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„Will Schwachsinn hinter mir lassen“

Meister Red Bull Salzburg hat am Dienstag endlich den viel früher erwarteten Brasilianer Douglas da Silva begrüßt. Da Silva wurde im Stadion Wals-Siezenheim offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reise nach Österreich hatte sich verzögert, weil die israelischen Behörden den Legionär als Zeuge in einem Manipulationsfall befragt und seinen Reisepass vorübergehend einbehalten hatten.

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„Ich bin hundertprozentig nicht involviert. Ich will den Schwachsinn hinter mir lassen. Für mich beginnt in Salzburg ein neues Leben“, sagte der Abwehrspieler, der zuletzt bei Hapoel Tel Aviv aktiv war und auch vom Salzburger Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer Unterstützung erhielt. „Wir vertrauen ihm, dass er in diese Geschichte nicht involviert ist“, sagte der Deutsche, der die israelische Medienszene als einzigartig bezeichnete, was Gerüchte anbelangt.

Salzburgs Trainer Huub Stevens, Neuzugang Douglas da Silva und der sportliche Leiter von Red Bull Dietmar Beiersdorfer halten da Silvas neues Trikot in die Kamera

GEPA/Felix Roittner

Da Silva freut sich auf sein „neues Leben“ in Salzburg.

CL-Spiel unter Manipulationsverdacht

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Wochenende berichtet hatte, soll Da Silva bei der unter Manipulationsverdacht stehenden Champions-League-Partie zwischen Hapoel und Schalke am 20. Oktober 2010 eine unrühmliche Rolle gespielt haben. Laut des Berichts prüfe der Europäische Fußballverband (UEFA) einen diesbezüglichen Verdacht. Dem Verband sei nach dem 3:1-Erfolg der Deutschen ein detailliertes Dossier über Kursveränderungen auf den Wettmärkten und Einsatzvolumen zugespielt worden.

So sollen in Asien vor dem Anpfiff und trotz bereits zusammengebrochener Quoten um die zwölf Millionen Euro auf eine klare Niederlage der Israelis gewettet worden sein. Die UEFA kommentierte mögliche Untersuchungen zu spezifischen Spielen auf Anfrage zunächst nicht. Douglas selbst vermutet eine Retourkutsche eines ehemaligen Kollegen, dem er laut Medienangaben Geld geschuldet hatte. „Ich wurde Opfer eines persönlichen Rachefeldzuges und bedaure es zutiefst, dass mein Start bei den Roten Bullen dadurch mit Verspätung erfolgt“, sagte der Abwehrspieler.

Salzburg steht zu Neuzugang

Ungeachtet des Wirbels um den Salzburger Neuzugang sind Beiersdorfer und Trainer Huub Stevens überzeugt, dass der 26-Jährige, übrigens der zweite Brasilianer neben Alan im „Bullen“-Stall, eine absolute Verstärkung darstellt. Da Silva, der nach der Ankunft und der Pressekonferenz am Nachmittag erstmals mit der Mannschaft in Taxham trainierte, sollte nach dem Wunsch von Stevens noch vor der Abreise ins Trainingslager nach Belek am Freitag die Leistungstests hinter sich bringen.

„Ich kann in der Abwehr auch links und rechts spielen. Ich bin schnell, kopfballstark und habe meine Qualitäten auch in der Spieleröffnung. Und ich bin ein taktisch disziplinierter Spieler“, charakterisierte sich Da Silva, der von den Salzburgern vor der Verpflichtung mehrmals beobachtet worden war. Sein erstes Tor für Salzburg hatte der Brasilianer schon am 24. August erzielt. Damals traf er in der letzten Qualirunde der Champions League (1:1) im Hapoel-Dress ins eigene Tor.

„Ich erwarte mir von ihm und Laszlo Bodnar, dass unser Spiel aus der Defensive besser wird. Damit war ich im Herbst überhaupt nicht zufrieden“, sagte Stevens über die zwei im Winter verpflichteten Spieler. Beiersdorfer schloss nicht aus, dass noch ein dritter Transfer für den Offensivbereich getätigt und noch ein weiterer Spieler abgegeben wird. „Im Winter ist es problematisch, weil nicht wirklich gute Leute auf dem Markt sind“, sagte der Red-Bull-Fußballchef.

Rückkehr von Ulmer und Svento

In die Türkei zur Vorbereitung werden auch die lange Zeit verletzt gewesenen Andreas Ulmer und Dusan Svento mitgenommen. „Bei ihnen hoffe ich, dass sie zum ersten Spiel Mitte Februar in Innsbruck fit werden“, so Beiersdorder. Nicht im Aufgebot von 22 Mann und drei Torhütern scheinen Robin Nelisse (Knieverletzung) und Christian Schwegler (Sehnenriss im Oberschenkel) auf, dafür sind die Youngster Martin Hinteregger, Daniel Offenbacher und Alexander Aschauer mit von der Belek-Partie.

Neuzugang in der Führungscrew

Neben Da Silva und Bodnar wurde am Dienstag mit Wolfgang Gramann auch ein Neuzugang in der Salzburger Führungscrew vorgestellt. "Es ist schön, wieder im Fußball zurück zu sein. Die Red-Bull-Familie ist für mich eine tolle Aufgabe und Herausforderung, sagte der Niederösterreicher, der von 1997 bis 2004 als Pressesprecher, Generalsekretär und als Projektleiter der EM-Bewerbung 2008 beim ÖFB tätig war. „Das globale Fußballkonzept ist faszinierend und professionell - es freut mich, jetzt ein Teil davon zu sein.“

Beiersdorfer sei auf ihn im Herbst zugekommen, die Zusammenarbeit dann im Dezember fixiert worden, erzählte Gramann. Als seine Hauptaufgaben sieht der 47-Jährige die Unterstützung von Beierdorfer in Sachen Koordination und Organisation aller administrativer Bereiche mit dem Fokus vorerst auf den österreichischen Meister. „Er wird uns mit seinem Wissen und seiner Kompetenz unterstützen“, sagte Beiersdorfer.

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