Nach neun Disziplinen war Schluss
Dominik Distelberger ist das Risiko eines neuerlichen Einrisses an der rechten Achillessehne zu groß gewesen. Der Niederösterreicher beendete den Zehnkampf bei der Leichtathletik-EM in Berlin vor dem abschließenden 1.500-m-Lauf. Gleichzeitig ist es das Saisonende, Priorität hat nun, wieder schmerzfrei zu werden. Danach wird der 28-Jährige versuchen, sich für die WM 2019 in Doha zu qualifizieren.
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Als 18. war Distelberger in den zweiten Wettkampftag gegangen, am Mittwoch kamen 14,61 Sekunden und ein Laufsieg über 110 m Hürden, 43,66 Meter im Diskuswurf, 4,60 Meter im Stabhochsprung und 54,43 Meter im Speerwurf dazu. Da Distelberger im Vorfeld wegen Trainingsrückstandes kaum testen konnte, stellte er in acht der neun Disziplinen Saisonbestleistung auf, nur im Weitsprung war er vor Kurzem bei den Staatsmeisterschaften besser gewesen.
Verletzungsrisiko zu groß
„Die Hürden waren noch okay, Diskus auch voll, der hat mich noch einmal richtig motiviert. Im Stabhoch war ich aber beim Einlauf schon mehr als einen Meter kürzer, weil ich beim Laufen nicht gescheit andrücken konnte. Ich hätte schon den Schlussstrich ziehen sollen, aber mir gedacht, mach den Speer noch. Aber danach habe ich gesehen, das bringt nichts“, erklärte Distelberger.

GEPA/Mario Kneisl
Auch Dehnungsversuche konnten die Schmerzen Distelbergers nicht entscheidend verringern
„Es hat mir extrem getaugt hier, es ist eine saucoole Atmosphäre und das Stadion wirklich geil. Von dem her tut es schon sehr weh. Normalerweise haue ich nicht hin, aber das war jetzt einfach vernünftig und sinnvoll. Ich hätte nicht mehr garantieren können, dass ich noch laufe, ohne zu riskieren, mich zu verletzen.“
Nächster Angriff im nächsten Jahr
Das sei ihm bei der EM 2014 in Zürich passiert. Da schaute am Ende Platz zwölf heraus, aber auch ein Achillessehnenlängseinriss. „Das brauche ich jetzt wirklich nicht mehr. Es wäre hier wahrscheinlich ein 13. Platz geworden, das ist schade natürlich. Mit sechs Wochen Vorbereitung war das alles wirklich okay, teilweise gute Leistungen. Aber natürlich will ich mehr.“ Er müsse nun darauf achten, die Entzündung komplett auszukurieren, um nächstes Jahr wieder richtig angreifen zu können.
Für Distelberger - vor dem Schlussbewerb war er 14. - war es der erste Zehnkampf nach jenem bei der WM 2017 in London, als er ebenfalls mit Achillessehnenproblemen 17. geworden war. Nach einer guten Hallensaison mit dem achten WM-Rang im Siebenkampf machte sich Ende März wieder sein altes Problem bemerkbar. Die Hoffnung ist nun, auf die Hallen-EM hin die Form aufzubauen und dann bei den Zehnkämpfen zum Freiluftauftakt 2019 die Qualifikation für die WM in Katar zu schaffen.
Abele holt erstes Gold für Deutschland
Den EM-Titel sicherte sich der Deutsche Arthur Abele, der nach dem frühen Aus des französischen Weltmeisters und Olympiazweiten Kevin Mayer (drei ungültige Versuche im Weitsprung) mit 8.431 Punkten vor dem Russen Ilja Schkurenjow (8.321) und dem Weißrussen Witali Schuk (8.290) gewann und Gastgeber Deutschland damit das erste Gold bescherte.

AP/Martin Meissner
Arthur Abele, der „König der Leichtathleten“, ließ beim Jubel seine Muskeln spielen
Die 10.000 m der Damen entschied die Israelin Chemtai Lonah Salpeter in 31:43,29 Minuten vor der Niederländerin Susan Krumins (31:52,55) und der Schwedin Meraf Bahta (32:19,34) für sich. Im Kugelstoßen schnappte die Polin Paulina Guba (19,33 m) der Deutschen Christina Schwanitz (19,19 m) Gold weg. Bronze ging an die Weißrussin Aliona Dubizkaja (18,81 m). Im Weitsprung der Herren gab es durch Miltiadis Tentoglou (8,25 m) einen griechischen Erfolg, auch hier gab es für das Gastgeberland durch Fabian Heinle (8,13 m) Silber. Dritter wurde der Ukrainer Sergej Nikiforow (8,13 m).
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