Comeback eines Traditionsclubs
Die Admira gilt gemeinhin als „graue Maus“ der Bundesliga, die in jüngerer Vergangenheit mit zwei Konkursen (1997, 2007) und dem erstmaligen Absturz in die Drittklassigkeit 2007 einen Tiefpunkt erlebt hat. Doch der niederösterreichische Club ist einer der traditionsreichsten und auch erfolgreichsten Vereine des österreichischen Fußballs (acht Meistertitel, fünf Cupsiege).
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Nun kehrt die Admira nach fünf Jahren in die höchste Spielklasse zurück. Dietmar Kühbauer, der am 26. April 2010 Walter Schachner als Trainer abgelöst hatte, führte die Admiraner mit einem Punkt Vorsprung auf Altach ins Oberhaus. „Ich bin dermaßen glücklich, ich könnte die ganze Welt umarmen. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie Charakter hat. Wenn mir das einer vor der Saison gesagt hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Wir wollten schon vorne mitspielen, aber wir haben ja reduziert (finanziell, Anm.). Der Präsident muss heute beißen, den werden wir nicht loslassen“, war Kühbauer überglücklich.

GEPA/Christian Ort
Ausgelassene Feierstimmung in der Kabine.
Die Stimmung in der Mannschaft war ausgelassen. Es wurde ordentlich gefeirt. Kühbauer musste einige Bierduschen über sich ergehen lassen. Auch Admira-Präsident Richard Trenkwalder war nach dem geschafften Aufstieg sichtlich erleichtert: „Gott sei Dank, es war eine schwere Saison. Ich habe nicht gewusst, dass Fußball so anstrengend sein kann, wenn man nicht spielt.“
Wechselvolle Vereinsgeschichte
Zahlreichen heimischen Größen wie Gerhard Rodax, Andreas Herzog, Harald Cerny, Kühbauer und dem aktuellen ÖFB-Teamstürmer Marc Janko diente die Südstadt auch als Sprungbrett zu erfolgreichen Karrieren. Die 106-jährige Geschichte der Admira ist eine wechselvolle wie kaum eine andere im österreichischen Fußball, sowohl sportlich als auch geografisch und wirtschaftlich.
Bis zum ersten Abstieg 1998 waren die Südstädter stets Mitglied der obersten österreichischen Spielklasse und fuhren auch international Erfolge ein. 1989/90 erreichte der damalige Vizemeister das Viertelfinale im Europacup der Cupsieger, zudem gelang zweimal der Sprung ins Achtelfinale des UEFA-Cups (1990/91 und 1994/95).
Turbulenzen in den 90er Jahren
Mitte der 1990er Jahre begann es für den vierterfolgreichsten österreichischen Verein aber turbulent zu werden. Das vom niederösterreichischen Landeshauptmann initiierte Projekt SCN Admira/Wacker endete 1997 im Konkurs und auf dem letzten Tabellenplatz. Nur durch die Fusion zwischen dem LASK und dem FC Linz blieben die Südstädter damals erstklassig.
Die Identitätssuche ging aber weiter. Im VfB Mödling glaubte die Admira endlich einen Partner für eine erfolgreiche Zukunft gefunden zu haben. Doch auch dabei blieb der Erfolg aus - die Niederösterreicher stiegen 1998 ab. Dem Wiederaufstieg zwei Jahre später folgte ein Kommen und Gehen zahlreicher Spieler und Trainer. Die einzige Konstante war der chronische Zuschauermangel sowie die weiterhin gute Nachwuchsarbeit.
Hoffnung durch iranischen Millionär
Als der iranische Millionär Majid Pishyar im Dezember 2004 das Präsidentenamt übernahm, schielte die Admira wieder nach goldenen Zeiten. Vorbei schien die finanzielle Misere. Doch statt eines Aufbruchs folgte im Frühjahr 2006 der nächste Abstieg, die Lizenz erhielten die Niederösterreicher erst in dritter Instanz. Pishyar übernahm im August 2006 den Verein zu 100 Prozent, doch die erhoffte glorreiche Ära stellte sich nicht ein.
Im Frühjahr 2007 erhielt der Verein keine Lizenz für den Profifußball und stieg erstmals in die Regionalliga ab. Schon seit 2004 war dem Club in erster Instanz stets die Lizenz verwehrt worden. Im November 2007 schlitterte die Admira - zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren - mit einem Schuldenstand von 2,3 Mio. Euro in den Konkurs.
Trenkwalder betritt die Bühne
Da trat Richard Trenkwalder auf die Südstadt-Bühne. Der Multimillionär war 1999 als Hauptsponsor beim ASK Schwadorf eingestiegen und hatte den Club von der 1. Klasse Ost in die Erste Liga geführt. Der Chef eines Personaldienstleisters verhalf der Admira zu einem Zwangsausgleich. Admira wurde im März 2008 als Partner in den Clubnamen „Trenkwalder Sportklub Admira Schwadorf“ aufgenommen, im Sommer übernahm Trenkwalder das Präsidentenamt des Clubs, der ab der Saison 2008/09 wieder FC Admira (ohne Schwadorf) hieß. Nach einem Fehlstart wurde im August 2008 Schachner der Trainer.
Nach Platz drei 2009 und Platz zwei im Vorjahr ist nun die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus gelungen - und das trotz eines reduzierten Budgets. Maßgeblichen Anteil daran hatte Coach Kühbauer, der nun den ersten großen Erfolg seiner noch jungen Trainerkarriere feiern darf.
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