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Unglückliche Gegentreffer

Die Schallplatte, die nach Spielen des österreichischen Nationalteams aufgelegt wird, klingt seit Juni immer gleich: gut gespielt, aber zu wenig effizient und daher, mit Ausnahme des 3:1 gegen Lettland, unglücklich verloren. Auch nach der 1:2-Niederlage gegen die Slowakei am Mittwoch in Klagenfurt stimmten die Spieler wieder kollektiv in diesen Refrain ein. Größtes Manko des Teams bleibt weiter die Torausbeute.

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Während man selbst die besten Chancen oft leichtfertig verjuxt, zeigen die Gegner vor, wie einfach es gehen könnte. „Es ist doppelt bitter, nicht nur aufgrund der Chancen, die wir hatten, sondern auch aufgrund der wenigen Chancen der Slowaken“, sagte etwa Martin Harnik, „sie haben aus eineinhalb Chancen zwei Tore geschossen, und wir haben uns selbst um unseren Lohn gebracht.“ Der Stuttgart-Legionär vergab alleine in Hälfte eins selbst zwei Sitzer auf die Führung aus heimischer Sicht.

Das verflixte erste Tor

Harnik ging daher mit sich selbst auch am härtesten ins Gericht: „Ich muss mir allgemein die Chancenverwertung vorwerfen lassen.“ Die Slowakei nutzte hingegen ihre Chancen eiskalt – auch wenn beim ersten Tor Goalie Christian Gratzei unfreiwillig mithalf und beim zweiten Treffer akute Abseitsgefahr von Torschütze Robert Jez bestand. „Wir sind unglücklich in Rückstand geraten“, analysierte Verteidiger Emanuel Pogatetz, „die Slowakei hat sich dann sehr weit zurückgezogen. Es war für uns schwierig, das Spiel zu gestalten und den Riegel zu knacken.“

Martin Harnik wird von den Slowaken ausgespielt

ORF.at/Christian Öser

Martin Harnik vergab schon vor der Pause zwei Sitzer

Auch weil sich in der österreichischen Mannschaft wieder Verkrampfung einschlich, als man wie in allen Spielen 2011 einem Rückstand nachlaufen musste. „Wir müssen einfach einmal in Führung gehen und dann befreiter Fußball spielen. Dann könnten wir mit weniger Aufwand auch mehr erreichen“, so Pogatetz. Ähnlich sah es auch Mittelfeld-Abräumer Julian Baumgartlinger: „Wir müssen diese Serie brechen und endlich auch einmal das erste Tor schießen. Einen Rückstand gegen einen qualitativ besseren Gegner wie die Slowakei zu drehen ist schwer.“

Janko im Stich gelassen

Viel mehr als über den Rückstand ärgerten sich die Österreicher aber über die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. „Es war an Ineffizienz nicht zu überbieten“, polterte Pogatetz. Für Baumgartlinger der Hauptgrund, warum sich Österreich in der Weltrangliste nur jenseits von Platz 60 wiederfindet. „Die großen Mannschaften nutzen ihre Chancen zu 80 Prozent, das ist unser großes Manko.“ Einer, der seine Chancen an diesem Abend ebenfalls wieder nicht nutzen konnte, war Marc Janko.

Marc Janko beim Versuch, ein Tor zu erzielen

ORF.at/Christian Öser

Auch Marc Janko konnte seine Torgefährlichkeit nicht unter Beweis stellen

Während der Stürmer für Twente Enschede heuer bereits viermal traf, hing der 28-Jährige gegen die Slowaken die meiste Zeit sprichwörtlich in der Luft. „Wir sind in den wenigsten Spielen spielbestimmend und können daher nur auf Konter spielen. Für einen Mittelstürmer ist es damit natürlich schwerer“, nahm sich der Kapitän jedoch selbst etwas in Schutz, „wir haben gegen die Slowaken auch nur drei oder vier Flanken reingeschlagen, damit beraubt man mich natürlich meiner Stärken.“

Spiel der letzten Chance

Erst mit Unterstützung von Klagenfurt-Spezialist Erwin Hoffer, der drei seiner vier Länderspieltreffer am Wörthersee erzielte, kam der Niederösterreicher besser ins Spiel. Trotz der neuerlich bitteren Niederlage versuchten die Teamspieler, die Köpfe nicht hängenzulassen. „Man darf jetzt nicht alles schlechtreden, aber es war natürlich auch nicht alles gut. Die Moral war da, das Ergebnis hat vom Spielverlauf her aber leider wieder nicht gestimmt.“

Genau die fehlenden Ergebnisse sind es jedoch, die den Geduldsfaden in der ÖFB-Führungsriege, allen voran bei Präsident Leo Windtner langsam, aber sicher überspannen. Im nächsten Spiel am 3. September in Gelsenkirchen gegen Deutschland geht es nicht nur um die letzte theoretische Chance in der EM-Qualifikation, sondern auch um den Kopf von Teamchef Dietmar Constantini und die Gunst bei den Fans. „Solange eine rechnerische Chance besteht, glauben wir daran und wollen auch alles dafür geben“, sagte Janko.

Karl Huber, ORF.at aus Klagenfurt

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