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Problemzone Chancenverwertung

Österreichs Nationalteam ist im letzten Spiel vor dem Sommerurlaub trotz strömenden Regens am Ende doch nicht wie ein begossener Pudel dagestanden. Die Mannschaft bewies mit dem 3:1-Sieg am Dienstag gegen Lettland, dass sie besser sein kann, als so manches Ergebnis im Frühjahr zeigte. Grund für Euphorie? Nein, so der Tenor der Spieler.

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„Sicher gibt so ein Sieg viel Selbstvertrauen. Aber wir müssen am Boden bleiben“, sagte Mittelfeldregisseur Zlatko Junuzovic, „aber der Trend geht ganz klar nach oben.“ Die Österreicher knüpften gegen die Letten an ihre gute Leistung vom Freitag beim 1:2 gegen Deutschland an. Einziger Unterschied: Diesmal gelang dem ÖFB-Team in den letzten Minuten der Umschwung zu seinen Gunsten - Highlights vom Spiel in insider.ORF.at.

Neu entdecktes Kurzpassspiel

Das Ergebnis war aufgrund der 90 Minuten verdient. Die Österreicher zwangen den biederen Gästen aus Lettland von der ersten Minute an ihr Spiel auf. „Es hat Spaß gemacht. Wir haben gut kombiniert, den Gegner dominiert. Ich war sehr angetan von der Leistung der Mannschaft“, so Junuzovic. Auch Doppeltorschütze Martin Harnik schlug in dieselbe Kerbe: „So wie wir jetzt Chancen herausspielen, war es schon lange nicht mehr.“

Zlatko Junuzovic im Kopfball-Duell mit einem Verteidiger Lettlands

ORF.at/Dominique Hammer

Harnik war auch gegen Lettland erneut einer der Aktivposten im Nationalteam.

Hauptgrund für den spielerischen Aufschwung im Vergleich zu den blamablen Partien gegen Belgien und die Türkei ist für den Stürmer die neue Liebe zum Kurzpassspiel. „Wir haben es vor kurzem für uns entdeckt“, sagte Harnik. Der 23-Jährige, der am 10. Juni Geburtstag feiert, lobte ebenfalls die Moral der Mannschaft. „Wir haben in den vergangenen zwei Partien Nervenstärke bewiesen“, so Harnik.

Zehn Chancen für ein Tor

Auch wenn dem ÖFB-Team gegen Lettland erstmals seit dem 4:4 gegen Belgien mehr als ein Tor gelang, war einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor das größte Manko der Österreicher - frei nach dem Motto „spielerisch hui, vor dem Tor pfui“. „Es kann nicht sein, dass wir für ein Tor zehn Chancen brauchen“, ärgerte sich Harnik, „wir müssen unbedingt an unserer Chancenauswertung arbeiten.“ Erst Verteidiger Christopher Dibon brach bei seinem Debüt nach einem Freistoß den Bann („Die Glücksgefühle kann ich nicht in Worte fassen“).

Auch das Tor zum 2:1 durch Harnik fiel nach einer Standardsituation. Kritik an der mangelnden Ausbeute aus dem Spiel ließ man im österreichischen Lager jedoch nicht gelten. „Die Tore sind zwar aus Standards gefallen, aber so muss man es manchmal auch machen“, so Junuzovic. Auch Kapitän Christian Fuchs unterstrich: „Aus Standardsituationen zum Erfolg zu kommen ist ein probates Mittel.“

„Sehr viel Potenzial“

Der zukünftige Schalke-Legionär stieg aber so wie seine Kollegen auf die Euphoriebremse. Das überzogene Selbstbewusstsein vor dem Heimspiel gegen Belgien scheint der Mannschaft eine Lehre zu sein. „Wir dürfen jetzt nicht in Euphorie verfallen, wir haben gegen Lettland gespielt“, betonte der 25-jährige Niederösterreicher, „ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass sehr viel Potenzial in uns schlummert. Das Team hat Zukunft.“

Im Sommer gilt es nun das wiedergewonnene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu konservieren, um im Herbst zumindest für einen versöhnlichen Abschluss der für Österreich mehr oder weniger gelaufenen EM-Qualifikation zu sorgen. Junuzovic glaubt jedenfalls fest daran: „Wir sind eine junge, starke Truppe, und wir werden Europa noch zeigen, dass wir gut sind.“ Die Chance, den Worten Taten folgen zu lassen, bietet sich am 10. August in Klagenfurt gegen die Slowakei.

Karl Huber, ORF.at

Freundschaftliches Länderspiel

Dienstag:

Österreich - Lettland 3:1 (0:0)

Graz, UPC-Arena, 8.500 Zuschauer, SR Evans (WAL)

Torfolge:
0:1 Mihadjuks (49.)
1:1 Dibon (75.)
2:1 Harnik (81.)
3:1 Harnik (96./Elfer)

Österreich: Gratzei - Klein, Dibon, Ortlechner, Fuchs (97./Schrammel) - Junuzovic (91./Weber), Baumgartlinger (62./Royer), Kulovits, Alaba (94./Drazan) - Harnik - Kienast (62./Hoffer)

Lettland: Vanins - Klava, Ivanovs, Mihadjuks, Krjauklis - Rugins, Zigajevs (86./Turkovs), Lazdins, Cauna (79./Tarasovs) - Rudnevs (95./Romanovs), Gauracs (71./Pereplotkins)

Rote Karte: Vanins (93./Torraub)

Gelb-Rote Karten: Mihadjuks (88.), Klava (97.)

Gelbe Karte: Harnik

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