Sechs Ausfälle in einem Monat
Benjamin Raich und Hannes Reichelt sind mit ihren bei der WM in Garmisch-Partenkirchen erlittenen Knieverletzungen bereits die Ausfälle Nummer fünf und sechs im ÖSV-Herren-Team innerhalb weniger als eines Monats.
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Begonnen hatte die schwarze Serie am 20. Jänner, als Hans Grugger im Training für die Kitzbühel-Abfahrt stürzte und sich schwere Kopf- und auch Brustverletzungen zuzog. Dem Speed-Piloten war der Mausefalle-Sprung zum Verhängnis geworden, er hatte in der Luft die Kontrolle verloren, schlug bei der Landung mit dem Kopf auf und verlor sofort das Bewusstsein. Nach der Erstversorgung auf der Piste mit Intubation wurde der 29-Jährige per Helikopter geborgen.
Grugger auf dem Weg der Besserung
Grugger musste wegen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas in der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Innsbruck notoperiert, intensivmedizinisch versorgt und in künstlichem Tiefschlaf versetzt werden. Derzeit befindet sich der Salzburger auf dem Weg der Besserung, am Dienstag wurde Grugger jener Teil seiner Schädeldecke wieder eingesetzt, der zur Druckminderung bei der Notoperation nach dem Unfall entnommen worden war.
Nur eine Woche nach Grugger, am 27. Jänner in Chamonix, kam Mario Scheiber im Abfahrtstraining schwer zu Sturz und musste mit dem Hubschrauber ins Mont-Blanc-Krankenhaus nach Sallanches geflogen werden. Der 27-jährige Osttiroler zog sich unter anderem einen Bruch des rechten Schlüsselbeins und des Nasenbeins zu und erklärte die Saison Ende Jänner für beendet. „Ich fühle mich vom Kopf her nicht bereit, in diesem Winter noch einmal ein Rennen zu bestreiten. Jetzt habe ich genug Zeit, um mir zu überlegen, wie es weitergeht“, sagte Scheiber.
Streitberger erleidet Schienbeinkopfbruch
In der Chamonix-Abfahrt am 29. Jänner erwischte es dann Georg Streitberger. Der 29-Jährige hatte nach seinem Sturz zunächst nur über Knieschmerzen geklagt und war sogar noch selbst ins Ziel abgefahren. Bei einer MRI-Untersuchung in Radstadt wurde schließlich ein Bruch des äußeren Schienbeinkopfes diagnostiziert, der mit einer Schraube fixiert wurde. „Das ist natürlich doppelt und dreifach bitter. Ich wäre mit einer echt guten Form zur Ski-WM angereist“, lautete der enttäuschte Kommentar von Streitberger zum frühzeitigen Saisonende.
Nach den drei Speed-Herren kam kurz vor Beginn der Titelkämpfe in Garmisch-Partenkirchen auch für Technikspezialist Marcel Hirscher das WM- und Saison-Aus. Der Salzburger zog sich am 6. Februar bei seinem Sturz im ersten Riesentorlauf-Durchgang in Hinterstoder einen Kahnbeinbruch im linken Fuß zu. „Ich muss froh sein, dass nicht mehr passiert ist“, reagierte Hirscher gefasst auf die schlechten Nachrichten.
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