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Mit Strecke „versöhnen“

Der im Jänner in Kitzbühel schwer gestürzte ÖSV-Abfahrer Hans Grugger hat nicht nur den Wunsch, wieder in den alpinen Skiweltcup zurückzukehren, sondern möchte entgegen seiner ursprünglichen Ansicht auch wieder über die Kitzbüheler Streif fahren.

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„Wenn der Körper und der Geist Ja sagen, möchte ich es nochmal probieren“, erklärte der Salzburger in einem Interview des „Münchner Merkur“. „Den Fehler habe ja ich gemacht, nicht die Streif. Es ist schon ein großer Wunsch, da nochmal rennmäßig runterzufahren. Um mich mit der Streif zu versöhnen.“

Im Mai hatte Grugger als Gast der Ö3-Radiosendung „Frühstück bei mir“ noch erklärt, bei einem Comeback die Streif auslassen zu wollen. „Nur eine Einschränkung wird es sicher geben: Sollte ich es wieder zurück auf die Profipiste schaffen, werde ich die Abfahrt auf der Streif auslassen“, hatte der Salzburger damals gesagt. Doch nun will er es, wenn alles klappt, doch noch einmal versuchen.

Hans Grugger nachdenklich auf einer Pressekonferenz

GEPA/Hans Osterauer

Ein „großer Wunsch“ Gruggers soll in Erfüllung gehen.

Fürchterlicher Sturz im Training

Grugger war am 20. Jänner im Abfahrtstraining für die Kitzbühel-Abfahrt in der Mausefalle gestürzt und musste aufgrund eines lebensbedrohlichen Schädel-Hirn-Traumas fünf Stunden in Innsbruck notoperiert werden. Danach lag er zehn Tage im künstlichen Tiefschlaf, konnte die Klinik aber bereits nach 57 Tagen wieder verlassen und fühlt sich bereit für ein Comeback im Rennzirkus. Aus ärztlicher Sicht spricht jedenfalls nichts gegen eine Rückkehr des Siegers von vier Weltcup-Rennen (zwei Abfahrten, zwei Super-Gs) auf die Rennpisten dieser Welt - und auf die Streif.

„Ich bin nicht sauer auf die Streif, bin eigentlich froh, dass der Unfall in Kitzbühel passiert ist. Weil da die Rettungsketten super funktionieren. Wenn das woanders passiert wäre, könnte ich vielleicht jetzt nicht so hier sitzen“, sagte der Mitte März aus dem Krankenhaus entlassene Sportler nun.

Kämpfernatur Grugger

Dass es der Salzburger zurück in den Rennzirkus schaffen kann, zeigt ein Blick auf seine bisherige Karriere. Grugger gelang schon mehrmals nach schweren Verletzungen - allerdings nie so gravierenden wie im aktuellen Fall - der Weg zurück. Schon 1998 erlitt er im Training für seine erste Europacup-Abfahrt in Zauchensee den ersten Kreuzbandriss. Zwei Jahre später laborierte Grugger an einer schweren Schnittwunde im Nacken, die er durch einen Ski erlitten hatte. 2005 musste er die Saison im Dezember wegen einer Beckenverletzung vorzeitig beenden.

Im April 2007 erlitt der Salzburger bei Skitests einen Kreuzbandriss im linken Knie, der im Dezember eine weitere Operation nach sich zog. Das geplante Comeback verzögerte sich später durch eine bakterielle Entzündung im verletzten Knie, ehe er sich unmittelbar vor der Rückkehr in den Weltcup im Jänner 2009 das Kreuzband im rechten Knie riss. Nun unternimmt er einen neuen Anlauf, Streif eingeschlossen.

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