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Rückschlag in Klagenfurt

Der Probelauf für die EM-Qualipartien gegen Deutschland und die Türkei im September ist für Österreichs Nationalteam gründlich danebengegangen. Die ÖFB-Auswahl musste sich am Mittwoch dem WM-Achtelfinalisten Slowakei vor rund 13.000 Zuschauern in Klagenfurt mit 1:2 geschlagen geben.

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Nach dem ehrenvollen Auftritt in der EM-Qualifikation gegen Deutschland (1:2) und dem 3:1-Testsieg über Lettland musste die Mannschaft von Dietmar Constantini wieder einen Rückschlag hinnehmen. Juraj Kucka (21.) und Vladimir Weiss (30.) sorgten vor der Pause für die Treffer der abgebrüht agierenden Slowaken. Österreich hatte im Wörthersee-Stadion gut angefangen, nach den Gegentoren aber den Faden verloren. Dem in der zweiten Hälfte eingewechselten Erwin Hoffer gelang zwar noch das 1:2 (62.), zu mehr reichte es im Finish aber nicht mehr - Highlights aus Klagenfurt in insider.ORF.at.

Erwin Hoffer erziehlt durch ein Kopfballtor das 1:2

ORF.at/Christian Öser

Nur Erwin Hoffer konnte gegen die Slowakei seinen Torriecher beweisen

Offensiver Beginn

„Jimmy“ Hoffer, der Constantini in Klagenfurt im Frühjahr 2009 mit einem Doppelpack gegen Rumänien (2:1) zum erfolgreichen Debüt als ÖFB-Teamchef verholfen hatte, saß zunächst auf der Ersatzbank. Dafür bot der Cheftrainer der Österreicher mit Martin Harnik (VfB Stuttgart) und Marc Janko (Twente Enschede) zwei Offensivkräfte auf, die nach Erfolgserlebnissen mit ihren Clubs vor Selbstvertrauen strotzen sollten.

Kapitän Janko, den Constantini erstmals seit dem 0:2 in der EM-Quali gegen Belgien am 25. März in der Startformation brachte, fungierte dabei als Speerspitze im ÖFB-Angriff. Harnik sollte unmittelbar dahinter gemeinsam mit David Alaba und Zlatko Junuzovic den nötigen Zug in Richtung Strafraum entwickeln. Obwohl die Anfangsphase von beiden Teams eher vorsichtig angelegt wurde, hatten die Österreicher vor allem dank Bayern-Legionär Alaba leichte Vorteile.

Marc Janko stoppt den Ball

ORF.at/Christian Öser

Marc Janko blieb als ÖFB-Speerspitze stumpf

Slowaken nutzen erste Chance

Nach einer schönen Einzelaktion verfehlte Alaba (11.) die lange Ecke aus halblinker Position nur knapp. Einen Patzer von ÖFB-Keeper Christian Gratzei (16.) nach einer Flanke besserte der 19-Jährige am eigenen Fünfmeterraum aus. Dazwischen sorgte Harnik (15.) mit einem Weitschuss für Gefahr für das Tor der Slowaken. Der erste Treffer gelang allerdings - entgegen dem Spielverlauf - in der 21. Minute den Gästen.

Vladimir Weiss junior, Sohn des gleichnamigen slowakischen Teamchefs, brachte einen Eckball von rechts zur Mitte, wo Mittelfeldspieler Juraj Kucka (FC Janov) am höchsten sprang und Gratzei per Kopf und mit Glück zum 1:0 bezwang. Der Ball war zunächst an die linke Stange und dann vom Rücken des Sturm-Graz-Goalies ins Tor gesprungen. Der Schwung im Spielaufbau der Österreicher war damit vorerst dahin, erst ein Kopfball von Julian Baumgartlinger (28.) deutete an, dass man sich vom Schock des Gegentors halbwegs erholt hatte.

