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Gesundheit steht im Vordergrund

Mit dem erstmaligen Erreichen eines Grand-Slam-Endspiels schien für Dominic Thiem in Paris der Weg geebnet zum nächsten Schritt in Richtung gesichertes Top-Fünf-Niveau. Doch danach lief es für den Niederösterreicher, der am 3. September seinen 25. Geburtstag feiert, auf der ATP-Tour gar nicht nach Wunsch. Sechs Tage vor Beginn der US Open in New York ist die vollständige Gesundung nun einmal das Wichtigste.

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Ein hartnäckiger Virus quälte Thiem schon im Vorfeld des Masters-1000-Turniers von Toronto. Die Folge war eine Zweisatzniederlage nach Freilos in der zweiten Runde gegen Stefanos Tsitsipas, der immerhin danach drei weitere Top-Ten-Spieler auf dem Weg ins Endspiel aus dem Weg räumte.

„Er hängt sich richtig rein“

Als sich Thiem auch in Cincinnati noch nicht besser fühlte, nahm er sich gleich vor seinem ersten Einsatz selbst aus dem Turnier. Sein Coach Günter Bresnik führt den Weltranglistenneunten, der am Sonntag erstmals wieder Bälle schlug, dieser Tage mit vorsichtigem Trainingsbeginn wieder zurück Richtung Wettkampftennis.

Dominic Thie

GEPA/Matthias Hauer

Zuletzt quälte sich ÖTV-Star Thiem mit einem hartnäckigen Virus

Immerhin gab es nach den ersten Trainingstagen in New York gute Nachrichten, Bresnik sieht den Weltranglistenneunten am Tag vor der Auslosung fit für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. „Zwei Wochen kannst du jetzt nicht wegwischen, das ist klar“, meinte Bresnik auf APA-Anfrage, fügte aber erleichtert hinzu: „Aber er hängt sich richtig rein, trainiert gut und hat da jetzt auch schon Sätze gespielt. Ich muss sagen, es ist viel, viel besser als in den kühnsten Erwartungen.“

Abschied aus Top Ten droht

Natürlich steht die vollständige Gesundung im Vordergrund. Zuletzt hat Österreichs zehnfacher Turniersieger seit Roland Garros, wo er mehrmals sein bisher überhaupt bestes Tennis zeigte, alles andere als überzeugt: noch müde von Paris in Halle nach einem Sieg out, in Wimbledon in Runde eins am Rücken verletzt ausgeschieden. Dann verlor er nach zwei Siegen in Hamburg im Viertelfinale in zwei knappen Tiebreaks, und topgesetzt in Kitzbühel folgte ein hauchdünnes Auftakt-Aus wie danach auch in Toronto. Die nackten Zahlen: in fünf Turnieren nur drei Siege.

Dass Thiem dadurch im Ranking langsam an Boden verliert, ist eine logische Folge. Sollte Thiem nicht in Flushing Meadows den Turnaround schaffen, dann blüht ihm der erstmalige Rausfall aus den Top Ten seit 6. Juni 2016. Bresnik hält von solchen Ansagen nichts. „Das passiert sowieso irgendwann einmal. Das sind alles Dinge, mit denen ich mich nicht beschäftigen soll. Ein normaler Mensch schaut nicht in den Rückspiegel, der fährt einmal vorne weg. Ich bin kein Rückspiegelschauer“, erklärte Bresnik noch vor seiner Abreise in die USA gegenüber der APA.

ATP-Finals noch in Reichweite

Thiem wird bei der Auslosung für das letzte Grand-Slam-Turnier am Donnerstag (20.00 Uhr MESZ) als aktuelle Nummer neun erstmals seit einiger Zeit nicht unter den Top-Acht-Spielern gesetzt sein. Er hat in diesem Jahr bisher 3.005 Punkte geholt, vor Jahresfrist waren es zu diesem Zeitpunkt exakt 530 mehr - damit ist er im Race derzeit Achter, damals war er Vierter. Der Zug in Richtung dritte Teilnahme an den ATP World Tour Finals in London en suite ist also noch keineswegs abgefahren. Selbst nicht bei einem frühen Aus in New York, wo aus dem Vorjahr 180 Zähler für ein Achtelfinale aus der jahresübergreifenden ATP-Wertung fallen.

Nach Flushing Meadows hat Thiem zunächst den Heim-Davis-Cup in Graz gegen Australien von 14. bis 16. September im Plan stehen. Danach spielt er in St. Petersburg, Schanghai, Wien und Paris-Bercy. Eine neuerliche Masters-Teilnahme hält auch Bresnik für „nicht ausgeschlossen“. „Die Voraussetzungen dafür sind aber, dass er diese vier Turniere gut spielt. Da muss er sehr gut spielen.“ Schließlich gibt es auch hinter seinem Schützling einige Leute, die noch aufkommen. Zuletzt zum Beispiel David Goffin, Grigor Dimitrow, nicht zu vergessen Griechenlands Jungstar Tsitsipas. Auch ein John Isner könnte gerade bei den US Open gut punkten.

Anfällig für grippale Infekte

Vater Wolfgang Thiem verfolgt das Geschehen nur aus der Ferne. „Man muss schauen, wie die Woche Training geht und wie er sich entwickelt. Dass er nicht hundertprozentig beieinander ist, ist klar“, sagte Thiem senior zur APA.

Trotz der Pechsträhne drängt sich aber doch die Frage auf, ob die Reisestrapazen samt Jetlag sich bei seinem Sohn nicht häufiger mit Erkrankungen auswirken als bei anderen. Auch zum Beispiel zu Beginn des Jahres in Australien oder in der Vergangenheit im Finish der Saison war er oft verkühlt. 2016 sagte Thiem für das 1000er-Turnier in Schanghai, 2017 für das 1000er in Paris-Bercy ab.

„Er ist einer, der sehr anfällig ist, für so grippale Infekte, das war er immer schon“, erzählt Wolfgang Thiem. „Er hat halt zwei-, dreimal pro Jahr seine Erkältungen, das fällt halt meistens in den Oktober oder November. Wie es jetzt ist, ist aber eher ungewöhnlich.“ Grundsätzlich müsse man da aber nichts rauslesen.

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