Die „Drachen“ spucken dreimal Feuer
Der FC Porto hat sich für Rapid zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase wie befürchtet als übermächtiger Gegner erwiesen. Das portugiesische Spitzenensemble, von den Fans „die Drachen“ genannt, war gegen die Hütteldorfer über weite Strecken klar besser und schlug dreimal eiskalt zu.
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Rolando (26.), Falcao (65.) und Ruben Micael (77.) erzielten vor 30.000 Zuschauern im Estadio do Dragao die Tore zum 3:0 für den zweifachen Europacup-Sieger der Meister. Die von 1.200 Fans begleiteten Wiener blieben auch beim insgesamt vierten Antreten in Portugal ohne Erfolgserlebnis. Im ersten Heimspiel in der Gruppe L am 30. September gegen Besiktas Istanbul, das sich gegen ZSKA Sofia dank eines Last-Minute-Tores durchsetzte, steht Rapid bereits unter Zugzwang.
Erster Schock schon beim Aufwärmen
Als ob Peter Pacult mit den Ausfällen der defensiven Mittelfeldachse Markus Heikkinen/Yasin Pehlivan nicht schon genug Probleme gehabt hätte, begann der Abend mit der nächsten Hiobsbotschaft. Der als linker Verteidiger aufgebotene Markus Katzer zog sich beim Aufwärmen eine Oberschenkelzerrung zu und musste durch den nach dem verlorenen Derby ausgebooteten Andreas Dober ersetzt werden.
Dober spielte rechts, Tanju Kayhan rückte nach links außen, und Pacults ursprüngliche personelle Überlegungen waren zumindest teilweise über den Haufen geworfen. Dennoch begann Rapid kämpferisch stark und taktisch nicht unklug. Ganze zehn Sekunden waren gespielt, als Veli Kavlak aus 20 Metern Entfernung abzog. Porto-Keeper Helton leistete sich eine Unsicherheit, doch Rapid-Solospitze Atdhe Nuhiu kam beim Abpraller zu spät.
Nachlässigkeit eiskalt bestraft
Danach hatten die Portugiesen wie erwartet ein spielerisches Übergewicht und mehr Ballbesitz, vom befürchteten Dauerdruck war aber noch nichts zu sehen. Mehr als ein Freistoß von Falcao (11./weit drüber) und ein Fernando-Weitschuss (14.), den Raimund Hedl sicher festhielt, war in den ersten 20 Minuten nicht geboten. Dann verfiel die Rapid-Abwehr knapp vor dem Fünfmeterraum aber gleich zweimal in Sekundenschlaf, was schließlich auch bestraft wurde.
Zunächst hatten die Gäste noch Glück, als Rolando (20.) den Ball nach schönem Doppelpass aus kürzester Distanz über das Tor hämmerte, die zweite „Hundertprozentige“ nach einem weiteren Corner ließ sich der bei Standardsituationen stets aufgerückte Innenverteidiger aber nicht mehr entgehen. Christian Rodriguez spielte ihn unmittelbar vor Hedl ideal frei, und Rolando drückte den Ball zum 1:0 (26.) über die Linie.

GEPA/Josef Bollwein
Rapid-Goalie Hedl streckte sich beim 1:0 durch Rolando vergeblich.
Glück bei Elfmeteralarm
Porto schaltete nun wieder einen Gang zurück, und Rapid nutzte die sich bietenden Räume zu gelegentlichen Konterattacken. Einen scharfen Kayhan-Querpass von links verfehlten zwei Verteidiger, als Letzter aber auch Nuhiu (35.) um Haaresbreite. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff dann die bis dahin schönste Aktion der Hütteldorfer: Thomas Hinum setzte sich im Strafraum durch und spielte zurück auf den zentral postierten Stefan Kulovits, der vom „Sechzehner“ unbedrängt nach rechts verzog.
Rapid kam unverändert zur zweiten Hälfte aus der Kabine und hatte in der 51. Minute gleich Riesenglück. Kayhan foulte den bis dahin blass gebliebenen Hulk im Strafraum, doch der fällige Elfmeterpfiff des schottischen Schiedsrichters Douglas McDonald blieb aus. Die Wiener hielten weiter nach Kräften dagegen und Porto soweit als möglich auf Distanz. Bei Standardsituationen waren die Hausherren aber extrem gefährlich, und so fiel auch das zweite Tor.
Kräfte und Konzentration ließen nach
Nach einem Eckball von Hulk war Hedl beim Kopfball von Maicon noch zur Stelle, den „Abstauber“ verwertete dann aber Falcao zum vorentscheidenden 2:0 (65.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Pacult schon Christopher Drazan für Christoph Saurer gebracht, später kam noch Christopher Trimmel für den noch nicht hundertprozentig fitten und daher ausgepowerten Steffen Hofmann. Der Rapid-Kapitän hatte wie immer für Akzente gesorgt und aufopfernd gekämpft, die chronischen Schambeinprobleme der letzten Wochen forderten aber ihren Tribut.
Bei Rapid ließen nun Kräfte und Konzentration nach. Porto konnte noch mehr Druck aufbauen und so war der dritte Treffer die fast logische Folge. Nach einer schönen Aktion über mehrere Stationen nahm Ruben Micael aus rund 18 Metern Maß und traf mit dem Außenrist überlegt zum 3:0 (77.) in die rechte Ecke. Hedl wurde noch vom eingewechselten Stürmer Walter (83.) geprüft, danach war das Feuer auch beim portugiesischen „Drachen“ erloschen.
Harald Hofstetter, ORF.at aus Porto
Europa League, Gruppe L, 1. Spieltag
Donnerstag:
FC Porto - Rapid Wien 3:0 (1:0)
Estadio do Dragao, 30.000 Zuschauer, SR McDonald (SCO)
Torfolge:
1:0 Rolando (26.)
2:0 Falcao (65.)
3:0 Ruben Micael (77.)
Gelbe Karten: Rodriguez bzw. Dober, Hinum
Porto: Helton - Fucile, Maicon, Rolando, Pereira - Ruben Micael (84./Castro), Fernando, Moutinho - Hulk (68./Belluschi), Falcao (78./Walter), Rodriguez
Rapid: Hedl - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Dober (80./Patocka) - Hinum, Kulovits - Saurer (62./Drazan), Hofmann (73./Trimmel), Kavlak - Nuhiu
Besiktas Istanbul - ZSKA Sofia 1:0 (0:0)
Inönü-Stadion, SR Duhamel (FRA)
Tor: Ernst (90.)
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