Abschlussschwäche und Pech vor dem Tor

Es folgte jedoch umgehend der nächste herbe Dämpfer für die Constantini-Elf. Ein schöner Pass in die Tiefe von Filip Holosko genügte, um die ÖFB-Viererkette auszuhebeln und Robert Jez alleine in Richtung Gratzei zu schicken. Der Mittelfeldmann von Polonia Warschau ließ sich - knapp, aber doch im Abseits stehend - diese Gelegenheit nicht entgehen und bezwang den ÖFB-Torhüter zum 2:0 (30.) für die an Effizienz kaum zu überbietenden Slowaken. Obwohl nun zunehmend Sand im Getriebe der Österreicher bemerkbar wurde, reichte es bis zur Pause noch zu zwei hochkarätigen Chancen, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen.

Zunächst fand Harnik (33.) mit einem Kopfball in Gästekeeper Jan Mucha seinen Meister, dann hatte der starke Stuttgart-Stürmer bei der bis dahin besten Aktion der Partie (37.) kein Glück. Der aus dem Mittelfeld herangestürmte Harnik düpierte drei Gegenspieler, ließ auch Mucha mit einem eleganten „Lupfer“ aussteigen, setzte den Ball dabei aber knapp neben die linke Stange. Mit einem bitteren Rückstand und vereinzelten Pfiffen ging es zur Halbzeit in die Kabinen.

„Jimmy“ Hoffer verkürzt per Kopf

Danach tat sich erst einmal gar nichts. Im Gegensatz zu den Slowaken war Constantini zum Handeln gezwungen. Ried-Youngster Daniel Royer hatte er gleich zum Wiederbeginn für Stefan Kulovits gebracht, zehn Minuten später wechselte er Hoffer für den blass gebliebenen Junuzovic ein. Es sollte weitere sieben Minuten dauern, ehe der ehemalige Rapid-Torjäger und aktuelle Frankfurt-Legionär die Zuschauer aus der aufgekommenen Lethargie riss.

Austria-Flügelspieler Florian Klein fand den nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannten Hoffer mit einer präzisen Flanke von rechts. Der nur 1,76 m große ÖFB-Stürmer stieg hoch und ließ Everton-Goalie Mucha mit einem Kopfball keine Chance. Das 1:2 (62.) brachte die clever spielenden Slowaken aber nicht entscheidend ins Wanken. Sie schaukelten den Vorsprung mehr oder weniger mühelos über die Zeit, in der 66. Minute bewahrte Gratzei die Österreicher mit einer Glanzparade nach einem Schuss Erik Jendriseks sogar vor dem dritten Gegentor.

Verfrühter Jubel im Finish

Janko wurde mit einem Kopfball (83.) noch einmal gefährlich, setzte ihn aber um etwa einen Meter an der linken Stange vorbei. Beim vermeintlichen Ausgleich durch Hoffer (87.) hatte der slowenische Schiedsrichter Darko Ceferin schon auf Abseits entschieden. So blieb dem ÖFB-Angreifer ein weiterer Doppelpack in Klagenfurt verwehrt, in der Nachspielzeit (92.) blieb der glücklose Baumgartlinger noch mit einem Schuss an Verteidiger Lubomir Michalik hängen.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Klagenfurt

Freundschaftliches Länderspiel

Mittwoch:

Österreich - Slowakei 1:2 (0:2)

Klagenfurt, Wörthersee-Arena, 13.000 Zuschauer, SR Ceferin (SLO)

Torfolge:
0:1 Kucka (22.)
0:2 Jez (33.)
1:2 Hoffer (62.)

Österreich: Gratzei - Klein, Dragovic, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger, Kulovits (46./Royer) - Harnik, Junuzovic (55./Hoffer), Alaba - Janko

Slowakei: Mucha - Pekarik, Michalik, Karhan (46./Salata), Cech - Kucka (79./Prochazka), Guede (63./Sebo) - Weiss (74./Zofcak), Hamsik (90./Hubocan), Jez (46./Jendrisek) - Holosko

Gelbe Karte: Weiss

Die Besten: Harnik, Alaba, Hoffer bzw. Kucka, Weiss

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