Fans laden Frust gewalttätig ab
Nach dem von den Canucks am Mittwochabend verlorenen Entscheidungsspiel um den Stanley Cup gegen die Boston Bruins ist es in den Straßen von Vancouver zu gewalttätigen Ausbrüchen frustrierter Eishockey-Fans gekommen. Die erschreckende Bilanz: 150 Personen wurden im Zuge der Krawalle verletzt.
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Die Sicherheitskräfte setzten gegen die aufgebrachte Menge Tränengas und Pfefferspray ein, nachdem mehrere Autos auf den Kopf gestellt und angezündet sowie Lokale in der Innenstadt geplündert worden waren. Laut Polizei wurden die vorwiegend jugendlichen Krawallmacher von mehreren hundert Leuten lautstark unterstützt. Rund 100 Personen wurden festgenommen. Die Ereignisse ähnelten jenen unschönen Szenen nach der letzten NHL-Finalniederlage der Canucks 1994.

Reuters/Mike Carlson
Autos mussten für die Enttäuschung büßen.
Zuvor hatten Zehntausende die Partie, die mit einer 0:4-Niederlage der Gastgeber endete, beim Public Viewing verfolgt. Viele brachen nach der Schlusssirene in Tränen aus. In der Rogers-Arena reagierten die Fans auf die Übergabe der Trophäe an die Bruins mit ohrenbetäubenden Buhrufen. Zu groß war ihre Enttäuschung, dass der Traum vom erstmaligen Stanley-Cup-Gewinn für die Canucks erneut geplatzt war.
Jubelfeiern in Boston
In Boston wurde der erste Meistertitel seit 39 Jahren groß bejubelt, auch dabei kam es laut Polizei vereinzelt zu Zwischenfällen, allerdings nicht zu schwerwiegenden. Einige Fans kletterten auf Autos oder verbogen Verkehrsschilder, es gab einige Verhaftungen.
Tausende Fans zogen auf für den Verkehr abgesperrten Straßen jubelnd in Richtung des Bruins-Heimstadions TD Garden, begleitet von teilweise schwer bewaffneten Polizeikräften. Eine Statue des legendären Bobby Orr, der die Bruins zum Stanley-Cup-Triumph 1970 geschossen hatte, wurde durch Barrikaden geschützt, weil die Behörden ein Klettern auf das Denkmal verhindern wollten.
In Boston ist man bezüglich Siegesfeiern in letzter Zeit sehr vorsichtig geworden, nachdem bei gewalttätigen Zwischenfällen nach Titelgewinnen der New England Patriots (NFL), Boston Red Sox (MLB) und Boston Celtics (NBA) in den letzten sieben Jahren insgesamt sieben Menschen zu Tode gekommen waren.
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