Trainingsstopp: „Zehn bis vierzehn Tage“
Dem Schweizer Daniel Albrecht klebt weiterhin Pech an den Skiern. Albrecht, der im Abfahrtstraining in Kitzbühel vor zwei Jahren schwer verunglückte und sein mögliches Comeback für Sölden in zwei Wochen angekündigt hatte, stürzte beim Riesenslalom-Training der Schweizer Nationalmannschaft in Saas-Fee am Freitag erneut und zog sich dabei eine Zerrung im Knie zu - Comeback verschoben.
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Unmittelbar nach dem Sturz (im Steilhang eingefädelt) fuhr Albrecht mit Teamarzt Dionys Glenz zu einer MRI-Untersuchung nach Sion, bei der eine Innenbandzerrung diagnostiziert wurde. Die Verletzung sei zwar nicht schlimm, an einen Start beim alpinen Weltcup-Auftakt auf dem Rettenbachferner am 24. Oktober aber nicht mehr zu denken. „Zehn bis vierzehn Tage Pause“, wurde der Schweizer Cheftrainer Martin Rufener von Skionline.ch zitiert.
Nordamerika statt Sölden
Dabei hätten Trainingsläufe der Schweizer Delegation in Sölden in der kommenden Woche der ultimative Test für Albrechts Rückkehr in den Weltcup werden sollen. Die Formkurve des 27-jährigen Wallisers in den vergangenen Tagen sei laut Trainer Rufener schwankend gewesen. „Am Donnerstag fuhr er nicht so gut“, sagte Rufener, „am Freitag bis zum Sturz aber wieder ganz ansprechend.“

GEPA/Hans Simonlehner
Gute Miene zum bösen Spiel
Sein Comeback dürfte Albrecht nun erst bei den Rennen in Nordamerika Ende November tatsächlich geben. „Vielleicht tut es Dani gut, wenn er noch ein bisschen Zeit hat und sich dafür ganz auf Lake Louise und Beaver Creek einstellen kann“, fand Rufener, der mit Olympiasieger Didier Defago (Kreuzbandriss) auf einen weiteren prominenten Fahrer verzichten muss, tröstende Worte.
Rendezvous mit der Streif
Erst vor zwei Wochen hatte Albrecht die Unglücksstelle in Kitzbühel besichtigt und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Comeback gemacht. „Ich habe mir die Piste ein bisschen angeschaut. Ich bin ganz ruhig geblieben, es waren keine schlechten Gefühle da, keine Angst, als ich auf die Piste geschaut habe“, erklärte Albrecht damals den Tränen nahe.
„Eigentlich ist es ja grün, aber man sieht die Piste weiß und mit Schnee und wo das Tor steht und wie man fahren sollte und so weiter. Das ist doch, denke ich einmal, ein gutes Zeichen.“ In weiterer Folge hatte er sogar überraschend einen Start beim Riesenslalom Sölden in Aussicht gestellt. Diese Hoffnung ist geplatzt.
Keine Erinnerungen an 2009
Albrecht war im Streif-Abfahrtstraining im Jänner 2009 bei 140 km/h beim Zielsprung gestürzt und auf der harten Piste wuchtig aufgeprallt. Dabei hatte er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, Gehirnblutungen und eine Lungenquetschung. Fast drei Wochen lag der Kombinationsweltmeister von 2007 im künstlichen Tiefschlaf. An all das kann sich Albrecht jedoch nicht mehr erinnern.
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