu diesem Zeitpunkt noch einen Funken Hoffnung. Der Hoffenheim-Legionär konnte aber auch keine wirklichen Akzente noch setzen.
Marko Pjaca: zu kurz eingesetzt
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