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Sport rückt in den Hintergrund

Das Hinspiel in der Qualifikation zur Europa League zwischen Puntigamer Sturm Graz und AEK Larnaka ist am Donnerstag von einem Eklat überschattet worden. Nachdem ein Linienrichter nach einem Becherwurf aus dem Zuschauersektor eine blutende Platzwunde erlitten hatte, wurde das Spiel in der 78. Minute beim Stand von 0:2 (0:0) unterbrochen, nach 40 Minuten aber doch noch fertiggespielt.

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Ein mutmaßlicher Sturm-Anhänger warf einen vollen Becher auf Linienrichter Fredrik Klyver und traf diesen voll am Kopf. Da der Assistent dabei eine stark blutende Platzwunde erlitt, schickte der schwedische Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim die Teams in die Kabine. Nach langen Diskussionen wurde die Partie schließlich fertiggespielt.

Linienrichter wird von Becher getroffen

Der Linienrichter ging blutend zu Boden, nachdem er von einem Becher getroffen worden war. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin das Spiel.

ORF-TV-Bilder identifizierten einen Zuschauer mit einem rosafarbenen T-Shirt als mutmaßlichen Täter, der jedoch seinen Platz kurz nach dem Wurf ungehindert verlassen konnte. Wie Sturm Graz wenig später auf seiner Website mitteilte, wurde der Becherwerfer aber mittlerweile gefasst. „Es werden die möglichen Strafausmaße geprüft und anlassbezogen bis hin zu Regressforderungen sanktioniert“, schrieb der Club.

Grazer liefern enttäuschende Leistung ab

Angesichts des Vorfalls rückte das Sportliche in den Hintergrund, dabei wollte Österreichs Vizemeister nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation die zweite Chance nutzen und in der Europa League reüssieren. Am Ende stehen die Grazer nach der 0:2-Heimpleite im Rückspiel am 16. August in der AEK-Arena in Larnaca mit dem Rücken zur Wand. Joan Truyols (46.) sowie Ivan Trickovski (74.) trafen für die Gäste, Stefan Hierländer sah in der Nachspielzeit die Rote Karte.

Trickovski trifft zum 2:0 für Larnaka

Die Sturm-Abwehr wurde leicht ausgespielt, Ivan Trickovski traf unbedrängt zum 2:0 für Lanarka.

Die Grazer taten sich dabei von Anfang an schwer, in die Gänge zu kommen, und liefen Ball und Gegner hinterher. So war es den Gästen, die in den letzten beiden Jahren jeweils das EL-Play-off erreicht hatten, vorbehalten, mit ihrem gefälligen Kombinationsspiel für Gefahr zu sorgen. Ein Kopfball fiel aber zu unplatziert aus (4.), ein Vorstoß von Apostolos Giannou nach einem unnötigen Ballverlust konnte gerade noch gestoppt werden (5.).

Einen Stanglpass auf den Australien-Griechen fing gerade noch Torhüter Jörg Siebenhandl ab (7.). Sturm, das mit sechs Treffern in der Liga Spitze ist, tauchte nur sporadisch in der gegnerischen Hälfte auf, ein Schupfer von Lukas Grozurek auf Philipp Hosiner fiel zu lang aus (10.).

Siebenhandl mit Glanzparade

Während der Ex-ÖFB-Temspieler und sein Sturmkollege Markus Pink aber weiter in der Luft hingen, machten die Zyprioten einer bis dahin indisponierten Grazer Hintermannschaft vor 7.500 Zuschauern weiter das Leben schwer. In der zehnten Minute wäre Larnaka auch fast für den mutigen Auftritt belohnt worden, eine Direktabnahme von Giannou nach Ableger von Acoran konnte Siebenhandl mit einer Glanzparade gerade noch von der Linie kratzen (16.), kurz darauf verfehlte ein gut angetragener Weitschuss von Acoran knapp sein Ziel. Österreichs Vizemeister hatte Glück, dass es noch immer 0:0 stand.

Nach knapp 25 Minuten bekamen die Grazer zwar immerhin mehr Zugriff auf das Spiel, machten sich die Aufgabe mit zahlreichen Fehlpässen und Unachtsamkeiten aber selbst immer wieder schwerer als nötig. Larnaka zog sich bei hochsommerlichen Temperaturen nun etwas zurück und überließ den „Blackies“ mehr Spielanteile, diese konnten die sich nun bietenden Räume allerdings nicht wirklich nutzen. So verabschiedeten sich die beiden Teams torlos in die Kabine, bei den Schussversuchen stand es nach 45 Minuten 1:6 für die Gäste.

