Beckham kämpft um WM wie ein „Lion“
Englands Kandidatur für die WM 2018 hat bereits einiges hinter sich. Der inzwischen als Verbands-Vorsitzender und Bewerbungschef zurückgetretene David Triesman hatte das Projekt mit Äußerungen über angebliche Bestechungen von WM-Schiedsrichtern belastet. Mit Geoff Thompson, Vizepräsident des FIFA-Exekutivkomitees, will das Mutterland des Fußballs die WM wieder „nach Hause“ holen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Der neue Chef der Bewerbung ist aber nur ein Motor im Rennen um die WM 2018, die so gut wie sicher in Europa stattfinden wird. Die Konkurrenten Russland, Niederlande/Belgien und Spanien/Portugal sollen nicht zuletzt mit einer Armada an prominenten Fürsprechern distanziert werden. Allen voran kämpft David Beckham, der langjährige Kapitän der „Three Lions“, wie ein Löwe um die zweite WM in England nach 1966, als die Gastgeber auch dank des „Wembley-Tors“ ihren bisher einzigen WM-Titel gegen Deutschland fixierten.

APA/EPA/Keystone/Ennio Leanza
David Beckham überreicht englische Bewerbung an FIFA-Boss Blatter.
„Becks“ übergab die Bewerbung im Vorjahr persönlich an FIFA-Boss Sepp Blatter, seither absolvierte die kickende England-Ikone unzählige öffentliche Auftritte. Ein WM-Turnier auf der fußballverrückten Insel hätte aber - nicht zuletzt aufgrund der stimmungsvollen EM 1996 - auch viele ausländische Fürsprecher. So setzte sich auch Ex-Chelsea-Legionär Michael Ballack vom Erzrivalen Deutschland für die WM 2018 in England ein. Didier Drogba und zahlreiche andere Premier-League-Legionäre taten es ihm gleich.
England ist ein WM-Land
Neben Starkult und Sentimentalitäten sprechen aber auch harte Fakten für die Briten: Millionen von Fans, die entsprechende Infrastruktur mit vielen bereits vorhandenen Stadien, und eine gewaltige, u. a. von Fußball dominierte Medienlandschaft machen England zum perfekten WM-Land. Die beeindruckende Pub-Dichte im Land sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Drei Stadien in London (Wembley, Emirates, Stamford Bridge) sowie die Fußballtempel in Manchester (Old Trafford, City-Stadium) und Liverpool (New Anfield) würden die Herzen der WM-Besucher höher schlagen lassen.
Russland ist ein starker Außenseiter, Partner-Bewerbungen wie jenen der Spanier und Portugiesen bzw. Niederländer und Belgier wurde von der FIFA nach der WM 2002 in Südkorea/Japan eigentlich schon eine Absage erteilt. England war und ist der klare Favorit, die Vergabe am 2. Dezember in Zürich soll im ganzen Land gefeiert werden. Dafür betrieb Beckham während in Südafrika Lobbying in den Hinterzimmern der FIFA und trank Tee mit Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Sportlich gingen die Engländer am Kap baden, die Chance auf „Football’s coming home“ lebt.
Harald Hofstetter, ORF.at
Links: