33-jähriger Überflieger
Wirtschaftlich mag Portugal zu kämpfen haben, im Fußball steht das Elf-Millionen-Einwohner-Land aber gut da. Das zeigte auch das rein portugiesische Europa-League-Finale zwischen dem FC Porto und Sporting Braga in Dublin. Vor allem Porto-Trainer Andre Villas-Boas stand im Rampenlicht und triumphierte schließlich auch. Der 33-Jährige brauchte keine zwei Jahre vom Nobody zum Topstar.
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Die Portugiesen feiern ihn als „neuen Jose Mourinho“, aber Villas-Boas weist alle Vergleiche mit seinem berühmten Landsmann und umstrittenen Ex-Lehrmeister energisch zurück: „Ich bin kein Klon, ich bin ganz anders!“, versichert er. Portos erst 33-jähriger Erfolgscoach hatte bis vergangenen Sommer noch ÖFB-Legionär Markus Berger trainiert.
Der ehemalige Assistenztrainer und Scout von Jose Mourinho hatte Academica Coimbra in der vergangenen Saison souverän aus der Abstiegszone auf Rang elf geführt. „Er ist ein absoluter Toptrainer, der aus jedem Spieler das Letzte rauskitzeln kann. Er beschäftigt sich nicht nur mit elf bis 13 Spielern, sondern kann alle 25 Mann perfekt motivieren“, berichtete Berger.

APA/EPA/Fernando Veludo
Supercup und Meisterschaft hat Villas-Boas bereits gewonnen.
Parallelen zu Mourinho
Und Ähnlichkeiten zu Mourinho gibt es mehrere: Wie Mourinho präsentiert sich auch „Mini-Mou“ fast immer polemisch, ein bisschen arrogant und auch übermäßig aggressiv. Wie Mourinho hat Villas-Boas nie Profifußball gespielt. Wie Mourinho stellt auch der Porto-Coach seine Schützlinge taktisch nahezu perfekt ein. Und beide konnten gleich zu Beginn ihrer Trainerkarrieren ordentliche Erfolge vorweisen.
Im dritten Trainerjahr, dem zweiten in Porto, gewann Mourinho 2003 mit 40 Jahren gleich drei Titel: die Liga, den Cup sowie den UEFA-Cup, ein Jahr später kam sogar der Champions-League-Titel hinzu. Villas-Boas war sogar schneller: Mit Porto gewann er auf Anhieb den Supercup. Die Meisterschaft war dann Anfang April perfekt, am Ende beendete sein Team letzten Samstag die Liga ohne Niederlage (27 Siege, drei Unentschieden). Dazu kamen der Triumph in der Europa League und der Cuptitel.
Kein Wunder, dass Europas Topclubs das „Wunderkind“, wie ihn das italienische Blatt „Gazzetta dello Sport“ rühmte, seit Monaten umgarnen. „Meine Zukunft liegt in Porto. Ich weiß von keinen offiziellen Anfragen von anderen Clubs“, hatte der Erfolgscoach noch im Mai gesagt.
Wie alles begann
Alles begann, als der 16-jährige Andre Bobby Robson, damals Porto-Coach, einen Brief mit Taktiktipps schrieb. Der Engländer heuerte den Burschen als Praktikanten an. Dort lernte Villas-Boas den Hilfscoach Mourinho kennen. Nach vielen Studienjahren in England und einer merkwürdigen Erfahrung als Auswahltrainer der britischen Jungferninseln („Ich war damals 21, die dachten, ich sei älter. Nach einem 0:9 gegen Bermudas wurde ich gefeuert.“) lernte Villas-Boas dann unter „Mou“ bei Chelsea und Inter Mailand bis 2009 alle Tricks und Kniffe.
Dennoch versichert er heute standhaft: „Ich bin Robson viel ähnlicher als Mourinho, habe ja englische Vorfahren und mag Wein.“
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