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Nur drei Punkte helfen

Die Rivalität Österreichs mit Deutschland ist längst großer Bewunderung gewichen. Nicht einmal der „Geist“ jener Stadt mit „C“ in Argentinien wurde vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag im Ernst-Happel-Stadion (20.30 Uhr live in ORF eins und im Livestream) beschworen. Dabei steht vor allem für Österreich alles auf dem Spiel. Nur ein Wunder hält die kleine Chance auf die Euro 2012 am Leben.

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Das ÖFB-Team liegt mit sieben Punkten aus fünf Spielen nur auf Rang vier der Tabelle der Gruppe A. Durch die Niederlagen gegen Belgien und die Türkei (jeweils 0:2) muss Österreich ausgerechnet dem bisher noch ungeschlagenen Favoriten Deutschland ein Bein stellen, um theoretisch weiter im Rennen für ein Ticket der Titelkämpfe im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine zu bleiben.

EM-Qualifikation, Gruppe A

Beginn 20.30 Uhr:

Live in ORF eins und im Livestream

Österreich - Deutschland

Ernst-Happel-Stadion, SR Busacca (SUI)

Aufstellungen:

Österreich: Gratzei - Klein, Scharner, Pogatetz, Fuchs - Dag, Kulovits, Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Hoffer

Deutschland: Neuer - Lahm, Friedrich, Hummels, Schmelzer - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Podolski - Gomez

Dumme Fehler verboten

Dass die Übung im Wiener Prater gelingt, mag aber bei allem nach außen getragenen Optimismus keiner so recht glauben. „Fakt ist, dass wir zu Hause gegen Belgien das wichtigste Spiel der Quali verloren haben“, meinte Teamchef Dietmar Constantini, „jetzt versuchen wir die Deutschen zu ärgern. Für die Quali müssten wir sogar drei Punkte holen. Das ist sicher nicht realistisch, aber im Fußball ist alles möglich.“

Wie soll nun das Wunder, wie es Österreich gegen Deutschland zuletzt 1986 (4:1) schaffte, diesmal gelingen? Julian Baumgartlinger kennt eine Antwort: „Wir müssen Leidenschaft und Kompaktheit zeigen.“ Und vor allem dumme Fehler vermeiden. Gegen Belgien und die Türkei schenkten die Österreicher durch grobe Schnitzer, etwa das Einwurfchaos beim 1:0 der Türken, dem Gegner billige Tore. Gegen ein Weltklasseteam wie Deutschland wären selbst kleine Fehler fatal.

Abwehr gefordert

Vor allem auf die ÖFB-Abwehr warten 90 Minuten Schwerstarbeit, auch wenn Deutschland mit Miroslav Klose seinen aktuell besten Teamtorjäger (61 Treffer) vorgeben muss. „Das wird ein schwieriger Abend für unsere Abwehr“, weiß auch Hannover-Legionär Emanuel Pogatetz, der die meisten deutschen Spieler, auch Stürmer Mario Gomez, aus der deutschen Bundesliga kennt. Dass der Steirer in der Innenverteidigung erstmals mit Paul Scharner, anstelle des erkrankten Aleksandar Dragovic, aufräumen muss, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen.

„Paul ist ein immens erfahrener Spieler, der auch in der englischen Premier League schon einige Partien auf dieser Position absolviert hat. Außerdem hatten wir Zeit, gemeinsam zu trainieren. Ich sehe da überhaupt kein Problem“, meinte der 28-Jährige. Auf Bayern-München-Stürmer Gomez müssen Pogatetz und Co. ganz besonders aufpassen. „Gomez hat sich die deutsche Torjägerkrone erschossen. Das wird sicher eine schwierige Aufgabe. Aber wir werden versuchen, ihn im Verbund in den Griff zu bekommen.“

Wer ist kreativ?

Auch in der Offensive klappte es in den vergangenen beiden Qualispielen gegen Belgien und die Türkei nicht nach Wunsch. Nachdem sich Marko Arnautovic elegant selbst ins Abseits beförderte, stellt sich gegen Deutschland die Frage: Wer soll die spielerischen Akzente setzen? Ersten Spekulationen zufolge könnte Constantini im Mittelfeld auf die Achse Dag, Kulovits, Baumgartlinger und Alaba vertrauen. Austria-Spielmacher Zlatko Junuzovic würde dann nur auf der Ersatzbank beginnen.

Christoph Metzelder, Michael Ballack (Deutschland) und Erwin Hoffer (Österreich) bei der EM 2008

GEPA/Doris Schlagbauer

Erwin Hoffer (r.) stand bereits bei der EURO 2008 gegen Deutschland am Feld.

Die mögliche Taktik des Teamchefs: Im Mittelfeld die Räume eines Mesut Özil einengen und sein Heil in weiten Bällen in die Spitze suchen, wo bei dieser Variante das Sturmduo Martin Harnik und Erwin Hoffer lauern würde. Immerhin Stuttgart-Legionär Harnik weiß aus der deutschen Bundesliga aus eigener Erfahrung, dass auch Supertorhüter Manuel Neuer zu bezwingen ist. Geht es nur nach der Statistik, muss sich der Neo-Goalie aber nicht auf allzu viel Arbeit einstellen. Der gesamte österreichische Kader hat nur 16 Tore zu Buche stehen - genauso viel wie DFB-Stürmer Gomez.

Erinnerungen an 2008

Auch wenn sich an die letzten vollen Erfolge gegen Deutschland keiner der aktuellen ÖFB-Akteure aus Altersgründen bewusst erinnern kann, muss man die Hoffnung auf das benötigte Wunder nicht vollends abschreiben. Die bisher letzten Auftritte gegen Deutschland zeigten, dass man mit Selbstbewusstsein auch den dreifachen Weltmeister ins Schwitzen bringen kann. Beim Testspiel für die Europameisterschaft 2008 im Happel-Stadion spielten die Österreicher die Deutschen 45 Minuten lang an die Wand, brachten sich erst in der zweiten Hälfte durch fatale Schnitzer um eine Überraschung und verloren 0:3.

Bei der EM selbst hielt man zumindest passabel mit und verlor nur durch einen Freistoßhammer von Michael Ballack mit 0:1. Das weiß auch Pogatetz, schränkt aber ein: „Auf dem Rasen kommt es auf mehr Dinge an als Motivation. Punkto individueller Klasse und Prestige sind die Deutschen natürlich weit über uns zu stellen.“ Teamchef Constantini hofft auf die Unterstützung des Publikums - und die Deutschen: „Sie sind eh schon quasi qualifiziert. Es wäre nicht schlecht, wenn sie uns die drei Punkte zukommen lassen würden.“

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