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Harter Kampf gegen Mattek-Sands

Tamira Paszek hat am Sonntag ihren zweiten Titel auf der WTA-Tour gewonnen. Die 19-jährige Vorarlbergerin setzte sich im Finale des mit 220.000 Dollar dotierten Turniers von Quebec City nach hartem Kampf gegen die ungesetzte US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands mit 7:6 (8/6) 2:6 7:5 durch.

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Die Dornbirnerin kam wie bei ihrem Premierenerfolg vor vier Jahren in Portoroz aus der Qualifikation und stand zum insgesamt dritten Mal in einem WTA-Endspiel, 2008 auf Bali unterlag sie der Schweizerin Patty Schnyder.

Gegen die 25-jährige Mattek-Sands hatte Paszek in deren ersten Duell schwerer als in ihren sieben vorherigen Matches zu kämpfen. Die Weltranglisten-71. aus den USA hatte wie Paszek bis zum Endspiel keinen Satz abgegeben und vor allem im Halbfinale mit einem 6:2 6:1 gegen die als Nummer drei gesetzt gewesene Tschechin Lucie Safarova überzeugt.

Paszek wehrt zwei Satzbälle ab

Gegen die 19-jährige Vorarlbergerin nutzte sie gleich ihre erste Breakchance und ging in weiterer Folge in Satz eins 3:0 in Führung. Paszek gelang allerdings noch die Aufholjagd (Rebreak zum 3:4) und rettete sich ins Tiebreak. Dort wehrte sie beim Stand von 4:6 zunächst zwei Satzbälle ab und gewann den Durchgang dank vier Punkten in Folge mit 7:6 (8/6).

Auch im zweiten Satz ging Mattek-Sands durch ein Break mit 2:1 in Führung und legte ein weiteres zum 5:2 nach. Die US-Amerikanerin gewann den Durchgang schließlich 6:2 und fügte der aus der Qualifikation gekommenen Dornbirnerin damit in ihrem achten Spiel im Turnierverlauf den ersten Satzverlust zu.

Nach 2:47 Stunden dritten Matchball verwertet

Auch im Entscheidungssatz musste Paszek einem frühen Rückstand nachlaufen, die 19-Jährige gab gleich ihren ersten Aufschlag ab und lag 0:2 hinten. Beim Stand von 1:2 ließ sie auch noch drei Breakchancen ungenützt, schaffte dann aber das wichtige Rebreak zum 3:3. Im hartumkämpften dritten Durchgang wehrte Mattek-Sands insgesamt neun Breakbälle und bei 5:4 für Paszek auch zwei Matchbälle ab. Bei 6:5 verwertete die Dornbirnerin nach 2:47 Stunden schließlich ihren dritten Matchball.

Die Vorarlbergerin wird sich in der am Montag erscheinenden neuen Weltrangliste von Position 151 aus wieder unter die Top 100 schieben. Im Jahr 2007 war die Dornbirnerin schon 35. gewesen, vor nicht einmal vier Monaten wurde sie aber noch auf Platz 324 geführt. Schon vor knapp drei Wochen bei den US Open ließ sie als Qualifikantin mit ihrem Zweitrundeneinzug aufhorchen.

22. WTA-Turniersieg einer Österreicherin

Es ist der insgesamt 22. Turniersieg einer Österreicherin auf der WTA-Tour, für den bisher letzten hatte Sybille Bammer am 19. Juli 2009 in Prag gesorgt. Die meisten gewann Barbara Paulus mit sechs, Judith Wiesner schlug fünfmal und Barbara Schett dreimal zu. Neben Paszek schafften auch Bammer und Patricia Wartusch jeweils zwei Turniersiege, Petra Huber und Marion Maruska gewannen jeweils einen Titel.

Steckbrief Tamira Paszek

  • Geboren: 6. Dezember 1990 in Dornbirn
  • Wohnort: Dornbirn
  • Größe: 1,65 m
  • Rechtshänderin, beidhändige Rückhand
  • Auf der WTA-Tour seit 26. Oktober 2005
  • WTA-Ranking: 151. (ab Montag voraussichtlich wieder in Top 100)
  • Trainer: Ariff Mohamed (Vater)

Größte Erfolge:

WTA-Titel in Portoroz 2006 und Quebec City 2010
WTA-Finale in Bali 2008
Juniorinnen-Finale in Wimbledon 2005 und US Open 2006
Jüngste österreichische Staatsmeisterin im Einzel und Doppel 2006
Grand Slam: Achtelfinale in Wimbledon und US Open 2007

Besonderheit:

Jüngste Österreicherin im Fed-Cup-Team
WTA-Titel in Portoroz als damals siebentjüngste Spielerin aller Zeiten (15 Jahre, neun Monate, 18 Tage)

220.000-Dollar-WTA-Turnier in Quebec

Finale:
Tamira Paszek (AUT) Bethanie Mattek-Sands (USA) 7:6 (8/6) 2:6 7:5
Semifinale:
Bethanie Mattek-Sands (USA) Lucie Safarova (CZE/3) 6:2 6:1
Tamira Paszek (AUT) Christina McHale (USA) 6:2 6:2
Viertelfinale:
Bethanie Mattek-Sands (USA) Rebecca Marino (CAN) 6:4 7:6 (7/4)
Lucie Safarova (CZE/3) Melanie Oudin (USA/5) 4:6 6:2 6:4
Christina McHale (USA) Alexa Glatch (USA) 6:3 6:1
Tamira Paszek (AUT) Sofia Arvidsson (SWE/8) 6:3 6:4

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