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Kanada muss weiter warten

Die Boston Bruins haben in der Nacht auf Donnerstag erstmals seit 1972 wieder den Stanley Cup gewonnen. Die US-Amerikaner setzten sich im letzten Finalspiel der National Hockey League (NHL) auswärts bei den Vancouver Canucks mit 4:0 durch und entschieden die „Best of seven“-Serie mit 4:3 für sich.

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Für die Bruins war es der sechste Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Canucks mussten hingegen die dritte Finalniederlage nach 1982 und 1994 hinnehmen. Letzter Stanley-Cup-Sieger aus dem Eishockey-Mutterland Kanada sind damit weiter die Montreal Canadiens, die zuletzt 1993 triumphierten.

Boston Bruins mit Pokal

Reuters/Mike Blake

So wurde in Boston seit 39 Jahren nicht mehr gejubelt.

Bruins schockieren Canucks

Die ersten sechs Finalspiele hatte jeweils das Heimteam gewonnen - das änderte sich in der alles entscheidenden siebenten Partie zur Enttäuschung des Großteils der 18.860 Fans in der Rogers Arena. Patrice Bergeron traf in der 15. Minute zum 1:0 für die Gäste. Das 2:0 erzielte Brad Marchand (33.), ehe erneut Bergeron (38.) auf 3:0 stellte.

Nach der klaren Führung der Bruins zeigten sich die Canucks sichtlich schockiert. Trotz aller Anstrengungen konnte das beste Team der Vorrunde Boston im letzten Drittel nicht mehr unter Druck setzten. Bereits vor Marchands Treffer zum 4:0 (58.) war die Partie längst entschieden.

Jubel von Boston Bruins Patrice Bergeron und Brad Marchand, im Hintergrund Canucks Goalie Roberto Luongo

Reuters/Mike Blake

Brad Marchand freut sich über einen seiner beiden Treffer.

Boston-Goalie Thomas Final-MVP

Zum besten Spieler (MVP) der Finalserie wurde Bruins-Goalie Tim Thomas gewählt, der die Vancouver-Spieler einmal mehr zur Verzweiflung brachte. Der 37-Jährige hielt alle 37 Schüsse und schaffte sein zweites Shut-out im Finale. Thomas hatte bereits in der regulären Saison mit 93,8 Prozent an gehaltenen Schüssen eine neue Bestmarke aufgestellt und damit Torhüterlegende Dominik Hasek übertroffen.

Boston Bruins Tim Thomas wird von Canucks Goalie Roberto Luongo beglückwünscht

Reuters/Ben Nelms

Tim Thomas lässt sich von seinem Goalie-Kollegen Luongo gratulieren.

Vancouver-Starkeeper Roberto Luongo musste sich hingegen bei 20 Schüssen auf sein Tor gleich dreimal geschlagen geben (das 0:4 war ein Empty-Net-Tor). Aber auch Luongos Teamkollegen aus der Offensive fanden nicht zu gewohnter Stärke. Kapitän Henrik Sedin erzielte in der gesamten Finalserie nur einen einzigen Punkt, sein Zwillingsbruder Daniel auch nur vier. Darüber hinaus standen die besten Scorer der letzten zwei NHL-Saisonen bei allen vier Gentreffern am Mittwoch auf dem Eis.

Die beiden Trainer waren sich einig, dass Thomas den entscheidenden Unterschied machte. „Tim dominierte die ganzen Play-offs, das ist das Zeichen eines wirklich großen Torhüters“, sagte Boston-Coach Claude Julian. Vancouvers Alain Vigneault bezeichnete den gegnerischen Goalie als „phänomenal“. „Er zeigte einige Glanzparaden, und wir waren trotz einiger toller Chancen nicht in der Lage, ihn zu bezwingen. Aber wir hatten auch nicht viel Puck-Glück.“

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