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Eine schmerzliche Niederlage

Rapids Aufstiegsambitionen haben am vierten Spieltag der Europa League einen argen Dämpfer erlitten. Die Hütteldorfer unterlagen am Mittwoch im mit 50.000 Fans ausverkauften Ernst-Happel-Stadion ZSKA Sofia mit 1:2 (0:0). Durch das 1:1 zwischen dem FC Porto und Besiktas Istanbul im zweiten Spiel der Gruppe L schrumpften die Chancen auf den Einzug in die nächste Runde auf ein Minimum.

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Für Rapid war das Spiel daher nur von den milden Temperaturen her ein angenehmer Abend. Während Sofia durch die Tore von Kapitän Todor Jantschew (50.) und Marquinhos (64.) über ihre ersten Treffer in der EL-Gruppenphase und damit auch über den ersten Sieg jubeln durften, gelang den zwar aufopfernd kämpfenden, aber spielerisch limitierten und fehlerhaften Wienern nur der zwischenzeitliche Ausgleich durch einen Elfer von Hamdi Salihi (56.).

Frühe Lattenschüsse als Highlights

Wie erwartet ging Rapid-Coach Peter Pacult von seinem üblichen EL-System mit einer Spitze ab und bot mit Atdhe Nuhiu und Salihi zwei Stürmer auf. Der Mut zum Risiko wurde dabei gleich nach wenigen Sekunden beinahe belohnt. Nach einer flach hereingespielten Ecke ging ein Heber von Veli Kavlak allerdings nur an die Unterkante der Latte. Rapid verzeichnete durch Schüsse von Yasin Pehlivan (8.), den Sofia-Goalie Rais M’Bohli mit Mühe zur Ecke klärte, und Salihi (9.) zwei weitere Chancen auf die erhoffte frühe Führung.

Sofia zog sich seinerseits in die eigene Hälfte zurück, schaltete aber bei eigenem Ballbesitz auf ein offensiveres System um. In Minute 17 waren die Bulgaren nahe an der Führung dran. Alexander Tonew zog aus gut 25 Metern ab. Rapid-Goalie Raimund Hedl war nur noch in der Zuseherrolle und verfolgte verdutzt, wie der Ball an die Latte krachte.

Spielszene Rapid - Sofia

ORF.at/Dominique Hammer

Nuhiu bemüht, aber glücklos

Ideenlosigkeit gegen Zweckfußball

Nach dieser Schrecksekunde verloren die Hütteldorfer den Faden und versuchten ihr Glück mit vielen langen Bällen, die allerdings gegen die nun recht sicher stehende Sofia-Abwehr kein probates Mittel waren. Rapid konnte daher vor der Pause nur noch aus Standardsituationen halbwegs für Gefahr sorgen, richtig durchschlagskräftig wurden sie damit aber nicht.

Spätestens nach 45 Minuten war nicht von der Hand zu weisen, dass mit dem verletzten Regisseur Steffen Hofmann das spielerische und ideenbringende Element fehlte. Da auch Sofia nicht gerade mit Kreativität glänzte, sondern sich auf fehlerbehafteten Zweckfußball beschränkte, entwickelte sich zusehends eine eher durchschnittliche Partie, die beim Pausenpfiff mit einem leichten Anflug von Pfiffen von den Rängen bedacht wurde.

Schneller Ausgleich nach Sofia-Führung

Nach Seitenwechsel waren die Anfeuerungsrufe von den Rängen des Happel-Ovals zwar wieder da, wirklichen Grund gab es dafür aber vorerst nicht, denn die Bulgaren sorgten für eine kalte Dusche. Kapitän Jantschew erzielte mit einem Schuss aus 20 Metern die 1:0-Führung und ließ sich anschließend von den mitgereisten bulgarischen Fans für das erste ZSKA-Tor in der EL-Gruppenphase feiern.

Rapid hatte aber die passende Antwort parat. Nach einer Freistoßflanke von Kavlak zeigte der walisische Schiedsrichter Simon Lee Evans nach einem Gerangel und einem vermeintlichen Foul an Nuhiu im Strafraum trotz wütender Proteste der Bulgaren auf den Elferpunkt. Salihi übernahm die Verantwortung, schickte M’Bohli ins falsche Eck und traf mit einem flachen Schuss zum schnellen Ausgleich (56.).

Spielszene Rapid - Sofia

ORF.at/Dominique Hammer

Das Siegestor für Sofia fiel nach einem Fehler von Mario Sonnleitner.

Sofia nützt Sonnleitner-Fehler

Kurz darauf zeichnete sich M’Bohli aber bei einem Nuhiu-Kopfball aus und verhinderte das zweite Rapid-Tor (60.). Doch nicht die Hütteldorfer, sondern die Gäste aus Bulgarien hatten Grund zum Jubeln. Marquinhos nutzte einen Fehler von Mario Sonnleitner, der sich bei einem weiten Pass verschätzte, schupfte den Ball über Hedl und schoss ihn anschließend gegen die Laufrichtung des zurückeilenden Verteidigers zum 2:1 ins Tor (64.).

Pacult brachte kurz danach mit Christopher Trimmel und Rene Gartler statt Markus Katzer und Nuhiu zwei frische Offensivkräfte (68.), um noch einmal die Wende zu schaffen. Rapid drückte auch auf den Ausgleich, wirkliche Topchancen ergaben sich aber auch in der heftig eingeklatschen Rapid-Viertelstunde nicht. Sofia verteidigte die ausbleibende Spielzeit mit Mann und Maus, ging dabei immer wieder recht rustikal zur Sache und lauerte auf Konter. Hüben wie drüben gelang allerdings kein weiterer Treffer.

Christian Wagner, ORF.at

Europa League, Gruppe L, vierter Spieltag

Donnerstag:

Rapid Wien - ZSKA Sofia 1:2 (0:0)

Ernst-Happel-Stadion, 50.000 Zuschauer, SR Evans (WAL)

Torfolge:
0:1 Jantschew (50.)
1:1 Salihi (56./Elfer)
1:2 Marquinhos (64.)

Rapid: Hedl - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer (68./Trimmel) - Kavlak, Heikkinen, Pehlivan (83./Dober), Drazan - Nuhiu (68./Gartler), Salihi

ZSKA: M’Bolhi - Minew, Stojanow, Aquaro, Trifonow (88./Grillo) - Tonew (92./Janew), Galtschew, Marquinhos, Jantschew, Nelson (82./Delew) - Michel

Gelbe Karten: Drazan, Pehlivan bzw. Nelson, Jantschew, Aquaro, Marquinhos, Stojanow, Galtschew

Die Besten: Kavlak bzw. Marquinhos, M’Bolhi

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