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Ante Sapinas Machenschaften

Nach eineinhalb Jahren ist der europäische Wettskandal wieder auf Österreich übergeschwappt. Bereits 2009 hatte eine Sonderermittlungskommission in Bochum von elf manipulierten Begegnungen in den beiden höchsten heimischen Spielklassen berichtet.

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In der Anklageschrift der Bochumer Staatsanwaltschaft werden nun laut einem SID-Bericht erstmals auch Partien beim Namen genannt: drei des Bundesligisten Kapfenberg, zwei des Zweitligisten Hartberg.

Das internationale Netzwerk der Betrüger ist aber viel weiter verzweigt. Die Bochumer Ermittlungskommission „Flankengott“, die die Affäre im Sommer 2009 durch Abhörung von 61 Telefonen ins Rollen gebracht hatte, vermutet, dass die Führungsebene der Wettbetrüger ihre Konten hauptsächlich im asiatischen Raum geführt hat. Genannt werden Malaysia, Singapur, Russland und die Türkei - aber auch Österreich und Kroatien.

302 Spiele unter Verdacht

Der Leiter der Ermittlungen, Hauptkommissar Thomas Lücke, sprach im Rahmen des bereits laufenden Mammutprozesses vor dem Landgericht Bochum von internationalen „Netzwerkstrukturen“. Das Ausmaß sei „gigantisch“. Die Bochumer Kriminalpolizei ermittelt laut eigenen Angaben noch immer gegen mehr als 340 Personen. Bisher habe es 19 Festnahmen und rund 60 Hausdurchsuchungen gegeben. In Österreich waren 2009 drei Hausdurchsuchungen in der Steiermark und eine in Niederösterreich durchgeführt worden.

Laut Lücke stehen insgesamt 302 Spiele unter Manipulationsverdacht. Betroffen seien Ligen in Österreich, Deutschland, Belgien, Slowenien, Bosnien, Kroatien, der Türkei, der Schweiz und Kanada. Dazu kommen Europacup- und U21-Länderspiele. Die Betrüger sollen neben Spielern und Trainern auch Schiedsrichter und Offizielle bestochen haben. Bei den Ermittlungen sei eng mit den Strafverfolgungsbehörden der betroffenen Länder zusammengearbeitet worden, versicherte der Chefermittler.

Eine Million Euro Umsatz pro Monat

Die mutmaßlichen Drahtzieher Ante Sapina und Marijo C. sitzen seit 19. November 2009 in Untersuchungshaft. Sapina war 2005 schon wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer zu fast drei Jahren Haft verurteilt und im Juli 2008 entlassen worden. Der Kroate ist mittlerweile geständig. Wöchentlich sei von ihm rund ein Spiel manipuliert worden, gab er Anfang Jänner zu Protokoll. Im Schnitt habe er pro Monat eine Million Euro gesetzt.

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