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2:0-Führung in 77 Sekunden verspielt

Red Bull Salzburg hat am Mittwochabend in einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie neuerlich den Einzug in die Champions League nicht geschafft. Österreichs Meister kam im entscheidenden Play-off-Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und verpasste nach dem 0:0 im Hinspiel auch im elften Anlauf seit der Übernahme durch Red Bull den Sprung in die Gruppenphase der Königsklasse.

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Die klar überlegenen Salzburger lagen nach zwei Treffern von Munas Dabbur (45., 48./Foulelfmeter) hochverdient mit 2:0 auf Kurs, gaben aber innerhalb von 77 Sekunden und zwei Toren durch El Fardou Ben Nabouhane (65., 66.) die fast sicher geglaubte Königsklassenteilnahme noch aus der Hand. Während der 28-fache serbische Meister (inkl. Jugoslawiens) nach sechs erfolglosen Versuchen erstmals im Konzert der Großen mitspielt, muss Salzburg einmal mehr in die Europa-League-Gruppenphase wechseln.

Enttäuschte Spieler am Rasen

APA/Daniel Krug

Grenzenlose Enttäuschung in den Reihen von Österreichs Serienmeister Salzburg

Salzburg von Beginn an dominant

Im Angriff hatte Salzburg-Trainer Marco Rose neben Einserstürmer Munas Dabbur dem erst 19-jährigen Patson Daka den Vorzug gegenüber Reinhold Yabo und Smail Prevljak gegeben. Xaver Schlager, in Belgrad Wechselspieler, startete statt des verletzten Zlatko Junuzovic. Roter-Stern-Trainer Vladan Milojevic baute seine Offensive im Vergleich zum Hinspiel um. Mittelstürmer Nikola Stojiljkovic fehlte verletzt, zudem verzichtete man auf den brasilianischen Rechtsaußen Cafu. Nemanja Milic und Ben Nabouhane sowie Nemanja Radonjic sorgten für Offensivpower.

Der Europa-League-Semifinalist des Vorjahres trat von Beginn an dominant auf, agierte in der Offensive druckvoll und in der Defensive stets präsent. Vom Rasenschach der Vorwoche war keine Spur. Die größte Möglichkeiten in der Anfangsphase fand Daka vor. Der sambische Teamstürmer war aber beim Abschluss aufs verwaiste Tor zu wenig konsequent, nachdem Gästegoalie Milan Borjan den Ball bei seinem Ausflug verfehlt hatte (10.). Im Anschluss an einen sehenswerten Doppelpass mit Dabbur stimmte die Ballannahme nicht (19.). Beide Versuche wurden geblockt.

Ziel nach Dabbur-Doppelpack in Griffweite

Salzburg schnürte die Serben mit Powerfußball in ihrer Hälfte ein. Doch die phasenweise neunköpfige Menschenmauer der Serben präsentierte sich neuerlich recht stabil. Hannes Wolf (13./28.) und Amadou Haidara (36.) versuchten sich erfolglos mit Fernschüssen. Roter Stern trat wie im Hinspiel offensiv kaum in Erscheinung. Unterstützt vom späteren Matchwinner Ben Nabouhane deuteten Radonjic (30.) und Milic (33.) lediglich im Umschaltspiel Gefahr an.

Als es nach einem Pausen-0:0 aussah, ließ Dabbur die 10.000 frenetischen Gästefans verstummen. Der Israeli löste sich im perfekten Moment für Ulmers Maßflanke und schoss volley zur verdienten Führung ein (45.). Die Führung durch den Goalgetter riss Clubmäzen Dietrich Mateschitz von den Sitzen, der einen Wiederbeginn nach Maß sah. Roter-Stern-Kapitän Vujadin Savic fuhr Wolf nach dessen Schuss in die Parade, und der türkische Schiedsrichter Cüneyt Cakir entschied auf Elfer. Dabbur verlud Borjan und stellte mit einem Schuss ins linke Eck auf 2:0 (48.).

Tor von Dabbur

APA

Nach dem verwandelten Elfmeter von Dabbur sah alles nach der Premiere für Salzburg in der Champions League aus

Belgrader Doppelschlag aus dem Nichts

Die Gäste forcierten notgedrungen die Offensive: Milan Pavkov kam für den blassen Milic und stellte sich gleich mit einem Schuss knapp drüber vor (52.). Die Szenerie blieb hektisch: Nach einer minutenlangen Diskussion mit Rudelbildung nach einem Bodenduell, die in zwei Gelben Karten für beide Mannschaften endete, verlor Salzburg komplett den Faden. Wolf verlor gegen Milos Degenek an der Flanke den Ball, Ben Nabouhane drückte zum Anschlusstreffer über die Linie (65.).

Salzburg taumelte, und die Partie kippte innert 77 Sekunden: Degenek entwischte Ramalho nach einer weiten Freistoßflanke, die Bogenlampe des Verteidigers senkte sich über Stankovic ins lange Eck - Ben Nabouhane war noch mit der Schuhspitze dran (66.). Fast ungläubig zogen die Serben im Anschluss wieder ihre Defensivketten auf. Borjan war bei Haidaras Weitschuss (74.) sowie einem Freistoß des eingewechselten Reinhold Yabo zur Stelle (80.).

Die Salzburger, die auch körperlich viel investiert hatten, setzten noch einmal zum Schlusssprint Richtung Millionenliga an. Rose warf Prevljak in die Partie, Haidara setzte einen Kopfball aus hervorragender Position kläglich daneben (86.). In der Nachspielzeit traf Dabbur den Ball nach Haidara-Flanke nicht richtig, auch Ramalhos Kopfball war zu zentral. Der Traum vom Herbst in der Königsklasse für Salzburg erfüllte sich ein weiteres Mal nicht.

Champions-League-Play-off, Rückspiel

Mittwoch:

FC Salzburg - Roter Stern Belgrad 2:2 (2:0)

Wals-Siezenheim, 26.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Cakir (TUR)

Hinspiel 0:0 - Roter Stern mit Gesamtscore 2:2 aufgrund der Auswärtstorregel in der Champions League; Salzburg in der Gruppenphase der Europa League

Torfolge:
1:0 (45.) Dabbur
2:0 (48.) Dabbur (Elfmeter)
2:1 (65.) Ben Nabouhane
2:2 (66.) Ben Nabouhane

Salzburg: Stankovic - Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer - Haidara, Samassekou, H. Wolf, X. Schlager (83./Prevljak) - Daka (69./Yabo), Dabbur

Roter Stern: Borjan - Stojkovic, Savic, Degenek, Rodic - Krsticic, Jovicic - Simic (37./Jovancic), Ben Nabouhane, Radonjic (81./Gobeljic)- Milic (49./Pavkov)

Gelbe Karten: Pongracic, X. Schlager, Dabbur bzw. Krsticic, Stojkovic, Pavkov

Die Besten: Samassekou, Dabbur bzw. Degenek, Ben Nabouhane

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