Kalte Dusche nach der Pause

Unmittelbar nach der Pause folgte dann die kalte Dusche. Zunächst schickte Vogel Philipp Huspek statt des bemühten, aber glücklosen Grozurek aufs Feld. Der 27-Jährige hatte seine Position allerdings noch gar nicht gefunden, schon schlugen die Gäste zu. Siebenhandl rutsche ein Rückpass über den Rist. Den anschließenden Eckball wollte der Sturm-Goalie wegfausten, allerdings stieg vor ihm Lukas Spendlhofer hoch und verlängerte per Kopf unfreiwillig auf Larnaca-Innenverteidiger Joan Truyols, der den Ball im leeren Tor versenkte (46.).

Truyols trifft zum 1:0 für Larnaka

Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl verursacht ungeschickt einen Eckball. Diesen verlängert Spendlhofer dann unglücklich auf den Kopf von Joan Truyols, der keine Mühe hat, den Ball ins leere Tor zu bringen.

Die Grazer waren nun gefordert und mussten mehr Risiko gehen. Fast wäre die Vogel-Elf allerdings gleich noch einmal bestraft worden. Der Mazedonier Ivan Trickovski, der beim 4:0-Heimsieg in der zweiten Qualirunde gegen Dundalk FC gleich zwei Treffer erzielt hatte, traf in der 51. Minute zum Glück für Sturm vom 16er aus aber nur die Querlatte. Im Gegenzug dann aber die bis dahin größte Chance für Sturm. Einen platzierten Schuss von Peter Zulj wehrte Larnaca-Goalie Tono Ramirez aber mit der Fingerspitzen zur Ecke ab.

Elfmeteralarm nach Attacke an Zulj

Die Gäste aus Zypern blieben aber auch weiterhin brandgefährlich, zum Glück für die Grazer fehlte bei schnellen Gegenstößen ein ums andere Mal ein Abnehmer in der Mitte. In der 56. Minute lief Giannou allein auf Siebenhandl zu, mit einem perfekt getimten Tackling konnte Anastasios Avlonitis die Situation aber gerade noch klären. In der 66. Minute dann Elfmeteralarm auf der anderen Seite nach einer Attacke an Zulj, der im Strafraum regelwidrig am Standfuß getroffen wurde. Die Pfeife des schwedischen Schiedsrichter Al-Hakim blieb aber stumm.

Schiedsrichterpfeife bleibt stumm

Peter Zulj wird im Strafraum von Larnaka von den Beinen geholt, der Pfiff von Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim bleibt aber aus.

Vogel versuchte, mit den Einwechslungen von Emeka Eze und Lackner im Finish noch einmal für frischen Wind zu sorgen. Mehr als ein Huspek-Schuss, den Ramirez klärte, sowie ein Kopfball von Pink beim anschließenden Corner schauten aber nicht heraus (73.). Larnaca erwies sich im Gegensatz zu den Grazern bei ihrer nächsten Chance effizienter. Giannou tanzte an der Grundlinie die Grazer Abwehr aus und legte in die Mitte zurück zu Trickovski, der den Ball eiskalt zum 2:0 einschob (74.).

Wenig später folgte dann die folgenschwere Attacke auf den Schiedsrichter. Sturm versuchte nach dem Wiederanpfiff - anstelle von Klyver stand der vierte Offizielle an der Linie -, den Anschlusstreffer zu erzielen. Für die Vogel-Elf lief aber weiterhin nichts zusammen. Negativer Schlusspunkt war der Platzverweis Hierländers nach einem Foul.

Europa-League-Qualifikation, dritte Runde, Hinspiel

Donnerstag:

Sturm Graz - AEK Larnaka 0:2 (0:0)

Merkur-Arena, 7.500 Zuschauer, SR Al Hakim (SWE)

Torfolge:
0:1 Truyols (46.)
0:2 Trickovski (74.)

Sturm: Siebenhandl - Spendlhofer, Avlonitis, Maresic - Koch, P. Zulj, Lovric (64./Lackner), Grozurek (46./Huspek), Hierländer - Hosiner (57./Eze), Pink

Larnaka: Tono - Silva, Truyols (80./Tete), Gonzalez, Ioannou (59./Mojsov) - Hevel, Jorge - Acoran, Trickovski (77./Tomas), Nacho - Giannou

Rote Karte: Hierländer (94./Foul)

Gelbe Karten: Zulj bzw. Cases, Acoran

Die Besten: Hierländer bzw. Acoran, Giannou, Trickovski

Anm.: Das Spiel wurde in der 80. Minute für fast 40 Minuten unterbrochen.

Rückspiel am 16. August (17.30 Uhr, live in ORF eins) in Larnaka

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