Themenüberblick

Gekas und Co. lassen Tore sprechen

Sie sind keine Sprücheklopfer, sondern lassen Taten sprechen: Eintracht Frankfurts Theofanis Gekas, Papiss Demba Cisse (Freiburg), Didier Ya Konan (Hannover) und Kaiserslauterns Srdjan Lakic gehören zu den auffälligsten Spielern der Herbstsaison der deutschen Bundesliga. Im Sommer hätte wohl kaum einer vermutet, dass die eher unbekannten Stürmer das Rennen um die Torjägerkanone mitbestimmen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Grieche Gekas führt die Torschützenliste zur Winterpause mit 14 Treffern an, dahinter folgt gleich der Senegalese Cisse (13). Von den arrivierten Stars drehten Bayern-Angreifer Mario Gomez (12), Edin Dzeko (Wolfsburg/10) und Raul (Schalke/9) zumindest im Finish vor Weihnachten auf. Der Kroate Lakic hält aber auch schon bei elf Toren und der Ivorer Ya Konan immerhin bei neun.

Freiburg liegt Cisse zu Füßen

Dabei musste etwa Cisse einen weiten Weg bis an die Spitze zurücklegen. Der 25-Jährige erlernte seine herausragenden technischen Fähigkeiten auf staubigen Straßen im Senegal. Eine Ausbildung abseits von Kopfball und Volleyschuss stand für ihn nie im Vordergrund. „Mein Vater hat mich jeden Morgen für den Unterricht geweckt, aber die Schule hat mir einfach nichts gegeben“, erzählt der achtfache Nationalspieler.

Papiss Cisse (Freiburg)

Reuters/Alex Domanski

Papiss Demba Cisse stellte sich trotz Rekordablöse als Schnäppchen heraus.

Über AS Douanes (Senegal) und den FC Metz kam Cisse in den Breisgau. Freiburg überwies im Jänner dieses Jahres die clubinterne Rekordablösesumme von 1,6 Millionen Euro an die Franzosen. Die Verpflichtung war ein Risiko, das sich auszahlte. „Ohne ihn wären wir vermutlich abgestiegen“, meint auch Manager Dirk Dufner. Und ohne Cisse wäre auch der aktuelle Höhenflug auf Rang fünf kaum möglich gewesen. Der afrikanische Musterprofi besticht jedenfalls nicht nur durch Tore, sondern auch mit feiner Technik. „Ich bin von ihm begeistert“, sagt Teamkollege Jan Rosenthal stellvertretend für die Freiburger Fangemeinde.

„Schlitzohr“ Gekas will seine Ruhe haben

Lobeshymnen prasseln aber auch auf Gekas in Frankfurt ein. Ob mit rechts, mit links oder mit dem Kopf - der 30-jährige Grieche trifft aus jeder Lage. Gerne taucht er während eines Spiels minutenlang unter, um im nächsten Moment zuzuschlagen. „Er ist ein Schlitzohr“, sagt sein Trainer Michael Skibbe, der ihn aber auch ab und zu animieren muss, sich läuferisch stärker ins Spiel der Eintracht einzubringen.

2006 war Gekas von Panathinaikos Athen zum VfL Bochum gewechselt und hatte sich gleich die Torjägerkanone (20 Treffer) geholt. Nach Auf und Abs bei Bayer Leverkusen und beim FC Portsmouth in der englischen Premier League kam er erst im Frühjahr 2010 bei Hertha BSC wieder in Schwung. Nach dem Abstieg der Berliner griff Frankfurt im Sommer für eine Million Euro Ablöse zu. 14 Treffer inklusive vier Doppelpacks in dieser Saison stehen bisher zu Buche.

„Ich bin einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Gekas, der sich wohl nie ans Scheinwerferlicht gewöhnen wird. „Ich möchte nur meine Ruhe haben“, sagt er immer wieder. Auch mit der deutschen Sprache tut sich der „Leisetreter“ schwer - und er will sie nach fast viereinhalb Jahren in Deutschland auch nicht lernen. Am liebsten hat er bei Interviews seinen Teamkollegen Ioannis Amanatidis als Dolmetscher an seiner Seite.

