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Fragwürdige Pfiffe in Wiener Neustadt

Rapid tritt in der tipp3-Bundesliga auf der Stelle. Die Hütteldorfer erreichten am Sonntag durch Treffer von Markus Katzer bzw. Hannes Aigner auswärts gegen SC Magna Wiener Neustadt nur ein 1:1 und waren damit noch gut bedient. Die Truppe von Peter Pacult bleibt damit im Mittelfeld stecken und liegt nach Verlustpunkten gerechnet nun schon zehn Punkte hinter Spitzenreiter Sturm Graz.

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Die erste Hiobsbotschaft hatte Rapid schon vor dem Anpfiff ereilt. Kapitän Steffen Hofmann versäumte wegen Adduktorenproblemen seine erste Bundesliga-Partie seit Mai 2009, und weil Veli Kavlak wegen einer Sperre zuschauen musste, fehlte den Grün-Weißen die Kreativabteilung im Mittelfeld. Christopher Trimmel und Christoph Saurer bemühten sich zwar redlich, konnten die dadurch entstandene Lücke aber nicht schließen, weshalb sich bei britischem Wetter eine Partie im „Kick and Rush“-Stil entwickelte, die nichts für Feinschmecker war.

Traumtor von Katzer

Dennoch bekamen die 7.100 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Wiener Neustadt wenigstens einen Leckerbissen zu sehen. Nach Flanke von Saurer donnerte Katzer den Ball in der 22. Minute volley unter die Latte.

Jubel von Markus Katzer und Christopher Trimmel (Rapid)

APA/Herbert Oczeret

Jubel nach Katzers Volleytreffer zur kurzzeitigen Führung

Die kalte Dusche für die Rapidler, die in der 15. Minute auch noch Jan Vennegoor of Hesselink aufgrund einer Oberschenkelverletzung verloren, folgte schon vier Minuten später: Tanju Kayhan griff Tomas Simkovic an der Strafraumgrenze ans Trikot, der Neustädter ging zu Boden und veranlasste Schiedsrichter Thomas Prammer damit zur Verhängung eines Elfmeters, der von Aigner souverän verwandelt wurde. Die Rapidler reklamierten, das Foul sei außerhalb der Strafraumgrenze passiert - vergeblich.

In der 41. Minute sorgte dann Yasin Pehlivan mit einem guten Antritt noch einmal für Gefahr, doch Saso Fornezzi und Christian Ramsebner verhinderten mit vereinten Kräften ein Gegentor. Kurz nach der Pause stand wieder ein Hütteldorfer im Mittelpunkt, diesmal aber in negativer Hinsicht. Kayhan sah für ein Rot-würdiges Einsteigen gegen Andreas Schicker Gelb-Rot, die erste Verwarnung hatte der Außenverteidiger bei der Elfmetersituation wohl zu Unrecht kassiert.

Elfmeter nicht gegeben

Nach dem etwas fragwürdigen Strafstoß und dem Ausschluss gegen Rapid packte Prammer offensichtlich das schlechte Gewissen, als die Pfeife nach einer Attacke von Katzer an Patrick Wolf im Sechzehner stumm blieb (62.). Die Hausherren hätten es aber auch unabhängig von der Schiedsrichtergunst in der Hand gehabt, das Spiel zu entscheiden, allerdings schoss der eingewechselte Mirnel Sadovic in aussichtsreicher Position weit neben das Tor (72.).

Es sollte die letzte zwingende Chance in dieser Partie gewesen sein, denn in der Schlussphase gingen beide Teams kein allzu großes Risiko mehr ein - auch nicht nach Gelb-Rot für Wiener-Neustadt-Kicker Patrick Wolf in der 86. Minute.

Stimmen zum Spiel

Peter Schöttel (Wr.-Neustadt-Trainer): „Eigentlich ist vieles zu unseren Gunsten gelaufen, trotzdem haben wir es nicht geschafft zu gewinnen. Rapid ist aber nicht irgendwer, da muss man die Kirche im Dorf lassen. Es war eine seltsame Partie, beide Mannschaften sind nicht in die Gänge gekommen. Es hat alles sehr gehemmt ausgeschaut, ich kann mir das nicht erklären. Man kann aber mit dem Punkt zufrieden sein. Wir machen Schritte nach vorne. Wenn wir jetzt jammern, dass wir nur einen Punkt gegen Rapid gemacht haben, sind wir eh schon sehr weit.“

Peter Pacult (Rapid-Trainer): „Ich kann mit dem einen Punkt nicht gut leben, weil er durch klare Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zustande gekommen ist. Mir gehen diese Schiedsrichterleistungen schön langsam auf die Nerven. Das war schon das zweite Match mit Fehlentscheidungen gegen uns, die den Ausgang des Spiels maßgeblich beeinflusst haben. Nichtsdestotrotz muss ich meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen, sie hat Moral bewiesen. Doch unterm Strich wurde diese Leistung nicht belohnt. Die Aufholjagd in der Meisterschaft hätte schon in der letzten Woche beginnen können, aber offensichtlich hat jemand etwas dagegen.“

Markus Katzer (Rapid-Torschütze): „Schade für uns. Ich weiß nicht ob, Gelb-Rot für Kayhan in Ordnung war, es war auch ein harter Elfer. Dann war es schwierig für uns, mit einem Mann weniger nach vorne zu spielen, deswegen müssen wir den Punkt so nehmen, wie er ist. Nach unserer Führung hätten wir den Sack zumachen müssen. Die Leistung war zumindest defensiv in Ordnung, wir müssen nur noch kontrollierter nach vorne spielen. Natürlich freut mich mein Tor, aber wenn man nur 1:1 spielt, kann man nicht zufrieden sein.“

Tomas Simkovic (Wr.-Neustadt-Spieler): „Der Elfer war in Ordnung, Kayhan hat mich gestoßen. Wir hätten mehr aus unserer langen Überzahl machen müssen. Wir haben uns zu wenig bewegt, müssen mehr kombinieren, das ist unser Manko. Für mich persönlich ist der Punkt zu wenig.“

Tipp3-Bundesliga, 12. Runde

Sonntag:

Wiener Neustadt - Rapid 1:1 (1:1)

Stadion Wiener Neustadt, 7.100 Zuschauer, SR Prammer

Torfolge:
0:1 Katzer (22.)
1:1 Aigner (26./Elfer)

Wiener Neustadt: Fornezzi - Thonhofer, Kostal, Ramsebner, A. Schicker - P. Wolf, Grünwald, Kolousek (91./Stanislaw), Reiter (57./G. Burgstaller), Simkovic - Aigner (65./Sadovic)

Rapid: Hedl - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer - Trimmel, Heikkinen, Pehlivan, Saurer - Vennegoor of Hesselink (15./Nuhiu/87. Gartler), Salihi (68./Drazan)

Gelb-Rote Karten: Wolf (86.) bzw. Kayhan (51.)

Gelbe Karten: Thonhofer, Aigner, Schicker bzw. Salihi

Die Besten: Simkovic, Kostal bzw. Pehlivan, Trimmel

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