Nicht ohne seinen Vater
Das EM-Finale der Top Zwölf über 3.000 Meter Hindernis ist für Martin Pröll außer Reichweite gewesen. Der Oberösterreicher wurde in seinem Vorlauf am Freitag Zehnter in 8:41,63 Minuten und landete gesamt auf dem 19. Rang unter 24 Teilnehmern. Danach richtete er kritische Worte an den österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV).
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Pröll beklagte sich darüber, dass sein Trainer-Vater Manfred Pröll vom Verband nicht akkreditiert worden war. „Das ist nicht der einzige Grund für die Leistung, aber es war sicherlich nicht förderlich, denn da leidet die Motivation drunter. Mit der Wut im Bauch kommt nichts raus.“ Der Athlet glaubt, dass die Nichtberücksichtigung seines Trainers eine Reaktion darauf war, dass er dem Verband aus beruflichen Gründen für die Team-EM im Juni in Belgrad, für die Startverpflichtung galt, abgesagt hatte.
„Keinen Willen gezeigt“
Sportdirektor Hannes Gruber dazu: „Das ist nicht der Hauptgrund, aber ich kann nicht ausschließen, dass dies mitgespielt hat. Die Entscheidung hat die Sportkommission getroffen, sie wurde vom Vorstand bestätigt. Für die Team-EM gilt Startverpflichtung, sie ist ein Heiligtum.“ Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) hat für 15 Sportler acht Trainer in Barcelona mit. Die besten Athleten dürfen ihre Heimtrainer mitnehmen, danach gelte als Kriterium eine ausgewogene Disziplinaufteilung.
Pröll, der sich ein zweites Standbein als Fotograf aufbaut, hatte am Team-EM-Wochenende eine berufliche Verpflichtung wahrgenommen. Er habe schon in den Wochen vorher einmal wegen eines Meetings freibekommen und außerdem einmal Pflegeurlaub nehmen müssen, weshalb er dem Arbeitgeber dieses Mal nicht absagen wollte. Der ÖLV indes erläuterte, dem Athleten sogar entgegengekommen zu sein, was Flugzeiten etc. betrifft. „Wir haben ihm für die Team-EM einiges angeboten, er hat auch keinen Willen gezeigt, zu starten“, sagte ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis.
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