Mattersburg gegen Vorverurteilung
Für den SV Mattersburg ist der Advent bisher keine besinnliche Zeit. Nach dem 0:1 am Samstag in Wiener Neustadt stecken die Burgenländer weiter tief im Abstiegskampf. Die größten Sorgen bereitet aber einmal mehr Ilco Naumoski. Sein mutmaßlicher Faustschlag gegen den Zeugwart von Wiener Neustadt könnte schwerwiegende Folgen haben. Neben einer Anzeige drohen Naumoski bis zu 48 Spiele Sperre.
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„Wenn die Vorwürfe gegen Naumoski - wie es zu befürchten ist - stimmen, ist das für das Image der Liga schlecht“, wird Ligachef Georg Pangl zum Vorfall in Wiener Neustadt im „Kurier“ zitiert. Naumoski soll nach seiner Auswechslung in der 89. Minute dem Zeugwart der Niederösterreicher, Harald Ertl, ins Gesicht geschlagen haben.

APA/Herbert Neubauer
Februar 2010: Dieser Würgegriff brachte Naumoski vier Spiele Sperre ein.
Ertl, der Naumoski von der gemeinsamen Zeit beim GAK kennt, musste ins Spital eingeliefert werden, wo eine Kapselverletzung des Unterkiefers und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurden. Das Krankenhaus erstattete wie verpflichtet Anzeige wegen Körperverletzung. Wiener Neustadt kündigte an, beim Senat 1 der Bundesliga ebenfalls Anzeige zu erstatten.
„Werden nötige Maßnahmen setzen“
Auch vonseiten der Mattersburger wurden Konsequenzen angekündigt, wenn auch unter Vorbehalt. Mattersburg-Präsident Martin Pucher: „Sollten die Vorwürfe stimmen, werden wir die nötigen Maßnahmen setzen.“ Denn das größte Problem an Naumoskis Attacke: Es gibt möglicherweise keine Zeugen. Referee Manfred Krassnitzer hatte den Vorfall zwar nicht selbst beobachtet, vermerkte ihn aber im Schiedsrichterbericht. Auch die TV-Kameras und Fotografen fingen den vermeintlichen Schlag ins Gesicht des Magna-Zeugwarts nicht ein. Laut einem Bericht der „Krone“ kennt jedoch Alex Gruber, Manager von Wiener Neustadt, einen Zeugen, der aber vorerst nicht genannt wird.
Die Bundesliga leitete am Montag auch ein Verfahren ein, vertagte dieses aber nach Anhörung des betroffenen Spielers bzw. diverser Zeugen, weil Ertl sich noch im Krankenstand befindet und deshalb noch nicht befragt werden konnte. Der Strafrahmen beträgt zwischen zwei und 48 Spiele Sperre. Mattersburgs Präsident Pucher hofft auf ein faires Verfahren: „Es kann nicht sein, dass man einen Spieler vorverurteilt, nur weil er Naumoski heißt.“
„Skandalspieler“ Naumoski
Doch genau beim Namen Naumoski liegt das Problem. Der Mazedonier ist kein unbeschriebenes Blatt. Dem 27-Jährigen stand seine geringe Reizschwelle schon mehrmals im Weg. Im Februar 2010 ging er beim Spiel gegen die Wiener Austria seinem eigenen Teamkollegen Robert Waltner im wahrsten Sinn des Wortes an die „Gurgl“ und fasste dafür vier Spiele Sperre aus. Vor der aktuellen Saison rastete Naumoski in einem Test gegen Jennersdorf aus und wurde wegen unsportlichen Verhaltens und Schiedsrichterbeleidigung für die ersten fünf Saisonspiele gesperrt.
Sollten sich die Vorwürfe gegen den Mazedonier nun erhärten, könnte damit auch seine Zeit in Mattersburg vorbei sein. „Nun ist Mattersburg gefordert“, stellte auch Neustadt-Manager Gruber im „Kurier“ fest. Auch im Sinne der Optik wäre ein hartes Durchgreifen der Burgenländer kein Fehler. Mattersburgs Ruf hat unter den Vorfällen rund um Naumoski und davor schon Cem Atan (Stichwort Schlägerei in einer Disco) genug gelitten.
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