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Erster Meistercup-Sieger aus Osteuropa

Das Kürzel FCSB wirkt unscheinbar, hinter der Bezeichnung von Rapids Gegner im Play-off der Europa League verbirgt sich jedoch einer der schillerndsten Vereine Osteuropas. Als Steaua Bukarest avancierte der Club, dessen Name aufgrund eines Rechtsstreits abgelegt werden musste, zu Rumäniens Rekordmeister und in den 1980er Jahren zu einer internationalen Topadresse.

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Höhepunkt war 1986 der Sieg im Meistercup, dem Vorgänger der Champions League. Es war der erste Triumph eines Vereines aus Osteuropa. Drei Jahre später reichte es für das damalige Spielzeug des Clans des kommunistischen Staatschefs Nicolae Ceausescu im wichtigsten Europacup-Bewerb immerhin noch zur Finalteilnahme. Seither ging es mit dem Verein, gegen den Rapid am Donnerstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) das Hinspiel im Play-off bestreitet, langsam, aber stetig bergab.

Daran konnte selbst ein millionenschwerer Clubchef nichts ändern. George Becali zahlt nicht nur für rumänische Verhältnisse hohe Gehälter, dennoch verlor man die nationale Vormachtstellung an Provinzclubs wie CFR Cluj, Viitorul Constanta und Astra Giurgiu. Der bisher letzte von 26 Meistertiteln des rumänischen Rekordchampions datiert aus dem Jahr 2015.

Alessandro Murgia (Lazio) und Junior Morais (Steaua)

AP/Raed Krisan

Vergangene Saison scheiterte FCSB (in Rot) im EL-Sechzehntelfinale klar am späteren Salzburg-Gegner Lazio Rom

Sternstunde in Sevilla

Die Vorsaison beendete FCSB auf Rang zwei, derzeit liegt der Verein in der Liga I mit zehn Punkten aus fünf Spielen einen Zähler hinter Cluj ebenfalls an zweiter Stelle. In der erfolgreichsten Ära des Clubs war Steaua Rumäniens unangefochtene Nummer eins - davon zeugt etwa eine Serie von 104 Ligapartien ohne Niederlage zwischen Juni 1986 und September 1989, womit ein Weltrekord aufgestellt wurde, der im Moment noch immer als Europarekord Bestand hat.

Noch vor dem Beginn dieses nationalen Erfolgslaufs gelang der größte Triumph. Im Meistercup-Finale am 7. Mai 1986 besiegte Steaua den klar favorisierten FC Barcelona mit 2:0 im Elfmeterschießen. Goalie Helmuth Duckadam parierte in Sevilla vor rund 70.000 Zuschauern, darunter nur geschätzte 1.000 rumänische Fans, alle vier Penaltys der Katalanen und stieg zum Helden auf. Für den damals 27-jährigen Duckadam war das Finale das letzte Match als Profi. Der Torhüter musste seine Karriere wenig später wegen einer Gefäßerkrankung im Arm beenden.

Dubioser Clubchef

Immerhin wurde Duckadam im August 2010 zum Steaua-Präsidenten gekürt, seine Kompetenz beschränkt sich allerdings auf repräsentative Aufgaben. An den Schalthebeln sitzt Becali, der den Club 2003 übernahm. Der 60-Jährige gilt als dubioser Geschäftsmann: Seine ersten Millionen machte er 1999 durch einen undurchsichtigen Landtausch mit dem rumänischen Verteidigungsministerium - ein umstrittener Deal, der die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief.

2009 landete Becali wegen des Delikts der Freiheitsberaubung in Untersuchungshaft. Becalis Leibwächter hatten Diebe eines seiner Luxusautos ausfindig gemacht und stundenlang in den Kofferraum des Fahrzeugs gesteckt. Zuvor war der streitbare Unternehmer als Kandidat einer nationalistischen Partei ins Europaparlament gewählt worden, konnte sein Mandat aber nur beschränkt ausüben, weil gegen ihn phasenweise ein Ausreiseverbot bestand. Diverse Vergehen brachten Becali, der 2012 auch für kurze Zeit ins rumänische Parlament einzog, schließlich eine rund zweijährige Haftstrafe ein, die er 2015 abgesessen hatte.

Streit um Namen

Schon während seiner Inhaftierung begann der Rechtsstreit um den Namen und die Vereinssymbole von Steaua. Diese reklamierte das Verteidigungsministerium für sich, weil der 1947 gegründete und 1998 privatisierte FC Steaua jahrzehntelang der Club der Armee gewesen war. Am Ende wurde im Sinne des Ministeriums entschieden, und Becali musste den Rekordchampion im März 2017 in „SC Fotbal Club FCSB SA“ umtaufen.

Der Europäische Fußballverband (UEFA) akzeptiert den Verein trotz der Namensänderung als Rechtsnachfolger von Steaua Bukarest. Daher werden dem FCSB von der UEFA neben dem Meistercup-Sieg von 1986 auch die 26 Meistertitel und 22 Cupsiege sowie der Gewinn des europäischen Supercups 1986 angerechnet.

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