Eine „Bombe“ im Hannover-Sturm

Sprachbarrieren gibt es auch bei Didier Ya Konan. Doch für den Ivorer sind Tore das beste Kommunikationsmittel. „Mit Didier haben wir eine Bombe vorne“, sagt etwa Mitspieler Lars Stindl über den „Knipser“, der im Sommer 2009 aus Trondheim nach Hannover gekommen war. Kurz vor dem Hinrundenende zog sich Ya Konan aber eine Knieverletzung zu. Der Rückrundenstart könnte für ihn zu früh kommen. Seine Ambitionen sind jedoch klar: „Wir wollen in den Top Fünf spielen.“

Kaiserslautern will Lakic halten

So hohe Ziele hat Aufsteiger Kaiserslautern nicht - auch wenn Paradestürmer Lakic das Zeug zu mehr hätte. „Ich möchte noch viel mehr von mir zeigen“, meint der 27-jährige Kroate. Nach zwei gescheiterten Versuchen bei Hertha BSC hat erst der Wechsel zu den „Roten Teufeln“ seinen „Killerinstinkt“ wieder geweckt. Coach Marco Kurz hält große Stücke auf ihn: „Er ist ein Leader und will jedes Spiel gewinnen.“ Das hören interessierte Vereine sicher gerne - denn zum Saisonende läuft Lakics Vertrag aus.

Die Kaiserlautern-Fans dürfen aber auf eine Verlängerung hoffen. „Ich habe noch kein anderes Angebot“, versicherte Lakic, nachdem er beim 2:1 gegen Werder Bremen die Saisontore zehn und elf erzielt hatte. „Ich habe schon hundertmal gesagt, dass ich mich in Lautern wohl fühle.“ Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz kündigte jedenfalls an, im Jänner mit dem Stürmer verhandeln zu wollen. „Es gibt Beobachter, aber bei ihm muss man nicht viel beobachten“, meinte Kuntz. „Er gehört zu den besten Stürmern in Deutschland.“

17. Runde

Freitag, 17. Dezember:
Mönchengladbach Hamburger SV 1:2
Samstag, 18. Dezember:
Bremen Kaiserslautern 1:2
Nürnberg Hannover 3:1
Wolfsburg Hoffenheim 2:2
Frankfurt Dortmund 1:0
Schalke Köln 3:0
St. Pauli Mainz 2:4
Sonntag, 19. Dezember:
Leverkusen Freiburg 2:2
Stuttgart Bayern München 3:5

Tabelle

1. Borussia Dortmund 17 14 1 2 39:10 43
2. 1. FSV Mainz 05 17 11 0 6 30:19 33
3. Bayer 04 Leverkusen 17 9 6 2 35:25 33
4. Hannover 96 17 10 1 6 25:27 31
5. FC Bayern München 17 8 5 4 31:20 29
6. SC Freiburg 17 9 1 7 25:25 28
7. Eintracht Frankfurt 17 8 2 7 24:21 26
8. 1899 Hoffenheim 17 6 7 4 32:22 25
9. Hamburger SV 17 7 3 7 27:28 24
10. FC Schalke 04 17 6 4 7 25:24 22
11. 1. FC Nürnberg 17 6 4 7 22:28 22
12. 1. FC Kaiserslautern 17 6 3 8 27:27 21
13. VfL Wolfsburg 17 4 7 6 24:25 19
14. Werder Bremen 17 5 4 8 23:35 19
15. FC St. Pauli 17 5 2 10 16:30 17
16. 1. FC Köln 17 4 3 10 18:33 15
17. VfB Stuttgart 17 3 3 11 32:35 12
18. Borussia Mönchengladbach 17 2 4 11 26:47 10
Stand vom 19. Dezember

Links: