Olympia 2012 als letztes Ziel
Als Kim Clijsters im August 2009 auf die große Bühne zurückgekehrt ist, waren es zwei Dinge, die die junge Mutter angetrieben haben: Olympia 2012 und ihr Lieblingsturnier in Melbourne. „Umso mehr bedeutet mir dieser Titel nun“, sagte Clijsters am Samstag, nachdem sie sich den Traum vom Sieg bei den Australian Open gegen die Chinesin Li Na erfüllt hatte. Tränen der Freude liefen ihr über die Wangen, die Belgierin hatte ihren vierten Grand-Slam-Titel errungen.
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Seit dem Ende ihrer Babypause spielt Clijsters stärker denn je, hat sieben von acht Endspielen gewonnen. „Als ich zurückgekommen bin, hätte ich nie gedacht, dass ich so schnell wieder so erfolgreich sein werde“, sagte die 27-Jährige. Doch in der zweijährigen Pause, in der ihr Vater starb und ihre Tochter Jada geboren wurde, haben sich ihre Prioritäten verschoben.
Auch Serena Williams verneigt sich
Vielleicht ist auch das der Grund dafür, dass die Tennisszene derzeit die beste Clijsters aller Zeiten erlebt. „Mutter und Champion! Du bist mein Held“, gratulierte die verletzte Vorjahressiegerin Serena Williams via Twitter. Clijsters selbst macht sich seit ihrem Comeback nicht mehr so viel Druck. Wenn sie nach getaner Arbeit ins Hotel kommt, warten Ehemann Brian und Tochter Jada. „Die Familie ist mein Leben“, sagte Clijsters, die es genießt, dass der zweijährigen Jada ihr Tennis egal ist.
„Als sie den großen Pokal gesehen hat, hat sie mich gefragt, wer ihn gewonnen hat“, erzählte die Frohnatur nach dem Finale. Tennis war da schon wieder weit weg. Die Belgierin wird deshalb auch nicht mehr ewig auf der Tour unterwegs sein. „Das wird wahrscheinlich meine letzte komplette Saison“, sagte sie in Melbourne. Die Australier konnte sie aber beruhigen.
„Ja, ich glaube schon“, antwortete sie auf die Frage, ob sie ihren Titel im kommenden Jahr verteidigen werde. Doch nach den Olympischen Spielen in London ist Mitte 2012 vermutlich Schluss. Jada kommt dann in den Kindergarten, ein Geschwisterchen ist für 2013 geplant. „Dass ich danach noch einmal zurückkomme, glaube ich nicht.“
Ab zum chinesischen Neujahrsfest
Li will ihren Höhenflug dagegen noch ein wenig genießen. „Bevor ich ein Kind bekomme, höre ich auf“, sagte die 28-Jährige, die den ersten Grand-Slam-Sieg einer Chinesin nur hauchdünn verpasste. Dennoch war die Asiatin mit sich im Reinen. „Ich werde jetzt das chinesische Neujahrsfest mit der Familie feiern, und dann geht es weiter“, sagte Li.
Mit Witz und Charme hatte sie in den vergangenen zwei Wochen die Welt begeistert. Wie groß das Interesse an ihr und am Tennis nun sein werde, wurde Li gefragt. „Etwa so“, meinte die Chinesin und hielt Daumen und Zeigefinger nur einen Zentimeter auseinander - ihre Fröhlichkeit ließ sie sich auch durch die Niederlage nicht nehmen.
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