Die schwersten Ausschreitungen ab 1996
Eine unvollständige Auflistung von Skandalspielen und Spielabbrüchen in Österreich wegen randalierender Fans, unbeherrschter Spieler oder Ähnlichem in den vergangenen 15 Jahren (nur mit Beteiligung von Clubs der höchsten Spielklasse):
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14. Mai 1996: Schiedsrichter Scheuhammer beendet das Duell des FC Tirol Innsbruck mit SV Ried in der 86. Minute beim Stand von 2:2, weil rund 25 Fans aus der Nordkurve auf den Rasen des Tivoli-Stadions gestürmt sind.
5. August 2001: In der 76. Minute der Partie Rapid Wien gegen GAK (0:4) laufen rund 50 enttäuschte Fans auf den Platz und veranstalten einen Sitzstreik, um damit ihren Frust über die gezeigte Leistung ihres Vereins kundzutun. Die „Protestaktionen“, begleitet von „Wir wollen unser Geld zurück“-Rufen, verlaufen allerdings ohne Handgreiflichkeiten und werden von der Polizei nach einigen Minuten aufgelöst. Die Partie wird fortgesetzt.
27. Juli 2002: Das Testspiel Rapid Wien gegen Arsenal im Lindenstadion von Eisenstadt endet mit einem unrühmlichen Abbruch. In der 67. Minute bricht eine Schlägerei zwischen Rapid-Fans aus, die Polizei schreitet ein, die Situation eskaliert. Die Sicherheitskräfte werden mit Flaschen und Sitzbänken beworfen, rund 200 unbeteiligte Zuschauer flüchten auf das Spielfeld. Schiedsrichter Fritz Stuchlik unterbricht das Spiel, pfeift nach einer Viertelstunde wieder an, schickt die Spieler aber gleich danach endgültig in die Kabinen.
29. Mai 2003: Fastabbruch: Das Match im Horr-Stadion zwischen Austria Wien und Bregenz (0:2) geht knapp am Abbruch vorbei. Hunderte Fans stürmen in der 77. Minute auf das Feld, um den Titel zu feiern. Intensives Zureden der Gastgeber und des Ordnerdienstes ist erfolgreich. Nach rund 25-minütiger Unterbrechung wird zu Ende gespielt.
9. Juli 2003: Ein skandalöses Ende nimmt ein Testmatch von Meister Austria Wien gegen Trabzonspor in Würmla. Die Türken wollen vor 1.000 Zuschauern in der 30. Minute nach dem zweiten Ausschluss eines Spielers abtreten, die gesamte Betreuercrew der Gäste stürmt aufs Feld, und im Zuge der Diskussionen ohrfeigt ein türkischer Spieler einen der Schiedsrichterassistenten. Referee Wolfgang Sowa sieht sich daraufhin gezwungen, die Partie abzubrechen.
20. Mai 2004: Kurz vor Ende der Bundesliga-Partie Salzburg gegen Rapid (2:0) durchbrechen Rapid-Fans den Zaun, der Referee beendet daraufhin das Match vorzeitig. Es handelt sich nicht um einen Abbruch.
5. Mai 2005: Beim Stand von 3:0 für die Grazer im Bundesliga-Schlager zwischen Austria Wien und Meister GAK stürmen Anhänger der Wiener ab der 79. Minute aufs Spielfeld. Da es weder der Austria noch der Exekutive in fast 15 Minuten gelingt, die Personen zum Verlassen des Rasens im Horr-Stadion zu bewegen, entscheidet Schiedsrichter Dietmar Drabek auf Abbruch.
22. Oktober 2005: Das 275. Wiener Derby zwischen Austria und Rapid wird nach den befürchteten Zuschauerausschreitungen erst mit einer halben Stunde Verspätung und unter Protest von Rapid angepfiffen. Austria-Tormann Joey Didulica, der Rapid-Stürmer Axel Lawaree am 26. Mai 2005 mit einem brutalen Foul schwer verletzt hat, wird von den Rapid-Fans auf der Osttribüne des Horr-Stadions mit Feuerwerkskörpern, Leuchtraketen und anderen Gegenständen beworfen. Die Mannschaften ziehen sich daraufhin in den Mittelkreis zurück und gehen nach rund zehn Minuten in die Kabinen. Erst als die Polizei einen Kordon von etwa 50 Mann hinter dem Austria-Tor bildet und teilweise auch auf die Osttribüne mit den Rapid-Fans vorstößt, beruhigt sich die Situation, und die Partie kann beginnen.
24. August 2008: Das Wiener Derby zwischen Rapid und Austria steht bereits in der 6. Minute vor dem Abbruch. Rapid-Tormann Georg Koch geht zu Boden, nachdem ein aus dem dahinterliegenden Austria-Sektor geworfener Feuerwerkskörper in seiner Nähe explodiert ist. Der Deutsche erleidet ein Gehörtrauma mit Vertäubung sowie einen Kreislaufzusammenbruch. Koch muss deshalb durch Raimund Hedl ersetzt werden und bestreitet nie wieder ein Spiel für die Hütteldorfer. Rapid gewinnt die Partie schließlich mit 3:0.
9. Dezember 2009: Die Europa-League-Partie Austria Wien gegen Athletic Bilbao (0:3) wird von schweren Ausschreitungen überschattet. Unmittelbar nach dem zweiten Gegentreffer entlädt sich bei den Wiener Fans der Ärger über vermeintliche Fehlentscheidungen des norwegischen Schiedsrichters Moen, Bengalen werden gezündet, und einige Zuschauer rennen aufs Spielfeld. Die Partie wird aber nach 20-minütiger Unterbrechung fortgesetzt. Die UEFA bestraft die Austria mit zwei Europacup-Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eines davon auf die kommenden zwei Jahre bedingt, sowie einer Geldstrafe von 20.000 Euro.
22. Mai 2011: Das Wiener Derby zwischen Rapid und der Austria wird beim Stande von 0:2 nach 26 Minuten abgebrochen. Unmittelbar nach dem zweiten Treffer der Austrianer stürmen zahlreiche teilweise vermummte Rapid-Fans den Rasen im Hanappi-Stadion. Beide Teams
flüchten in die Kabinen, während rund 400 Exekutivbeamte versuchen, die Situation in den Griff zu bekommen. Die vorläufige Bilanz am Sonntagabend lautet: drei Festnahmen und zwei verletzte Polizisten.
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