Themenüberblick

„Die Zeiten haben sich geändert“

Neun Jahre gab Kimi Räikkönen in der Formel 1 Gas, feierte bei 156 Starts für Sauber, McLaren und Ferrari insgesamt 18-Grand-Prix-Siege und wurde im Jahr 2007 mit der „Scuderia“ auch Weltmeister. Nach einer durchwachsenen Saison 2009 und dem Scheitern mehrerer Vertragsverhandlungen kehrte der 30-Jährige der Formel 1 den Rücken und wechselte in den Rallye-Sport.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Erfolge des „Iceman“ im Juniorteam von Citroen halten sich zwar in Grenzen, trotzdem sieht der Finne ein Comeback in der Königsklasse des Motorsports als unwahrscheinlich an. „Man kann nie wissen, aber ich werde wohl nicht in die Formel 1 zurückkehren. Das habe ich viele Jahre gemacht und dabei großartige Momente erlebt. Ich habe einen WM-Titel gewonnen, wovon ich immer geträumt habe. Aber die Zeiten haben sich geändert. Jetzt fahre ich Rallye und es gibt viele andere Sachen im Leben als die Formel 1“, stellte der Finne klar.

Kimi Räikkönen im Rallye-Auto

APA/EPA/Reporter Images

Drifts statt Downforce: Räikkönen im Einsatz bei der Deutschland-Rallye

Das Ziel ist, „das Ziel zu erreichen“

Trotz der klaren Ansage liegen die Ansprüche von einst und jetzt weit auseinander. „Es ist eine andere Herausforderung und meine Hoffnung Nummer eins ist es, ohne größere Probleme das Ziel zu erreichen“, gibt sich der Finne in seinem Debütjahr als Kollege von Sebastien Loeb und Co keinen Illusionen hin.

Sein bestes Ergebnis erzielte der Finne bei der Türkei-Rallye mit Platz fünf. Einmal wurde er Achter und einmal Zehnter, gleich viermal verfehlte er durch Unfälle oder technische Gebrechen die Punkteränge. In Deutschland gelang Räikkönen aber immerhin auf der letzten Prüfung in der Trierer Innenstadt seine erste WM-Bestzeit und holte am Ende Rang sieben. In der WM-Wertung belegt er damit nach neun von 13 Saisonläufen mit insgesamt 21 Zählern Platz zehn. Zum Vergleich: Der Serienweltmeister und WM-Führende Loeb hält bei 191 Punkten.

Auf Asphalt zu Hause

Und doch ist Räikkönen immer eine Attraktion. Rallye-Insider sind sich sicher, dass mit seinem Wechsel die Popularität des Sports weiter zugenommen hat, und das nicht nur medial. Bei seiner ersten Asphalt-Rallye in Bulgarien beeindruckte Räikkönen mit guten Zeiten. Dort habe er gezeigt, wozu er fähig sei, betonte sein Teamchef Benoit Nogier.

Nach seinen bisherigen Erfahrungen könne er sagen, dass sich das Fahren auf Asphalt etwas natürlicher anfühle, so Räikkönen selbst: „Dennoch ist der Rallye-Sport etwas komplett anderes als der Rundstreckensport.“ Trotzdem hat Räikkönen seine Ambitionen in diese Richtung noch nicht völlig ad acta gelegt.

Der Reiz von Le Mans

Der Rennklassiker schlechthin, die 24 Stunden von Le Mans, würden den Finnen reizen. „Das würde ich gerne einmal ausprobieren. Dafür braucht man aber das richtige Team. Wenn man dieses Rennen gewinnen möchte, dann kommen nur zwei Rennställe infrage: Audi und Peugeot. Ich hoffe aber, dass sich einmal die Gelegenheit ergeben wird“, äußerte Räikkönen seinen Wunsch für die Zukunft.

Links: